Epii
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Epid Epii
■eontagiös. Ich erinnere mich irgendwo für epide-misch landgangig gefunden zu haben, wodurch der Be-griff nicht uneben bezeichnet wird.
Epidermis, die Oberhaut.
Epigennesis, die Entstehung der thierischen und Pstan-zenkörper durch allmählige Bildung, bei welcher ein Theilnach dem andern geformt wird. Sie wird der'Evolu-tion oder Entwickelung, entgegengesetzt, bei deren An-nahme behauptet wird, daß in dem rohen Urstoffe derorganischen Körper schon der ganze Körper, nach allenseinen Theilen, aber eingewickelt, vorhanden sei, unddaß daher bei der Erzeugung nur eine Entwickelungdieser Theile, kernesweges aber eine allmahlige Formungeines Theils nach dem andern, Statt finde. Man kannfür Epigennesis die allmahlige Bildung, und fürEvolution die Entwickelung sagen.
Epigramm; eigentlich eine Ueberschrift oder Inschrift;dann ein Sinngedicht.
Epigrammatisch; in den meisten Fällen (so oft es näm-lich nicht als Nebrnwort, sondern als Beiwort gebrauchtwird) können wir es dadurch umgehen, daß wir dieSachwörter Sinngedicht f. epigrammatisches Ge-dicht, und Sinndichtcr f. epigrammatischer Dichtergebrauchen. Wo dieses nicht thunlich ist, d. i. da, woepigrammatisch als Nebenwort oder Beschaffenheits-wort vorkommt, ließe sich stnngedichtlich dackrr bilden,wenn dieses Wort nur etwas weniger schwerfällig wäre.Aber was hindert uns die Ableitung, nicht von demSachworte Gedicht, sondern von dem Zeitworte dich-ten zu machen, und sinndichtlich zu sagen, so wie wirschicklich von schicken, nicht gcschicklich von Geschick,gebildet haben. Würde dieses genehmiget, so könnteman z. B. sagen: „Seine Schreib-art artet hin undwieder ins Sinndichtliche aus. Sein Witz ist gedehnt,um sinndichtlich zu sein."
Epigrummatist , oder Epigrammatiker, ein Sinn-dichter. „Logau und andere Deutsche Sinndichter."Heynatz versichert, daß dis Wort schon längst, alsoeher als ich.es vorschlug, gebraucht sei; gleichwol hatAd. es bis jetzt noch nicht ausgenommen. Catel hates in dem Wörtcrbuche der Acadcmie für Epigramma-,liste angesetzt.
Epigraph, die Ueberschrift.
Epilene, ein Winzer- oder Kelterlied.
Epilepsie. Stutz tadelt mit Recht den bisher gewöhn-lichen Ausdruck, fallende Sucht, weil nicht die Sucht,sondern die damit behaftete Person, zu Boden fällt;und schlägt Fallsucht, nach Schlafsucht gebildet, vor.Nach Ad. ist dieses in einigen Gegenden schon gebräuch-lich (S. Sucht); es verdiente aber allgemein einge-führt zu werden. Es läßt sich zwar dagegen einwen-den, daß das Wort Sucht, für Seuche veraltet sei,und daß es jetzt nur noch uneigentlich für böse Fertig-keiten und Leidenschaft gebraucht werde. Dis ist zwar
Epis
wahr, aber nur insofern das Wort für sich allein ge-braucht wird; in Zusammensetzungen hingegen ist esnoch immer, für Seuche genommen, allgemein ge-bräuchlich. Wir sagen die Schwindsucht, Gelbsucht,Lungensucht, Wassersucht u. s. w. Selbst in dem Aus-drucke fallende Sucht ist es beibehalten worden, unge-achtet es hier nicht zusammengesetzt ist. Das Wort Fall-sucht ist also untadclhaft. Sonst haben wir für Epi-lepsie noch die Ausdrücke: der Jammer, das böseWesen, das schwere Gebrechen; in Preußen sagt mandas Höchste dafür. Eine andere bekannte Benennungdieser Krankheit wird, weil sie ein Volksstuch gewordenist, von keinem gesitteten Menschen ausgesprochen.
Epileptisch, fallsüchtig, wie schwindsüchtig.
Epilog, die Schlußrede. Nachrede, welches Heynatzdafür angesetzt hat, ist in seiner nncigentlichen Bedeu-tung, für Verlaumdung, zu gebräuchlich, als daß esjetzt noch für Epilog eingeführt werden konnte.
Epinicien, Epinicia, Siegcsfeste.
Epinös, Franz, epineux, schlich; auch haklich, wel-ches Bodc, ich weiß nicht.warum, in hecklich ver-wandelt hak: „Es ist ein heiklichcs Unterfangen" Hak-lich bedeutet auch reizbar, oder leicht empfindlich wer-dend; und man hat ein Sachwert, die Haklichkeit, f.große Empfindlichkeit, davon abgeleitet: „Nur muß
man sich hüten, ihr (der Franzosen) Point d’honneurzu berühren. An diesen Plätzchen sind sie sehr kitzlich.Diese Haklichkeit ist weder eine Tugend, noch eineWirkung der Tugend." Ungenannter. Das Bild scheintmir von Kletten hergenommen zu sein, die, wenn manihnen zu nahekommt, mit ihren Häkchen einfassen, undsich an dem sie berührenden Gegenstände festhalten. Ad.hat weder haklich, noch Haklichkeit.
Epiphania, die Erscheinung. Am zweiten, am drittenSonntage nach dern Feste der Erscheinung.
Epiphonema , ein Schlußgedankc, d. i. ein merkwür-diger oder sinnreicher Gedanke, womit man einen Ver-trag, gleichsam als mit einer Schlußsolgc endiget, diesich aus dem ergibt, was man vorgetragen hat. Aus-ruf, welches Catel dafür hat ist zu unbestimmt.
Epiplerosis, in der Arzeneikunst, die Uebcrfalle derSchlag-adern.
Episch. Ein bequemes Deutsches Beiwort dürfte schwer-lich dafür zu finden sein; denn heldengcdichtlich., daseinzige, welches sich darbietet, möchte wol nicht vieleLiebhaber finden. Allein wir können und auch hier, wichin so vielen andern Fallen, durch Zusammensetzungenmit Sachwörtern helfen, wodurch das Bedürfniß einBcilegungswort zu haben, umgangen wird. Ein epi-sches Gedicht nämlich ist ein Heldengedicht; ein epi-scher Dichter ein Heldendichtrr. Aber die epischeVersart, der episcEe Gang eines Gedichts ‘i Nun,dafür können wir die Vers-art, der Gang des Hel-dengedichts sagen.
Nn Z Episco