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wird. Landshut muss schon im 13. Jahrhundert eine Schulebesessen haben, da ein Johannes scolasticus am 4. Kai.Julii 1257 als Zeuge einer dortigen Urkunde 1 erscheint.Ausser Lesen, Schreiben und Rechnen lernte er vermutlichdort auch etwas Latein. Dass er es in der Kenntnis desletzteren nicht sehr weit brachte 2 , ist wohl mehr demUnterricht, als dem Schüler zuzuschreiben, dessen beharr-licher Wissenseifer nicht erst in den Mannesjahren erwachtsein wird. Ein notdürftiges Verständnis lateinischer Schrift-steller ist doch bei ihm vorauszusetzen, obwohl ihm A.Ventinin seinen Randglossen zur Wessobrunner Handschr. mehr-fach vorwirft: „Hat das Latein nit verstanden". Wennihm aber Hamburger' 1 ohne irgend einen Beweis „einegenaue Kenntnis der französischen Sprache" zuschreibt undRiezler (Gesch. B. III, 871) dies wiederholt, so kann ichmich nicht anschliessen. Füetrer braucht im Buch derAbenteuer und in der Chronik kein einziges französischesFremdwort, das nicht bereits früher üblich gewesen wäre,und dass sein Lantzilet von ihm unmittelbar der französischenLanzelotprosa entnommen worden sei, ist noch nicht bewiesen 4 .
1 Mon. Boica III, 155. VI, 369.
3 Auf Kenntnis des Lateinischen deutet 168,30: die brief wwrdendem hertxogen, wo nur von einem einzigen Briefe die Rede ist (Nach-ahmung von litterae). Andere lateinische Konstruktionen 181,26: AlsRneprccht pfaltxgraf Römisclier künig er weit icard; ferner 74,5. 8. 119,34.160,2r*. Dagegen begegnen oft Verstösse gegen die elementare Grammatik,die Füetrer, nicht den Schreibern, zugeschrieben werden müssen, so 17,3:dem, ritter Parillum. 45,4: der do was am sun Lothario und frawcnMarina. 94,36 : Ich hob aller sacken jud/icij gemacht. 115,32: des fürsteuder haiden agigolando. 129,8: Coronica fratri Vetrj 153,30: des rittersr himo etc.
8 Hamburger, Untersuchungen über Ulr. Fürtrers [sie] Dichtungvon dem Gral und der Tafelrunde. I. Zur Metrik und Grammatik. Stilund Darstellungsweise. Strassburg 1882. Trübner. Mehr ist nicht er-schienen.
* Die Behauptung hat aufgestellt J. Firmery, Notes critiquessur quelques traduetions allemandes de poemes francais au moyen äge.(Annales de l'universite* de Lyon, nouvelle s6rie II, 8). Paris-Lyon,Fontemoing-Rey 1901. Dagegen hat Arthur Peter in der GermaniaXXVIII, 2. Heft, schon längst auf die Benutzung der deutschen Ueber-setzung jener Prosa hingewiesen. — Man denke auch an die damaligenZeitverhältnisse, die gerade in Bayern viel mehr italienischen Einflüssenentgegenkamen. — Nur bei einem Ausdrucke: richten den thimonenOgm. 1. 32c 2 (das Steuerruder richten) möchte man zweifeln ob lat. timooder frz. timon zugrunde liege; doch hat Füetrer den Ausdruck nichtin die Literatur eingeführt, erfindet sich bereits bei Hugo von Wolkenstein.