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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
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8 Grundsätze , Reseln und Gränzen

oder der innern Anschauung, nickt der äußern Sinne, ist. Sie ist nothwendiger; i. weil dergleichen Wörterzu sehr schädlichen Legriffsvcrwirrungcn für diejenigen Anlaß geben können, welche die fremden Sprachen, woraus siegenommen sind , nicht verstehen; und ?. weil sie ein großes und schwer zu überwindendes Hinderniß sind, diejenigenKenntnisse, zu deren Vortrage wir sie gebrauchen, gemeinverständlich zu machen und unter das Volk zu bringen. Sieist leichter; weil nur wenige Wörter dieser Art ihre ausländische Form ganz verloren haben und in die Volksspracheübergegangen sind. Hicher gehören;. D., außer den schon angeführten, die Wörter amüsiren, Bon-mot,Charakter und eine große Menge ähnlicher; deren Austilgung eben so nothwendig als leicht ist, weil sie sich größ.tentheils nur in die Schriftsprache, nicht in die Volkssprache, eingcschlichcn haben. Die wenigen Wörter dieser Art,welche wirklich unter das Volk gekommen sind, haben entweder ihr Fremd-artiges vorher gleichfalls abgelegt, undsind der Deutschen Sprach-ähnlichkcit völlig angepaßt worden, wie z. B. Pre d i g cn, Prediger, Schule; odernicht, wie z. B. Co ntract, Commission, Citation, Obligation u. s. w. Die crstern sind unausulg--bar; und weder die Sprache, noch die Polksansbildung kann jetzt mehr dadurch leiden; die andern chnd noch leichtdurch echtdeutsche zu verdrängen, und verdienen verdrängt zu werden.

Höchflnothwendig. aber, und zugleich höchstleicht ist das Ausmärzcn der dritten Klasse von fremd-artigen Wör-tern, welche Vcrnunftbcgriffe bezeichnen. Diejenigen Wörter dieser Art ausgenommen, die auf ganz willkührlichcn,leeren und müßigen Begriffsbestimmungen und Spitzfindigkeiten, wie z. B. das Wort Quiddiras ober Aliqvtiddita:-unöähnliche, beruhen, welche nie volksmäßig gemacht werden können, und auch nie vvlksmäßig gemocht zu werden brau-chen, und die also, weil sie höchstens nur für diejenigen gehören, welche der fremden Sprachen, woraus sie entlehntwurden, kundig sind, immer unvcrdeutscht bleiben mögen: schließt diese Klasse eine Zahl von Wörtern ein, die wir;in Ermangelung gleichbedeutender echtdcutscher Ausdrücke, sowol in unsern Volksschriftcn, als auch in unsern münd-lichen Volksbelehrungen, bisher nicht vermeiden zu können glaubten; die gleichwol dem Volke niemahls recht deut-lich, verständlich und geläufig gemacht werden können, die daher oft zu den verderblichsten Mißverständnissen und Ge-dankenverwirrungcn Anlaß geben, folglich vor allen andern, so viel immer möglich, ausgetilgt und durch echldeutscheersetzt zu werden verdienen, und, weil sie, bis auf diesen Tag, noch keinen Eingang in die Volkssprache fanden, vorallen andern auch leicht ausgetilgt werden können. Die unumgängliche Nothwendigkeit der Ausmärzung solcher Wör-ter werde ich im folgenden Abschnitte, wo es hingehört, auf eine, wie ich mir schmeichle, unumstößliche Art, aus-führlich zu erweisen suchen.

Aus dem gegenwärtigen ergibt sich, daß die für uns noch mögliche Sprachrcinigung daraufeinzuschränken sei,daß alle fremd-artige, vornehmlich alle etwas abgezogenes, allgemeines und übersinn-liches bezeichnende Wörter, die eines Theils unsere S p r a chgl e ich förm ig k e it verletzen,und andern Theils noch nicht in die Volkssprache übergegangen sind, noch jetzt wiederausgemärzt werden können und dürfen. Ob sie es auch müssen das wollen wir im folgenden Ab.schnitte untersuchen.

II.

Ist vollkommene Sprachreinhcit nothwendig?

Was nicfit möglich ist, das kann auch nicht nothwendig sein ; verdient wenigstens, sobald feine Unmöglichkeitanerkannt ist, nicht mehr für nothwendig gehalten zu werden.

Unnöthig also, wie für jcdeSprache, so auch für die unsrige, ist diejenige Reinheit, vermöge welcher sie, we-der einzelne Wörter, noch Wortbicgungs - und Wortverblndungsarien mit irgend einer andern Sprache gemein hat-te; denn diese Art von Reinheit gehört, wie wir oben erkannt haben, unter die Unmöglichkeiten.

Unnöthig ferner ist, wie für jede Sprache in der wirklichen Welt, so auch für die unsrige, die zweite Art vonSprachreinhcit, vermöge welcher sie alles aus sich selbst, und keins ihrer Wörter, keine ihrer Wortfügungen undRedensarten aus irgend einer andern Sprache entlehnt hatte; denn auch diese Art von Sprachreinheit ist, wie wirgleichfalls schon eingesehen haben, weder zu erreichen, noch zu behaupten.

Aber möglich ist wenigstens für unsere Sprache, welche den Vorzug hat, eine Ursprache in weiterem Sin-ne des Worts zu sein; wenigstens bis auf einen gewissen, in Allgemeinen bereits angegebenen und weiter unten ge-nauer