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Vorrede.
dieses Wörterbuch unterscheidet sich von allen ähnlichen Werken, die wir haben, i. durch einen Grad vonVollständigkeit, den kein anderes erreicht hat, und 2. dadurch, daß die unserer Sprache aufgedrunge-nen fremden und fremd-artigen Wörter und Redensarten hier nicht bloß erklärt, sondern auch zugleich ver-deutscht, d.i. durch echtdeutfche Ausdrücke, die ich dafür nachzuweisen beflissen gewesen bin, so viel möglichersetzt werden. Das eine oder das andere, gewöhnlich beides zugleich, fehlte bisher allen Werken dieserArt;beides aber schien mir, des vielfachen Nutzens wegen, der mir davon vorschwebte, ein der Bestrebungen ei-nes fleißigen Mannes nicht unwürdiges Ziel zu sein.
Denn, was zuvörderst die Vollständigkeit betrifft, so ist ja das Bedürfniß eines erklärenden Wör-terbuchs für Ausländer und Ungelehrle bei dem einen fremden oder Zwitterworte, welches man widerrechtli-cher Weise in unsere Sprache mischt, nicht größer oder geringer, als bei dem andern; und es müßte daherfür diejenigen, welche jenes Bedürfniß hatten, etwas sehr unangenehmes sein, kaum. die Halste der ihnenunverständlichen undeutschen Wörter, welche bisher für Deutsche galten, rn irgend einem Wörterbuchs zu-sammengetragen zu finden. Ja, wenn ein Hülfsbedürstigcr dieser Art auch weder die Kosten, noch dieMühescheute, sich alle Wörterbücher über das Fremde in unserer Sprache anzuschaffen, und.sie alle zu Rathe zuziehen". so fand er seine Erwartung doch auch dann noch in sehr vielen Fällen getäuscht, indem alle dieseWerke zusammengenommen oft nicht hinreichten, seiner Verlegenheit abzuhelfen.
Selbst das Adelungische Wörterbuch hat sich in diesem Betrachte einer, gegen seine sonstigenVerdienste unangenehm abstechenden Planlosigkeit und Unvollständigkeit schuldig gemacht. Ich habe darüberschon vor einigen Jahren in denBeitragen zur weitern Ausbildung der Deutschen SprächeFolgendes gesagt, welches ich hier— nicht aus Tadelsucht, sondern weil es einen derGründe enthalt, warumich dieses Werk einen Ergänzungsband zu Adelungs Wörterbuchs genannt habe — wiederho-len muß:
Man sieht durchaus nicht, daß H. Adelnng in Ansehung der fremden und fremd-artigen Wörternach einer bestimmten Regel zu Werke gegangen ist; auch weiß er in der Vorrede, wo er dieser Wörter er-wähnt, selbst keine solche Regel anzugeben. „Alle ausländische Wörter, sagt er, die nicht das DeutscheBürgerrecht erhalten haben, sollten, meinem ersten Entwürfe nach, völlig ausgeschlossen bleiben. Allem inder Folge habe ich in Ansehung einiger (sollte heißen: vieler) dennoch eine Ausnahme gemacht. Vrelleicht(sicher!) hätten noch viele andere mit eben dem Rechte aufgeführt werden können; i ch glaubte aber nicht,daß es der Mühe werth sei, sie mühsam aufzusuchen, und wählte nur die» welche eseines oder des andern Umstand es w egen vorzüglich zu verdienen schienen." Aber wel-ches waren denn die Umstände, die seine Wahl bestimmten? Hierüber läßt sein Wörterbuch, wie er selbst,uns in völliger Ungewißheit. Und wie konnte H. Ad. wählen, da er die übrigen aufzusuchen nicht derMühe werth geachtet hatte, diese übrigen also ihm auch nicht gegenwärtig waren? Wer da wählen will,der muß ja erst vergleichen; und zum Vergleichen gehört ja nothwendig, daß man die Dinge, welche ver-glichen werden sotten, vor Augen habe. Es scheint daher in der That mehr Zufall, als Ueberlegung zusein, was H. Ad. bestimmte, gerade nur die von ihm wirklich aufgenommenen, und keine andere aufzu-nehmen. Entweder hätten alle fremde Wörter, womit man unsere Sprache besudelt hat, ohne Unterschiedaufgenommen werden sollen; oder man hätte sich nur auf diejenigen unter ihnen einschränken müssen, welchedas Bürgerrecht in unserer Sprache erhalten haben, weil sie nach Deutscher Sprachform umgebildet, schonin die Volkssprache übergegangen und folglich für jedermann verständlich und überall gebräuchlich sind. Al-
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