Eval
Even
Ever
Evoe
das fvcntbr Wort, wenn von der Schätzung des Werthseines Waarenlagers die Rede ist.
Evalviren, anschlagen, schätzen. Man könnte, nachder Aehnlichkeit von ausmitteln, auch wol auswerthendafür bilden.
Evangelium. Dieses ganz fremde Wort ist durch denKirchcngebrauch unserer Volkssprache so lief eingesenktworden, daß es nicht eher, bis unsere ganze kirchlicheVerfassung einmahl umgefchmelzt werden wird, wiederausgetilgt werden kann. Eingebürgert kann es, seinerganz undeutschen Benennung wegen, nie werden. Daßes eine gute oder frohe Nachricht oder Bothschaft be-deutet, ist bekannt. Die christliche Lehre oder die Leh-re der Christen sagt das nämliche.
Evaporation, die Ausdünstung, Ausdampfung (nichtAusdampsung, welches Andere dafür angesetzt haben) ;das Ausdünsten oder Ausdampfen. In der Scheide-kunst das Abdampfen und Abrauchen, d. i. diejenigeArbeit, durch welche man, vermittelst der Luft undWärme gewisse flüchtige Theile von den feuerbeständigenund weniger flüchtigen scheidet. Man kann auch Ans-dunst und Ausdünste sagen, und dann Ausdünstung
.nur die Handlung des Ausdünstens bezeichnen lassen:„Die Ausdünste der Stadt." Bodc.
Evaporiren, ausdünsten, ausdampfen. Einer unsererDichter hat das landschaftliche Wort verqualmcn veredelt:Daß Harald schlafend hier, umringt von gold-
uen Bechern,
Mit offnem Munde liegt und weilen Nasenlöchern,Und so den Wein vcrgualmen läßt. '
Alpin ge r.
Wieland hat auslüften dafür gesagt: „Als er aus-ging, seine Träumereien auszulüften. Une tete eva-poree, ein verdünstetcr, luftiger, windiger Kopf, einWindfang, Härterund niedriger, ein Windbeutel.
Evasion, die Entrinnung, das Entrinnen. Auf denHochschulen ist der Ausdruck ausziehen in diesem Sinnegebräuchlich. N. N. ist ausgezogen, sagt man, d. i.davongelaufen.
Evasorisch, dessen man sich zur Ausflucht bedient. Mankann es durch Zusammensetzungen mit Ausflucht verdeut-schen, z. B. Ausfluchtsgründe f. evasorische. Erstellte ausfluchtsweise vor. Die Sprach-ähnlichkeit er-laubet auch das Beiwort ausflüchtig dafür zu bilden.Lauter ausfiüchtigck Behauptungen!
Evelliren, ausreisten oder herausreißen.
Evenement (spr. Ewen'mang), die Begebenheit, derVorfall, das Ereignist. „Das größte politische(Staats-) Ereignist im siebenten Decennium (Jahr-zchend)." Doh m.
Eventail (spr. Ewangtallj'), der Fächer, der Wedel. Eneventail , fächerförmig.
Eventualiter, eventuell. Diese fremden Wörter kön-nen wir bald durch möglich, bald durch Fall oder mög-
2yk
sicher Fass, bald durch Vorsichtsweise ersetzen. „Es mußzum voraus aus Maßregeln bei dem möglichen (even-tuellen) Einbruch der Feinde gedacht werden." Auf denFass oder auf den möglichen Fall feines Todes. Wirwollen Vorsichtsweise oder auf mögliche Falle festsetzen.In omnem eventum, auf jeden Fall. Lonus even-tus , der gute Ausgang.
Eversion, die Umwersung oder das Umwerfen, derUmsturz.
Evertiren, umwerfen, umstürzen.
Evicdon, die Gewahr, die Gewahrschast, oder Ge-währleistung. Man versteht darunter sowol die über-nommene Derpstichtung, einen gegen alle Ansprüche aneine erworbene Sache sicher zustellen, als auch dieVcr-bürgung, daß das Erworbene der Zahl, dem Gewichte,dem Werthe oder dem Ertrage nach, wirklich so befun-den werden soll, wie es angegeben worden ist.
Evidenunent (spr. ewidamang), augenscheinlich, ange-sichts. Das letzte hat drei Bedeutungen: r. augen-scheinlich :
Denn so viel zeigt sich angesichts.
Du kannst nicht mahlen, sie nicht leiern.
Wieland.
Latinus sah hier angesichts.
Hisir. Bilderbüchlcin.
2 . augenblicklich:
Wer Erde liebt, liebt das, was endlich ang esichts
Wenn Gott gebeut, zcrsircubt.
Log au.
Z. für Im Angcsichte: Angesichts der ganzen Stadt.
Ad. kannte nur die zweite und dritte Bedeutung.
Evident, augenscheinlich, handgreiflich. Haltaus hatersichtig dafür, welches dem fremden Worte buchstäblichantwortet, besser aber ersichtlich lauten würde. E§kann etwas gewiß sein, ohne evident zu sein. Zu die-sem letzten gehört, daß die Sache nicht cistbewiesen, amwenigsten wcitläuflig bewiesen zu werden braucht, weilsie sich entweder (wie z. B. ein Grundsatz, Axiom) un-mittelbar dem Verstände, oder (wie z. 23. eine unmittel-bare Erfahrung) den Sinnen aufdringt. Und eben die-ses denken wir auch bei augenscheinlich und handgreiflich.
Evidenz, der Augenschein, die Augenscheinlichkeit, dieHandgreiflichkeit, die anschauende Gewißheit. Diesenletzten Ausdruck hat Kant dafür gewählt. Gewiß-heit schlechtweg sagt weniger. S. Evident. „Die Fran-zosen, sagt Eb erh ard, gebrauchen das Wort evi-dent häufig für gewiß, und da wir das Franz. Wortauch in die Deutsche Sprache aufgenommen haben (wirk-lich?), so hat das zu der Verwechselung der Evidenzund Gewißheit Gelegenheit gegeben."
E vinciren, erweisen, darthun, leisten.
Evitiren, vermeiden.
Evoeadon, -die Vorladung vor ein fremdes oder auchhöheres Gericht.
£>o 2
Evo~