Axio Badi
buch der Franz. Akademie aufgenommen. Er scheint auchmir unverwerflich zu sein, weil er einen Sah bezeich-net, der, unmittelbar aus der Anschauung entspringend,die Urquelle ist, aus welcher andere Sätze hergeleitetwerden. Zum Beweise wie es, selbst in guten Wörter-büchern, um die Erklärung wissenschaftlicher Kunstwör-ter noch bei uns auszusehen pflegt, setze ich folgende ausNoths gemeinnützigem Lexicon, Nürnberg 1791.her: „Axioma, Ausspruch, Regel, sinnreicher Spruch,ein Grundsatz, den man aus etwas andern herausziehet."
Axiomaciseli, anschaulich, gewiß, durch sich selbst.er-wiesen.
Azur, hochblau; so wird es in I^a Veaux Franz. Wör-terbuche überseht. Die Dichter gebrauchen es für hcm-melblau. Ost kann auch, ohne daß dem Begriffe et-was abgeht, das einfache blau dafür gesetzt werden,wie wenn von dem azurnen Gewölbe des Himmels dieRede ist. Die Franzosen bezeichnen mit dem Worte Azurauch das blaufärbende Halbmetal Kobalt,
B.
Babiole, gemeiniglich in der Mehrzahl, Babiolen,Spielzeug, Spielereien, Kinderspiel. Das FranzöscheWort selbst scheint ursprünglich Deutsch zu sein. Wir,haben in der N. D. Mund-art babbeln, d. i. plappern,wie kleine Kinder, die noch nicht reden können, sondernnur erst Babbe (Papa) lallen. S. Brem. Wörterb. Vondiesem babbeln haben die Engländer ihr babble, dieFranzosen ihr babil, Geschwätz, ihr babiller, schwa-tzen, plaudern, ihr babillarcl, Schwätzer, Plauderer,und dieses Babiole selbst entlehnt. Für Babillard sagtman im N. D. der Babbeler. Sollte dieses und dasZeitwort babbeln über kurz oder lang (wie sie allerdingszu verdienen scheinen) ins H. D. übergehen: so würdenichts uns hindern, für Babiolen, das Wort in sei-ner ursprünglichen Bedeutung (für Kindergeschwatz) ge-nommen , Babbeleien zu sagen.
Bachanal, ein Saufgclag. Freilich ist dieser DeutscheAusdruck sehr niedrig; allein ist es der Gegenstand des-selben nicht auch? Will man eine mildernde Benen-nung, so kann man Trinkfest dafür sagen. Die Mittezwischen beiden würde Trinkgelag machen. In der Mah-lcrei versteht man unter Bachanal die Abbildung einesTrinkgelags. Was hindert aber, auch hier zu sagen: esist ein Trinkgelag?
Badinrrge (fpr. Badi.rage), der Scherz, der Spaß, dieSchäkerei, die Posse.
Badine, ein Spielstöckchen oder Tandelstöckchen, d. i.ein kleines Stückchen, welches man bloß führt, um da-mit zu tändeln.
Badiniren, scherzen, schäkern, spaßen, Possen treiben;oft aucb tändeln. En badinant, scherzend, im Scherz.
Baga Bala 141
In Starks Gemählden aus dem häuslichen Lebenfinde ich auch das mir neue Nebenwort, scherzlich, da-für: „Das Hühnchen fliegt ihm scherzlich auf die Schul-tern."
Bagage (spr. Bagage), das Gepäck, Reiscgeräth, oderbesser, Reisegepäck, Reisezeug, und in der Kriegesspra-che, Feldgepack, Heersgerath, Heersgepack. Das frem-de Wort wird aber auch im gemeinen Leben für schlech-tes Gesindel gebraucht, welches wir sonst mit dem ähn-lichen Worte Pack bezeichnen.
Bagatelle, die Kleinigkeit; oft auch die Kinderei, dieArmseligkeit. Statt des Französischen Ausrufs: Baga-telle! oder Bagatelle»! sagen wir: Possen ! Eine an-dere Bedeutung des Worts, in welcher man auf dieHerlcitung desselben von peccatillnm, ein Sündchen,Rücksicht nimmt, und z. B. sagt: eile airne la baga-telle, können wir in unserer ehrsamen Sprache entbeh-ren. Sie ist liederlich, druckt die Sache zwar nicht sofein, aber richtiger und sittlich besser aus.
Baguette (spr. Bagctke), 1. die Garte, Spießgarte,Spießruthe; 2. der Ladestock.
Bazoner, Franz, Baionnette. Ich habe in der Preis-schrift Flintenspieß dafür vorgeschlagen, welches einige,z. B. C a t e l, angenommen haben - He ynatzhat Flui»tendolch und K i n d e r l i n g Flintendegen, dafür sagenwollen. Von diesen scheint Fliutendolch den Vorzug zuverdienen, weil dieses mörderische Werkzeug eher einemDolche, als einem Degen oder Spieße gleicht. Willman auch dieses nicht, so stelle ich anheim, ob man lie-ber Flintenspitze sagen will. Das Franz. Wort ist ausdem Namen der Stadt Bayonne gebildet, wo im Jahr1670 die ersten Werkzeuge dieser Art unter Ludwig XI V.verfertiget wurden.
Baiade. S. Ballade.
Balance ( spr. Balangß), das Gleichgewicht. Für denkaufmännischen Sinn dieses Worts, welches alsdannBilanz oder Bilangß' ausgesprochen zu werden pflegt,wußte ich in der Prcisschrift keinen Deutschen Ausdruckanzugeben. Esch en burg. brachte (in dem Nachtragezu der genannten Schrift) Ueberschlag, Ueberrechnungoder Zusammenrechnung und Ucbcrblick in Vorschlag.Allein alle diese Wörter schienen mir zu allgemein zusein, und den auszudruckenden Begriff nickt bestimmtgenug zu bezeichnen. Ich suchte daher ein anderes Wort,und glaubte es in Gleichung, und bestimmter, in Rech-nungsgleichung oder Vermögensgleichung gefunden zuhaben. Man zieht nämlich die Bilanz, wenn mauEinnahme und Ausgabe, Gewinn und Verlust, Fode-rungen und Schulden gegen einanderstcllk, und dieHauplsummen auf beiden Seiten dadurch einander gleichmacht, daß man das, was der einen fehlt, um eben sogroß als die andere zu sein, unter dem kaufmännischenKunstworte, pro Saldo, (jum Abschluß oder Abschlus-ses wegen, nämlich hinzugerechnet) zu ihr hinzufügt.S Z Dis