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gende oder Umschreibende, oder auch der Ileberträgerdafür sagen; besser aber möchte es wol sein, nach derÄehnlichkcitdcs Ausdrucks Unterschriebener, Hinterschrie-bener dafür zu bilden. Denn so wie der Unterschriebenederjenige ist, der seinen Namen unter etwas geschriebenhat, so scheint der Hinterschriebcne auf völlig gleicheWeise denjenigen" zu bezeichnen, der seinen Namen hin-rer etwas (auf die Rückseite des Wechsels) schrieb. Mankönnte also sagen: N. N. ist nicht der Aussteller desWechsels, sondern nur einer der Hinterschriebenen.
Endossiren (für. angdossiren), wofür man auch indossi-ren hört, (von en, in, und dos, der Rücken oderdie Rückseite) einen Wechsel an einen andern übertra-gen, weiches geschieht, indem der Inhaber aufden Rü-cken dcS Wechsels die Worte schreibt: Für mich auN. N., oder auch, statt dieser Worte, nur seinen Na-men und den Tag der Uebcrtragung hinzusetzt. Man be-dient sich für diese Handlung auch des Worts giriren,umschreiben.
Energie. Die dafür von mir vorgeschlagenen Wörter,Vollkraft und Krastsüsse, sind von den meisten meinerBeurthcilcr, z. B. in der Bibl. der schönen Wissenschaf-ren, in der Jen. Lit. Zeit. und von Stutz unter dieglücklich gebildeten, von andern hingegen unter die ab-geschmackten gezahlt worden. Enndantur ab his , cul-pantur ab illis. Mir scheinen sie noch immer untadcl-haft zu sein, und ich habe deswegen kein Bedenken ge-tragen, sie zu gebrauchen: „Alle diejenigen Laster, wel-che Kraftfülle voraussetzen.^ Theophron. Wir sindNämlich, gleich den Franken, gewohnt, bei Energie nichtsowol an Kraft oder Wirkkraft überhaupt, als vielmehran einen hohen Grad derselben zu denken, und daraufdeuten in jenen Zilsammensetzungen die Wörter voll undFülle. Man findet auch Thatkraft dafür, welches eineKraft bezeichnet, die sich durch Thaten äußert. Es gibtaber Fälle, wo dieses gar nicht paßt, wie wenn manvon der Energie des Ausdrucks redet. Heynatz billi-get zwar beide von mir vorgeschlagene Wörter, findetaber doch, daß Kraftfälle das bessere sei. Allein vondiesem läßt sich keine Ableitung für energisch, wie vonVollkraft machen.
Energisch, vollkraftig. Lav ater hat dis neue Wortschon gebraucht. Er redete und handelte energisch, voll-kräftig, mit oder aus Kraftfülle.
Eiiergumenus, Franz. Energumene, ein Besessener,ein Schwärmer, Tollhäusler.
Enerviren, entnerven, schwächen.
Ensantin (spr. angfangtäng). Wir hatten, so viel ich weiß,für den Begriff, den dieser Franz. Ausdruck bezeichnet,kein eigenes, ihn ohne Zusatz wiedergebendes Wort;denn unser kindisch erweckt, wie die meisten Beiwörterund Nebeuwörter in isch, die nicht von Eigennamen(nominibus propriis) abgeleitet sind, den Nebenbe-griff des Fehlerhaften vder Tadelnswürdigen; unser kind-
lich hingegen deutet auf etwas sittliches , auf die Ge-sinnungen eines Kindes gegen seine Eltern. ES schien«nS also ein allgemeines Wort zu fehlen, um überhaupt,und ohne jene Nebenbegriffe, dasjenige, zu bezeichnen,was Kindern eigen ist. Ich schlug daher vor, für die-sen Begriff das Wort kinderlich zu bilden, so wie.Wieland einst von Schwärmer (um den Nebenbe-griff des Tadelnswürdigen, welchen schwärmerisch mitsick führt, zu vermeiden) schwärmerlich mit Beifall bil-dete. Dann hätten wir für die drei verschiedenen Begrif-fe, welche die Franken durch pueril, enfantin. unbiilial bezeichnen, gleichfalls drei verschiedene Wörter,undkönnten sagen; die kindlichen Gesinnungen des Kna-ben sind hier zwar kinderlid), aber doch nicht kindischausgedruckt. Bis jetzt ist mir noch kein Unheil über die-sen Vorschlag bekannt geworden; mir selbst aber bieretsich jetzt ein Einwurf dagegen dar, den ich zu weitererPrüfung herseye, weil es mir wichtiger ist, zu verhü-ten, daß nichts sprachwidriges in unsere Sprache kom-me, als der Ehre theilhaftig zu werden, ein von mirgebildetes Wort in unsern Sprachschatz aufgenommen zusehen. Kinderlich ist aus einem Sachwvrke, in derMehrzahl genommen (Kinder), und der Ableitungssil-be lich zusammengesi'tzt; erlaubt die Deutsche Spräch-ähnlichkeit solche Zusammensetzungen? Die Regel scheintzu sein: daß das Sachwort, dem eine Ableitungssilbeangelöthet wird, in der Einzahl stehen müsse; denn wirsagen weiblich, männlich, kindisch, nicht weiberlich,mannerlich und kiuderisch. Es fragt sich nun: gibt eSAusnahmen von dieser Regel, und gibt rS deren in hin-reichender Anzahl, um eine, wenn gleich untergeordne-te, doch für die neue Wortbildung gültige Aehnlichkeits-regel, davon abziehen zu dürfen? Mir fallen zunächstväterlich und brüderlich ein, welche aus Vater undBruder zusammengesetzt zu sein schienen; die aber dochwol nur aus Vater und Bruder, welchen man demUmlaut gab (wie männlich für männlich), entstandensein dürsten. Aber weiberhaft, kinderhast, manner-haft, weibermaßig, kalber-artig u. bergt. ? Hier sinddoch wirklich Sachwörker in der Mehrzahl; nur daßes freilich nicht die Ableitungssilbe lich, sondern haftu. s. w. ist, die man damit verbunden hat. Macht diseinen Unterschied? Und welchen? Ich bitte um Prüfung.Enhlade (spr. Angfilade), eine ununterbrochene Reihe oderFolgereihe von Dingen, z. B. von Zimmern. Catelhat für diese bestimmte Bedeutung Zimmerreihe angesetzt.Entiliren (spr. angfiliren) , eigentlich einfädeln, anreihen,z. B. Perlen; uneigentlich wird es für verwickeln oderverstricken gebraucht, z.B. er enfilirte mich dergestalt,daß ich mich gar nicht wieder losmachen konnte. Inder Kriegessprache heißt es der Lange nach bestrcrchen.Enfin (spr. ansang), endlich oder kurz. Werden unsereNachkommen nicht lachen, wenn sie hören, daß die ge-bildeten Deutschen des i£j. Jahrhunderts, lieber dieses
Franz.