Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
289
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der trotz seinen großen Verdiensten, das Unglück hatteein wenig eitler zu sein, als ein wirklich verdienter Mannsein sollte, pflegte, so oft er seinen Namen schrieb, alleihm beigelegte Titel hinzuzufügen; und, um Glaubenzu machen, daß er deren noch mehr habe, mit einemetc. zu schließen. Da nun aber nicht ausfindig zu ma-chen war, worauf dieses etc. sich beziehe, so ward esvon einem Spaßvogel dahin gedeutet, daß es auf denBesitz dieses dem titelreichen Manne gehörigen Lusthäus-chens deute, welches denn von Stund an die Benen-nung Ludewigs Etcätera erhielt. Man könnte aufDeutschfüglich Ludewigs Undsoweitcr dafür sagen.

Etcignoir (spr. Elänjvahr), ein an einem Stocke befestig-tes horn-ähnliches Werkzeug, hochstehende Lichter auszu-löschen. Wir haben Dampfer, und im N. D. Lvsch-und Dampfhorn (nicht Dampfhorn, wie es bei Ad.unter Dampfer lautet) dafür. Dis letzte kommt z. B.in der plattdeutschen Bibel (2. Mos. 25, 38.) vor.

Etendiren (spr. etangdiren), oder extendiren, aus*dehnen, erstrecken. Das Gebirge eteuckirt sich, d. i.erstreckt sich. Der Sinn dieses Gesetzes muß nicht bisdahin entcndjrt, d. i. ausgedehnt, werden.

Eteudue (spr. Etangdü'), die Weite, Strecke, Ausdeh-nung, der Umfang.

Ethic, die Tugendlehre. Metaphysische (übersinnliche) An-fangsgründe der Tugendlehre von Immanuel Kant.Ethik bedeutete in den alten Zeiten die Sittenlehre(philosophia moralis) überhaupt, welche man auchdie Lehre von den Pflichten benannte. In der Folgehat man es rathfam gefunden, diesen Namen auf einenTheil der Sittenlehre, nämlich auf die Lehre von den-jenigen Pflichten, die nicht unter äußeren Gesetzen ste-hen, allein zu übertragen (dem man im Deutschen denNamen Tugcndlehre angemessen gefunden hat); so daßjetzt das System (Lehrgebäude) der allgemeinen Pflich-tcnlehre in das der Rechtslehre (jus), welche äußererGesetze fähig ist, und der Tugendlehre (Ethica) einge-theilt wird, die deren nicht fähig ist; wobei cS dennauch fein Bewenden haben mag." Kant.

Ethisch , würde durch tugcndlehrig zu verdeutschen sein,wenn beliebt würde, das veraltete lehrig (welches uns,so wie das ähnliche, künftig, in manchem Falle unent-behrlich ist) wieder aufzunehmen. Tugcndlich, welchesWi eland wieder eingeführt hat, paßt für moralisch,da, wo wir dieses fremde Wort für der Tugend gemäßoder angemessen, gebrauchen.

Ethnarch, eigentlich, einVolksbcHerrscher; eswirdabergewöhnlich nur ein Statthalter oder ttntcrkönig damitgemeint.

Ethnographisch. Die Geschichte wird entweder chrono-logisch, der Zcitfolge nach, oder ethnographisch,der Völkergeschichte nach, d. i. so, daß die Geschichtejedes einzelnen Volks besonders vorgetragen wird, bear-beitet.

Etiquette (spr. Etikett'). Dieses Wort Hat eine doppelt«Hauptbedeutung. Es heißt 1. ein Bezeichnungszettel,der an Beutel, Flaschen, Zeugpacken u. f. w. gehängtwird, und worauf entweder der Name, oder der Preisdes Bezeichneten steht; 2. der Inbegriff gewisser Gebräu-che, Förmlichkeiten und Sitten, besonders an den Hö-fen. In diesem Sinne genommen, können wir Hofsi tteund Hosgcbrauch dafür sagen.Es ist gegen die Hof-sitte. Er beobachtete sorgfältig alles was der Hofge-brauch verlangt." Wenn aber die Sitten und Grbräu-che im bürgerlichen Leben darunter verstanden werden:so kann es durch Gebrauch oder Sitte schlechtweg gege-ben werden. Für diejenigen Fälle, wo der Nebenbe--griff des Steifen und Lästigen damit verbunden werdenmuß, habe ich die Zusammensetzung Hofzwang versucht,welche bei einigen unserer ersten Schriftsteller, z. B. beiWieland'cn, der sie in seinen Göttergesprachen an-nahm, Beifall gefunden hat. Stutz hingegen erinner-te dagegen:daß dis Wort an manchem Orte die Ver-pflichtung der Unterthanen zu den Frohndiensten, unddas Recht sie dazu anzuhalten, bedeute. Allein, 1. mußder Gebrauch dieses Worts doch wol ziemlich eingeschränktsein, weil er mir, der ich in mehr als Einer Gegendviel auf dem Lande gelebt habe, außer dem Adelnngi-schcn Wörterbnche, niemahls vorgekommen ist; und 2.haben wir für diesen Begriff die bessern Wörter: Dienst-zwangs Frohnzwang, Bauernzwang. Ich sage, diebessern: weil diese Wörter, entweder das , wozu gezwun-gen wird, oder die Personen, welche gezwungen wer-den, angeben, welches beiHofzwang nicht dcrFall seinwürde.

In N. D. hat man das gleichbedeutende, aber nichtedle Wort, Bocksbeutel, oder, wie der Hamb. Pa-triot und Richey wollen, Booksbeutel (Bnchbeutel).S. Ri chey's Jdioticon.

Etonnant, erstaunlich. Man hört häufig erstaunend da-für: eine erstaunende Menge. Das heißt aber eine Men-ge, welche erstaunt; nicht eine, welche Erstaunen erregt.

Etouüaut(fpr. ctuffan), erstickend, schwül, z. B. dergleichenLuft; wofür Koscgarten auch das neue Wort schmo-rig gebildet hat:Die Luft stand still und schmorig."

EtoufJüren (spr. etuffircn ), ersticken, unterdrücken oderdampfen. Er lief Gefahr vor Lachen zu ersticken. Manunterdrückte, erstickte oder dämpfte den Aufruhr, ehe ernoch zum Ausbruche gekommen war.

Etourdene (spr. Eturd'rih'), die Unbesonnenheit, Dumm-dreistigkeit. Dis letzte hat Kant dafür.

Etotlfdi (spr. eturdih), unbesonnen, dummdreist; undals Sachwort genommen, ein unbesonnener oder dumm-dreister Mensch oder ein Unbesonnener. Man hört auchWildfang dafür; wir haben z. V. ein Schauspiel vonKotzebue, dem dieses Wort zum Titel dient. Ichmeine aber auch Windfang, in ebenderselben Bedeu-tung genommen, gehört oder gelesen zu haben; mir selbstOo 'st