Bure
Bust
Caba
Cabb
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Tagzettel dafür eingeführt, welches aber, nach derAehn-lichkeit mit Tagebuch besser Tagczettcl lautet. In denBerlinischen Blattern wird Stundenzettcl dafür ge-braucht, weil bei wichtigen Ereignissen dergleichen Zet-tel auch wol alle Stunden ausgegeben werden. DerAusdruck paßt aber nur in diesem bestimmten Falle.Kinderling hat Tagzeitung dafür beliebt.
Bureau (spr. Büroh), in eigentlicher Bedeutung einSchreibtisch oder Schreibspindc , Schreib schrank ,Schreibpult; dann das Zimmer oder der Ort, wogewisse Schreibgcschäfte verrichtet werden. So sagtman z. B. das Postbureau, das Bureau des Kriegs-ministers u. s. w. In dieser letzten Bedeutung genom-men wird es in Schwaben und in der Schweiz durchdas gute Deutsche Wort, Amtsstube, ersetzt. DieseBenennung muß auch in andern Gegenden nicht unge-wöhnlich fein. So lese ich zsB. eben jetzt in der Hamb.Neuen Zeitung einen Brief aus Philadelphia, worines heißt: „Alle Amtsstuben der Regierung sind- dcS
gelben Fiebers wegen, nach u. s. w. verlegt worden."Wenn von dem Bureau eines Kaufmanns, eines Sach-walters rc. oder eines Gerichtshofes die Rede ist: sokann man im ersten Falle füglich die Schreib- oderGeschaftsstubc, im andern die Gerichtsstube dafürsagen. So auch die Poststube. In andern Zusammen-setzungen , wie z. B. in Bureau des cornptes, Bu-reau d'iutelligeuce, kann es durch Amt gegebenwerden, wie Rechnungs-amt, Anzeige-amt. BureauÜ'esprit wäre vielleicht durch Geist- oder Witzbudezu verdeutschen. Hepnatz schlägt im Antibarbarusfür Bureau, in übertragener Bedeutung genommen,Las £>. D. Schranne vor. Dieses bedeutet (S. Ad.)sowol eine aus Gitterwerk bestehende Einfassung, alsauch den dadurch eingeschlossenen Ort; und könnte da-her , wenn es nur bekannter wäre, ganz wol für Bu-reau, auch in eigentlicher Bedeutung, gebraucht wer-den. Allein im N. D. ist es völlig unbekannt.
Büste (spr. Büste). Einige, wie Ferrari, leiten die-ses Wort, etwas gezwungen, von dem Lat. fustisab, welches auch so viel als truncus bedeutet ha-ben soll. Andere, wie Menage, halten es für ur-sprünglich Deutsch, und vergleichen es mit dem N.D. Bost, Brust. Moritz setzte Brustbild dafür an.Allein da dieses auch von Gemählden gebraucht wird,so glaubte ich, in der Preisschrift, «daß wir, der Un-terscheidung wegen, lieber Bruststück für Büste sa-gen müßten. Diese Unterscheidung hat auch Ad clun gin der neuen Ausgabe des Wörtcrb. unter Brustbildangenommen; unter Bruststück selbst aber diesem Wor-te wieder die doppelte Bedeutung gegeben, daß essowol ein Gemählde, als auch ein erhaben geformtesBild einer Person bis unter die Brust bezeichnen soll,In der höhern Schreib-art könnte man Brustgebildedafür sagen.
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Cabale. Ich hatte dieses Wort irgendwo durch Schleich-verein, und in der Preisfchrift durch Geheimbund oderGeheimrotte, so wie cabaliren durch Ränkeschmiedenübersetzt. D. Anton sagt hierüber (in den Beitragen):„Keins dieser Wörter genügt mir. Das Sachwort Ca-bale zeigt an, daß eine geheime Tücke obwalte. Sollteman nicht-das alte Deutsche Wort meucheln, wovonMeuchelmord und Meuchelmörder herkommen, wiederfür cabaliren gangbar machen, und dann Meucheletfür Cabale, der Meuchler hingegen für den, der ca-balirt, sagen können?" Ich gebe diesem VorschlageMeinen völligen Beifall. Stieler hat das Wort meu-cheln, wovon er bemerkt, daß es ehemahls mau»cheln gelautet habe: „Irine verbum antiquum mau»cheln, hodie meucheln. Dis letzte mußte also zu sei-ner Zeit noch nicht ganz veraltet sein. Ich habe dasselbeunten auch für intriguiren angesetzt, insofern dieses mitcababren einerlei bedeutet. Luther hat auch »och dasNebenwort meuchlings (wie rücklings), für hckrntü-ckisch, unvermulhet: Fallet dich meuchlings an. Sir.i2, 18. Ad. findet es unnatürlich, Oaba-
le von der Geheimlehre der Juden, Cabala oder Oab-bala herzuleiten, und zieht die Erklärung vor, wel-che Humc von dem Ursprünge desselben gibt. Dieserversichert: daß es zu der Zeit (1670) entstanden sei,da die berüchtigten Fünfmänncr, Clifford, Aschley,Buckingham, Arlington und Landerdale das EnglischeMinisterium bildeten, aus deren Anfangsbuchstaben mandas Oabale zusammengesetzt und dieses Ministerium dieCabale genannt habe. Allem daraus, daß man dasWort in den Anfangsbuchstaben der Namen jener fünfMänner gefunden, und diese damit bezeichnet hat, folgtnicht, daß es auf diese Weise damahls erst entstandensei. Es ist vielmehr wahrscheinlich, daß es, und zwarin der Bedeutung einer geheimen und schädlichen Verbin-dung, schon vorher da war, und daß manes nur merk-würdig fand, dasselbe Wort, oder doch die meisten Buch-staben desselben, in den Anfangsbuchstaben jener Ver-bündeten zu finden, auf deren Verbindung dasselbe so gutzu passen schien. .Ucberdis bilden diese Aufangsbuchlla-ben noch nicht das ganze Wort Oabale, sondern nurCabal; und auch das steht jener Herlcitung entgegen.Die Abstammung des Worts von der jüdischen Oabalaoder Cabbala dürfte also doch wol die wahre sein.
Cabaleur (spr. Kabalöhr), einRankeschmieder, einMcuch-ler. S. Oabale.
Cabaliren, Meucheln. S. Cabale. Sonst auch Rankeschmieden.
Cabbala, die mündlich fortgepflanzte oder überlieferte Leh-re der Juden, also die jüdische Ueberlieferungslehre.Weil aber manche Theile derselben für gcheimnißvvll ge-halten werden; auch die Cabbala die Auslcgungsregcln,
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