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1 (1808) A - E
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Domi

Dos

Dos

den Reisen eines Franzosen durch Deutschland, zuerstgebraucht. Ad. tadelt diesen Ausdruck:weil er einewörtliche Ucbersctzung des Französischen dominer sei,"und will, daß man bestreichen dafür sagen soll. Alleini. ist ja nicht jede wörtliche Ucbersctzung deswegen, weilsie wörtlich ist, verwerflich; und 2. paßt bestreichennur in die Kriegessprache. Auch sind es eigentlich dieKanonen, allenfalls auch die Festungswerke, nicht dieAnhöhe, worauf Liese sind, welche die niedrigere Ge-gend bestreichen.

Dominium, das Herrschafts- oder Eigenthumsrecht; dasEigenthum.

Domino, ein Mummcreimantel. Man könnte auch Lar-venmantel sagen, weil er von einer Larve begleitet odernur mit einer Larve zugleich getragen wird. Ich ver-muthe, daß das Holland. Lcbanslooper ursprünglichauch einen Domino bezeichnete; denn man sagte ehe-mahls auch Mummenschanze für Masquerade, weilSchanze (Franz. Chance) damahls so viel als Spielbezeichnete. Schanslooper konnte also ein Kleidungs-stück heißen, worin man zur Mummenschanze lief, oderauf der Mummenschanze herumlief.

Domiuus, Herr. Ungeachtet beide Wörter völlig einer-lei bedeuten, so gebrauchen die Latcinischdcutschen Kan-zeleien doch oft lieber das fremde; und sagen, z. B.für Erbgrundherr, dominus directus, für Lehnsherr,dominus feudi, für Erbherr, dominus hereditarius,für Gerichtsherr, dominus jurisdictionis, für Eigcn-thumshcrr, dominus proprietatis u. s. w. Welcherlächerliche Kitzel, Lateinisch zu reden, wo man Deutschreden soll und kann!

Don, aus Dominus , Herr, gebildet, eineEhrenbcnen-nung, welche in Spanien und Portugal den Männernder ersten Klasse, oder des hohen Adels gegeben wird.

Donatarius, in der Rechts spräche, einer dem etwas ge-schenkt wird, der Beschenkte.

Donation, die Schenkung. Donatio inter rivos , ehne Schenkung unter Lebenden; mortis caussa,auf den Fall des Todes; ad pias caussas, zu mil-den Stiftungen;- remuneratoria, eine vergelten-de , eine Schenkung aus Dankbarkeit; relata, ei-ne bedingte; onerosa, eine belastete, die der Ge-ber , wegen Undankbarkeit des Empfängers, zurückneh-men kann.

Don gratuit, auch Donativ- oder khäsentgeldcr, ge-nannt, ein freiwilliges Geschenk, welches die bevor-rechtigten Stände dem Landcsherrn machen.

Dormeuse (spr. Dormöse), eine Schlafhaube oder Nacht-haube. In Frankreich hat man auch eine Art Wagen,Dormeuses genannt, die so gemacht sind, daß manbequem darin schlafen kann. Diese könnte man aufDeutsch Schlafwagen nennen.

Dos. Dieses Lat. Wort wird in der Rechtsfprache für die

Dt°ag

gleichbedeutenden Deutschen: Mitgäbe, Mitgift undHeirathsgut gebraucht.

Dos ados (spr. Dos' a doh), in der Tanzkunst. Rückenan Rücken, oder mit dem Rücken gegen einander ge-kehrt.

Dos ä'ane (fpr. Doh dahn'), in der Baukunst, der Efels-rücken, d. i. ein Gcwölbebogen von Gothischer Form,der, gleich einem Efelsrücken oben spitz zusammenläuft.

Dose, für Büchse, ist nach Ad. Vermuthung DeutschenUrsprungs. Sollte dieses aber auch nicht sein, so dürf-ten wir es doch für eingcbürgett halten, weil es unsereSprach-ähnlichkcit hak, und in die Volkssprache aufge-nommen worden ist.

Dosis. Hall er und andere ärzliche Schriftsteller habendas Wort Gabe schon ziemlich allgemein dafür einge-führt.Man versucht es erst mit kleinern Gaben."Marcus Herz. Auch Wielan d hat es:Es istunmöglich, das, was man Seele nennt, in kleinererGabe zu haben." Das N. D. Gift, welches ich ehe-mahls dafür vorschlug, muß diesem nachstehen, theilsweil Gabe allgemeiner bekannt ist, theils weil jenesmißverstanden und für etwas vergiftendes genommenwerden könnte. Indeß ist es doch in der Zusammense-tzung Mitgift allgemein bekannt und üblich.

Dotalia pacta, in der Rechtssprache, Verträge die Mit-gift betreffend; also Mitgiftsvertrage.

Dotalitinm, das Leibgedinge, das Witthum.

Dotireu, ausstatten, aussteuern, begaben. Das Wortwird aber auch von Kirchen und frommen Stiftungengebraucht, wo es gleichfalls durch begaben ersetzt wer-den kann.

Dotirung, die Begabung, das Begaben.

Doublette (fpr. Dublette), 1. ein Doppelstück, d. i. einStück, z.B. ein Buch, eine Schaumünze, ein Kupfer-stich u. s.w., welches zweimahl da ist. 2. Ein falscherEdelstein, aus zwei Stücken Kristall und einem dazwi-schenliegenden Glanzblatte gemacht.

Doubliren ( spr. dubliren), verdoppeln; in der Schiff-fahrt , umsegeln, z. B, ein Vorgebirge.

Doubliruug (fpr. Dublirung), die Verdoppelung.

Doucemeut (spr.Duß'mang),sachte, leise, ohne Geräusch.

Douceur (spr. Dußöhr), 1. die Süßigkeit oder Süße;2. die Sanftheit, wie Reinheit, Blindheit, Grobheitu. s.w. gebildet; 3. ein Trinkgeld, Biergeld, Geschenk,eine Erkenntlichkeit, eine Verehrung.

Douplicitd. S. Duplicität.

Doxologie, die Verherrlichungsformel. Man meint dieSchlußworte des Vaterunsers : Dein ist das Reich u. f. w.

Drachma; bei den Griffen eine Münze; bei uns einApothekergewicht, der achte Theil einer Unze, einQuentchen.

Dragde (spr. Drageh), Zuckerschroot. Man meint da-mit überzuckerte Gewürzkörner, z. B. Kümmel, Anis1». dergl.

Drago-