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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
297
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Expe

noch jetzt die R. a. ins Elend gehen, für verwiesenwerden, üblich ist. In den meisten Fallen wird dasgewöhnlichere auswandern dafür hinreichend sein, un-geachtet dieses eigentlich mit emigriren übereinkommt.

Expectant» S. Exspectant.

Expectanz. S. Exspectanz.

Expectoration, die Ausschüttung.

Expectoriren (sich), sich auslassen, sich ergießen, sichausschütten, der Zunge den Zügel schießen lassen.

Expediens , das Mittel oder Auskunftsmittel. ,,Manhat dieses Auskunftsmittcl angenommen." B ode.

Expediren, abfertigen, ausfertigen, versenden. Da,wo weder die Vorsilbe ab, noch die Vorsilbe aus, zurSache paßt, kann man fertigen schlechtweg sagen. S.Expedition.

Expedit, hurtig, behende, geschaftsfertig. Lutherhat ausrichtig dafür:Da ersah, daß der Knabe aus-richtig war, setzte er ihn über alle Last des Hauses Jv-,evh." i. Kön. 11, 28. In der Schweiz sagt manauch anstellig dafür, welches seit einiger Zeit von Ni-kolai und andern auch in unsere Schriftsprache ein-geführt worden ist.Oheim Georg freute sich, wenn derjunge Hasenfuß sich bei manchen Gelegenheiten so stinkund anstellig zeigte." Im dicken Manne.

Expedition, i. die Abfertigung oder Ausfertigung, dasAbfertigen oder Ausfertigen; auch die Fertigung. So-wol dis Sachwort, als auch das Zeitwort fertigen,scheinen (wenigstens in O. D.) so veraltet noch nichtzu sein, als sie nach Ad. sein sollen. Man hört dortnoch beide, so wie auch die Ableitung Fertiger für Spe-diteur. Noch kürzlich hieß es in einem Briefe aus Ra-stadt (in den Hamb. Zeitungen):Die Note der Reichs-friedensdeputation wurde noch am nämlichen Tage derkaifcrl. Plenipotenz übergeben; von dieser aber ist dieFertigung an die Französ. Minister noch nicht geschehen."Luther und seine Zeitgenossen gebrauchten fertigen auchfür verfertigen. Eben dieses ist auch neulich von demVers. des neuen Froschmauslers geschehen:

Zu fertigen der Weisen SteinAus des gereiften Goldes Saamen.

2. die Unternehmung oder das Unternehmen. Zuwei»len wird dieses Wort 3 . auch für den Ort genommen,wo etwas ab - oder zugefertiget wird, z. B. die Post-expedition, die Zcitungsexpedition. Hier können wirStube dafür sagen; die Poststube, die Zeitungsstubc.Endlich 4. werden auch diejenigen Personen darunterverstanden, welchen die Ausfertigung oder Abfertigungzukommt, wie wenn man sagt: die Expedition derLiteraturzeitung. Dafür könnte man füglich die Be-forger oder Ausfertiget sagen. Die Herausgeber einessolchen Werks und die Ausfertiget oder Besorget dessel-ben sind nicht immer ebendieselben Personen.

Expensarium, das Kostenverzeichniß^

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Expensen, Lat. expensae, die Kosten, besonders dieGeld-auslagen oder Auslagen schlechtweg; in Rechts,fachen, die Gerichtskosten.

Experienz, die Erfahrung.

Experiment, der Versuch.

Experimental, versuchend; die versuchende Nakurlchre.

Experimentiren, Versuche anstellen oder machen; ver-suchen.

Expiatorisch, versöhnend. Der expiatorisclie Tod,der Versöhnungstod. Auch durch Zusammensetzungenmit Sühne oder sühnen, z. B. das Sühn-opfer.

Expiation, die Versöhnung, Sühne, Schuld-oderSündentilgung.

Expiseiren, ausforschen, ausfragen; eigentlich aus-fischen.

Explicable (fpt*. explikabl), erklärbar, und erklärlich.

Explication, die Erklärung, Auslegung. Ueber einenvermeinten Unterschied zwischen diesen beiden Deutsche»Wörtern sieh. Exegisiren.

Expliciren, erklären, auslegen, deuten; und wenn ver-ächtliche Nebenbcgriffe damit verbunden werden sollen,deuteln:

Doch Konrad sprach: ein KaiserwortSoll man nicht drehn, noch deuteln.

Bürger.

Explieite. S. Implicite.

Exploit (spr. Exploah), die That, und zwar in der gu-ten Bedeutung dieses Worts. Soll der Beg-iff groß,welchen That zwar allerdings mit angibt, aber nichthervortreten laßt, herausgehoben werden, so können wirGroßthat dafür sagen. Schon Luther hat das da-von abgeleitete Beilegungswort großthatig:Daß niekein (ein) großkhätiger oder Wundermann gewest sei sineafflatu." Das Sachwort Großthat hat Stieletmit der Erklärung: factnm mirificum, magnificum,luculentum. Ebenderselbe hat auch großthatig unddie Großthatigkeit. Man hat dagegen eingewandt:Daß Großthat zwar Aehnlichkeit mit Wohlthat, Uebel-that und Zuthat habe; allein es finde doch auf der an-dern Seite ein großer Unterschied dazwischen Statt;denn wohl, übel und zuthun bedeute mit den darausgebildeten Sachwörtern einerlei, welches aber mit groß-thun und Großthat nicht der Fall fei. Man gerarhe da-her, wenn man Großthaten höre oder lese, in Versu-chung, es von Prahlereien zu verstehen." Allein Thatkommt nicht unmittelbar von thun, sondern von demveralteten thaten (wirken) her; es kann also auch nicht(wie etwa Großthuerei) an großthun erinnern. Groß-that erinnert zunächst und unmittelbar an große Tha-ten; dieser Ausdruck aber hat mit großthun gar nichts, gemein. Einige beliebte Volksschriftsteller, z. B.Archenholz, haben Großthaten durch öftern Ge-brauch seit einiger Zeit sehr wieder in Gang gebracht.

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