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ist es sogar gewöhnlicher, als jenes, und ich bin geneigtzu vermuthen, daß dieser letzte Ausdruck der richtigeresei, und daß man den ersten nur des ähnlichen Klangeswegen damit verwechselt habe. Wenigstens paßt die er-ste und eigentliche Bedeutung des Worts Windfang bes-ser, als die des-Worts Wildfang, zu der uneigentli-ck>cn Bedeutung windiger oder unbesonnener Mensch.Wildfang bedeutet eigentlich, irgend eine Zurichtungoder Falle, wodurch oder worin Wild gefangen wird;Windfang aber ein sogenanntes Ventil. Wie viel na-türlicher konnte dieser letzte Begriff auf den eines win-digen, unbesonnenen Menschen übertragen werden, alsjener?
Etourdiren (spr. eturdiren), betäuben.
Etourdisserneut (spr. Eturdiss'mang), die Betäubung.
Etrange (spr. ctrangge), seltsam, wunderlich. Auch un-ser Deutsches fremd kommt, wicwol selten, in dieserBedeutung vor. „Ich glaube, daß Sie sich dergleichenfremden Antrag nie vermuthet hätten." Geliert. „Esist eine fremde Sache, und mag wol ein Gespenst sein;denn ich habe oft sagen hören, daß fremde Wunder beidem Waldbrunnen geschehen fein." Tick,
Etudiant. S. Student.
Etui ( spr. Etui oder Ehtwih), ein Besteck und Gesteck;beide sind üblich. Ein Etui, worin man Zahnstocherbei sich zuführen pflegt, könnte man Zahnstocher- oderZahnraumergcsteck nennen. Irgendwo habe ich auchTa-schengesteck gefunden.
Etymolog, der Wortforfchcr. Klopstock hat Wur-zelgräber dafür gesagt: „Die Wurzclgraber haben derWortkunde eben nicht genützt." Auch Wortkündigcr(wie Herzenskündiger), welches H e i n z e lm an n vor-schlägt , paßt dafür.
Etymologie. Dieses Wort wird in zweierlei Bedeutunggebraucht. Es bezeichnet nämlich 1. die Abstammungder Wörter, und 2. denjenigen Theil der Sprachlehre,welcher nicht bloß dieHcrleitung, sondern auch jede an-dere Bestimmung der Wörter, z. B. zu welcher Klaffesie gehören, zum Gegenstände hat. In dieser weiter»Bedeutung genommen haben schon die altern Sprach-lehrer es durch Wortforschung verdeutscht. Cicero,der seinerSprache eben denDienflzu leisten suchte, denwir der unsrigen leisten möchten, indem er für solcheGrichischen Wörter, die man zu Rom bis dahin ausNoth gebraucht hatte, weil es an gleichbedeutenden La-teinischen fehlte, neue zu bilden wagte, war bei dem-jenigen, welches er für Etymologie vorschlug, nichtsehr glücklich. Es lautet verbilocpiium; wogegen schonVossius bemerkt hat, das eTagay, nicht verbum ,sondern vertu rationem . bedeute. Sollte Cicerovielleicht verbilogiuin geschrieben haben? An einemandern Drke hat er Notatio dafür gebildet, welchesdem Grichischen Ausdrucke gleichfalls schlecht antwortet.
Etymologisch, wortforschend, herleitend.
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Etymologisken, Wortforschungen anstellen, dein Her-leitungsgeschäfr obliegen. K l 0 p st o ck druckt das Ety-mologisiren durch das Wurzelgraben aus.
Euchsristie, das Abendmahl oder Nachtmahl, in kirch-lichem Sinne.
Eudämonismus, die Behauptung oder Anerkennungder Glückseligkeitslehre. Kant redet auch von einemEudämonismus futurae generis humani historiaemoralis, und versteht darunter dic Behauptung, daßdas Menschengeschlecht in beständigem Fortgange zumBessern sei. Wenn dabei das Ziel des Fortfchreitens inweitem Prospecte (in weiter Ferne) gesehen wird, so gibter dieser Behauptung die Benennung Llriliasmus.
Eud'dmonologie, die Glückseligkeitslehre. Kant. Manversteht darunter die Gründung der Tugendlehre auf denTrieb oder die Pflicht, sich selbst und andere so glücklichzu machen, als man kann, wonach zu trachten unsereneueren Weisen nicht gestatten wollen.
Eudiimonist, ein Glückseligkeitslehrer, oder ein Be-kenne! der Glückseligkeitslehre.
Euisteniden, die Furien, wofern man dis für eingebür-gert gelten lassen will, weil es Deutschen Klang hat,und schon ziemlich in dir Volkssprache übergegangen ist;sonst Plagegeister oder Plagegöttinnen.
Eunuch, ein Verschnittener. S. Eastrat.
Euphemismus, die Milderung oder der milderndeAus-druck, da man aus Schonung ein sanfteres oder lin-deres Wort gebraucht, als die Sache eigentlich erfoder-ke. In sofern der Ausdruck selbst gemeint wird, einMilderungswvrt oder Milderungs - ausdruck. Das ep-ste Hat Latel angenommen.
Euphonie, der Wohllaut oder Wohlklang. Das Bei-wort euphonisch gibt Ad. durch mildernd. „Dasmildernde c, e euphonicum.“ Wan könnte auch dasWoHlklangs-e dafür sagen.
Eurythmie. Ich habe Ebenmaß dafür angesetzt gefunden.Da bis aber dem Grichischen Worte Symmetrie ant-wortet, und wir es dafür nicht entbehren können: sofrage ich an, ob wir für jenes nicht lieber Schönmaßsagen wollen? Einige Lat. Wörterbücher haben Wohl-gercimtheit dafür. Es wird das richtige Verhältniß oderdie schöne Uebereinstimmung aller Theile eines Ganzendamit gemeint.
Euthanasie, die sanfte Todesart.
Euthymie, die GemütHsruHc, die Seelenheiterkeit.
Eutrophie, die Wohlgcnährkheit des Körpers.
Evacuantia, in der Arzeneikunst, Ausleerungsmittel.
Evacnation, die Räumung, Ausleerung, oder dasRäumen, das Ausleeren.
Evacuiren, räumen, ausleeren.
Evagiren, ausschweifen.
Evalvation, der Anschlag, die Schätzung; von Mün-zen gesagt, die Währung. Die Kaufleute gebrauchen
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