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gen: er ist eine seltsame Ausgabe von Menschen. Manunterscheidet übrigens Auflage und Ausgabe, indem in anunter jener bloß einen neuen, unveränderten Ab druck,unter dieser einen neuen Abdruck nach vorhergegangenerVeränderung, oder Verbesserung, versteht. Editio do-cumentorum, heißt in der Rechtssprache, die Auslie-ferung oder Aushändigung der Urkunden»
Editor, der Herausgeber»
Education, die Erziehung.
Educt, etwas, welches durch Ausziehen aus einer Sacheentsteht; also ein Auszug. Es wird dem Product, demErzeugnisse, entgegengesetzt.
Eflaciren, Franz, effacer, auslöschen, vertilgen.
Effurirt, verstört, verblüfft» Ueber dieses letzte Wortsteh. oben unter Eblouivt.
Effect, die Wirkung, der Erfolg.
Effecten, die Habe, das Vermögen, die Habschaft oderdie Habseligkeit; letztes von dem veralteten habselig,reich an Habe und Gütern. Für Staatseffekten könnenwir Staatsvermögen sagen. Man versteht gewöhnlichdie Staatspapiere, Bankzettel oder Stocks darunter.
Effectiv, wirklich, z. B. das wirkliche Vermögen, imGegensatze des eingebildeten, imaginairen.
Effective oder effectivement (spr. effectiw'mang), wirk-lich, in der That.
Effeemiren, bewirken, ausrichten, bewerkstelligen, zuStande bringen. In N. D. spricht und schreibt man be-würben, welches aber der Aehnlichkeitsregel minder ge-mäß ist, weil das Stammwort Werk lautet, und dase in Ableitungen gewöhnlich in l, nicht in ü übergeht.
Effeminiren, weibisch machen. Man könnte auch ver-weiblichen dafür bilden. Log au hat das Zeitwort ver-meiden, so wie das Sachwort, Weibling, für weibi-scher Mensch, versucht:
An den Weibling Sabinus.
Ob Mann und Weib sich gleich in Einen Leib
verleiben,
Sabin, so darf der Mann doch darum nicht ver-
weiben.
Effend!, ein Türkischer Ehrentitel für alle, welche eineStaatsbedienung bekleiden, oder die Gesetze handhaben.Da nun die ganze Gelehrsamkeit bei diesem Volke fastnur in der Kenntniß und Anwendung der Gesetze be-steht, so kann man sagen, daß Eflendi auch einen Ge-lehrten bezeichnet und ungefähr unserm Doctor antwor-tet. „Er wird daher dem Muffri sowol, als den Prie-stern in den Moscheen, dem Großkanzler des Reichs(Reis-Effendi), den Gesandten und Rechtsgelehrten,als dem geringsten Schreiber beigelegt, und dem Na-men nachgesetzt, statt daß wir unserDoctor vorzusetzenpflegen. Achmet Effendl wäre also Doctor Achmet."Roths Gemeinnütziges Lexieon. Zu Algier lassen sichalle Türken, selbst die gemeinen Janitscharen, von denEingebohrnen Effeudi nennen. Stambol-Efl'endi ist
Elle Egal
der Dberrichter zu KoNstantinopel. S. Jägers Zei-tuugslexicon.
Effervescence (spr. Efferwessangf), das Aufwallen, Auf-brausen. W i e l a n d hat auch Ueberwallung dafür:„Sie wissen nichts von der falschen Schaam, die from-men Ueberwallungen der Natur und des Herzens vorfremden Blicken zu verberge»."
Efftgies, das Bildlich. Man sagt: einen in effigie auf-hangen , verbrennen u. s. w», das ist, im Bilde, wenndie Strafe, in Ermangelung der Person, an dem Bild-nisse derselben vollzogen wird.
EffLeurireu (spr. efflöriren), leicht berühren, streifen.
Efllorescenz, daS Aufblühen. In folgender Stelle hat-te Herder Blühestand oder Blühezcit dafür setzenkönnen: „Die Fortpflanzung ist nur Efflorescenz desWachsthums." Nach A d. (S. Blüheir) ist Blühezcitnur Ö. D., im H. D. soll man Blüthzeit dafür sagenmüssen. Warum nicht beides? Und um die Harte desletzten zu mildern , warum nicht Blüthezeit? Efflores-centia scorbutica, „dic Ncffelkrankheit, welche in klei-nen rothen Blattcrchcn besteht, und großes Jucken ver-ursachet" Encyklopädisches Wörterbuch»
Efftnresciren, aufblühen.
Efiiuvia, die Ausflüsse, Ausdünstungen»
Effodiren, ausgraben.
Effort (spr. Effohr), die Anstrengung. Sich einen Ef-fort oder Elforts geben, heißt, sich anstrengen, seineKräfte zusammennehmen oder zusammenraffen.
Effm^anr (man svr. effrajant), fürchterlich, schrecklich.
Effr'nte (spr. cffronleh), unverschämt, frech. Einigehaben auch stirnlos dafür versucht» S. Effronterie.
Effronterie, die Frechheit, Unverschämtheit. Hcynatzhat auch Stirnlostgkeit dafür angesetzt. Dis kommtzwar, dem Buchstaben nach, mit dem Franzöllsch. Wor-te überein ; scheint aber zu unserer Vorsiellungsart, nachwelcher der Unverschämte eher zu viel, als zu wenigStirn hat, nicht recht zu paffen. Wir sagen von einemUnverschämten: er hat eine harte, eine eiserne Stirn;aber nicht: er hat keine Stirn. Wir sagen sogar auchschlechtweg: er hat die Stirn, dis oder das zu sagenoder zu thun. Da also Stirn in unserer Sprache einBild der Unverschämtheit ist: so können wir den Be-griff Unverschämtheit selbst nicht durch Stirnlostgkeit be-zeichnen. Indeß finde ich stirnlos und Stirnlostgkeitauch von guten Schriftstellern, z. B. von einem Unge-nannten in Wielands Merkur (1798. März. S.354.) gebraucht.
Effronti; t (Franz, effronte, spr. cffronleh), frech, un-verschämt.
Effusion^ die Ergießung.
Egal, gleich, eben, einerlei, gleichviel. L'est egal,das thut nichts oder schadet Ntcht.
Egalisation, die Gleichmachung.
Egal!-