Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
267
Einzelbild herunterladen
 

Droi

Drol

Duoa

Drag

Dragoman ob« Drogeman, beiden Türken, ein Doll-metscher.

Drama. Dieses Wort hat, wie unser Schauspiel, einedoppelte Bedeutung, 1. eine allgemeine, worin es je-des Stück bezeichnet, welches auf der Bühne vorgestelltwerden kann, es sei Lustspiel oder Trauerspiel; 2, einebesondere, erst in neuern Zeiten entstandene, Mittelgat-tung zwischen Lustspiel und Trauerspiel, d. i. ein Stück,welches vornehmlich darauf angelegt ist, daß es rührensoll, ohne wie ein Trauerspiel zu endigen. Die Deut-schen haben das Wort Schauspiel, in engerer Bedeu-tung, dafür gewählt.

Dramatisch, schauspiel-arrig oder schauspielmäßig. Oftkönnen wir auch bis Beiwort durch Zusammensetzungenmit Schauspiel umgehen; z. V. die Schauspielkunst,die Schauspielsprache, f. dramatische.

Dramaturg, der Schauspiellehrcr, d. i. einer der dieRegeln des Schauspiels entwickelt und sie anwenden lehrt.

Dramamrgis, die Schauspieilehre, oder Schauspiel-kunde.

Drap darpent (spr. Dradargäng), Silberstoff; nichtSilberstuck, wie Hepnatz hat.

Drap dor (spr. Dradohr), Goldstoff, nicht Goldstück.

Draperie (spr. Drapperih), in den schönen Künsten, dasGewand, oder die Gewänder.

Drapiren, die Gewänder darstellen. Man sagt: dasStück ist gut oder schlecht drapirt, d. i. die Gewändersind gut oder schlecht ausgedruckt, nachgeahmt, darge-stellt, gelegt.

Drastisch, in der Arzeneikunst, stark oder kräftig wirkend,z. B. ein solches Arzeneimittel. Neulich Haben wir auchein drastisches Schauspiel bekommen ; womit der Ver-fasser ein solches bezeichnen wollte, welches, gleich dendrastischen oder Heroischen Arzeneimittteln, auf Lebenund Tod geht.

Dressiien, von Hunden gesagt, abrichten, von Pfer-den, zureiten, von Menschen, ein-üben. Klingethat auch einschulen dafür gebildet:Er hatte seinenHof so eingeschult, daß alles wie ein Uhrwerk ging."

Drogüiste (spr. Drogist), ein Specereihandler^ DasWort Specerei muß wol für eingebürgert gelten.

Droit dAubaine (spr. Sroab dobän'), Lat. Ius Albi-nagii, ein Recht, die Hinterlassenschaft eines Fremdeneinzuziehen. Ob dieses Recht auch jetzt noch in Frank-reich gelte, oder durch die neue Ordnung der Dinge ab-geschafft sei, ist mir nickt bekannt.

Droiture (spr. Drvätühr'), die Geradheit, Rcchkschaffen-heit; auch der Geradsinn, wovon man auch das Beile-gungswort geradsmnig ableiten kann. Ehemahls hatteAd. das Wort Geradheit garnicht; in der neuen Aus-gabe hat er es zwar aufgenommen, aber nur in dereigentlichen Bedeutung für die Eigenschaft des Gerade-seins. Es wird aber in neuern Schriften auch sehr häu-fig in uneigentlichem Sinne, wie das Französische droi-

2s>7

tnre, für die Aufrichtigkeit und Offenheit des Gemüthsgebrauckt.Die Geradheit eines ehrlichen Mannes."Skize von Wicm

Drolerle, die Drolligkeit. Bürger hat auch Schnür-rigkeit dafür gesagt:

Ein Kranz von klugen, nur nicht stolzen Leuten >Die sich auf Witz vcrstehn und Schnurrigkeiien.

Dromedar, ein Trainpelrhier. Luther hat es durchLäufer übersetzt.

Drosometer, der Thaumesser.

Druiden, Priester der Celten.

Dryade. eine Waldgvttinn, ein Waldgrisi; oder wollenwir lieber Waldgeistmadchen sagen

Dualist,in der Lehre von derEwigkcit, derjenige, wel-cher einigen Anserwählten die Seligkeit, allen übrigenaber die ewige Verdanunniß zuspricht." Kant. Es be-darf, hoffe ick, für diese gotteslästerliche Lehre in Deutsch-land keiner Benennung mehr. Einen Dualisien in der

. reinen Seelenlehre nennt ebenderselbe denjenigen, wel-cher die mögliche Gewißheit von Gegenständen äußererSinne behauptet; weil es, bei angenommener Richtig-keit dieser Behauptung, zweierlei, der. Art nach verschie-dene Wesen, erkennende und erkannte gibt. Die Be-hauptung selbst wird in jenem Lehrgebäude Mit der Be-nennung Dualismus bezeichnet.

Dubios, zweifelhaft.

Dubium, dubia, der Zweifel, die Zweifel,

Duhitiren , zweifeln, anstehen.

Dubletten. S. Doubletten.

Dubliren. S. Doublieeu. ,,

Ductii, was sich in die Länge ziehen läßt, zähe, dchn-bar, streckbar.

Ductilität, die Zahheit, minder gnt, obgleich gebräuch-lich, die Zähigkeit. G ch lcr, im physikal. Wörtcrb.,hat auch Dehnbarkeit und Streckbarkett dafür angesetzt.

Duell, der Zweikampf.

Duellant, der Zwcikampftr.

Duelliren, sich schlagen, einen Zwcikampf haben.

Duett j in der Tonkunst. Ich habe in meiner PreisschriftZweigesang oder Zweisang, und wenn von einem Ton-spiele ohne Gesänge die Rede ist, Zweispiel dafür vor-geschlagen. Eschen bürg billigte zwar das erste, füg-te ihm aber den Ausdruck Doppelgesang, als schon ein-geführt, bei. Da müßte man denn das Duett ohne Ge-sang Doppelspiel nennen. Zwcigesang hat Eatcl auf-genommen.

Dulcification, die Versüßung:

Duodecime , in der Tonkunst, ein Intervall, dessen bei-de Töne um zwölf diatonische Stufen von einander ab-stehen. Eschenbu rg.

duodenum , oder Dodecadacdylurn, der Zwölffin-gerdarm.

Duodez die Zwölftelform. S. Folio. Ein Werk titZwölstelform.

2 Dnodra-