Doma
Dome
Domi
Dogm
Dogmaticismus. Diejenige Lchr-art > welche man mitdiesem Namen bezeichnet, ist aussder einen Seite demLce^ticismus, oder der zweifelnden, und auf der än-derndem Criticismns, oder der prüfenden und inark-fcheidenden Lehr-art entgegengesetzt. Vielleicht laßt dasWort sich durch setzende oder annehmende Lehr-art vcr»deutschen.
Dogmatisifen, Lchrincinungen aufstellen. Glaubens»lehren vortragen oder gar treiben, wie Stutz will,ist schon deswegen nicht gut gesagt, weil man nichtbloß in der Gotteslehre, sondern auch in den Vernunft-wissenschaften lange und viel dogmatisirt hat, undnoch dogmatisirt. Das Zeitwort treiben scheint hiervollends gar nicht an seinem Orte zu stehen. Da es inder katholischen Kirche nicht erlaubt ist, eigene Mei-nungen zu haben und zu äußern: so führt im Französi-schen das Wort dogmatiscr auch immer den Nebcnbe-Zriff des Irrigen oder Jrrlehrigen mit sich, daher esauch Catel in dem Wörtcrbuche der Academie durchaftcrlehrcn übersetzt hat.
Dolce (fpr. doltfche) far niente, das. Da dieser Jtal.Ausdruck in Gesprächen und Sckriften häufig vorkommt,so verdient er hier gleichfalls aufgeführt und verdeutschtzu werden. Das süße Gar - nichts - thun:
Herr Vannus ist ein Mann, der nimmermehr kann
ruhn;
Er müht sich, daß er schwitzt, im leeren Gar-
Nichtsthun.
L o g a u.
Dolce (fpr. doltfche), in der Tonkunst, lieblich.
Dolose, betrüglich, hinterlistig.
Dolus, der Betrugs die List. In der Sprache derRechtsgclehrten gibt es einen dolus bonus und dolusma-Ius^ einen guten und bösen Betrug. Unter dem er-sten versteht man eine erlaubte List, wodurch nichts bö-ses bezweckt wird; unter dem andern oder vorsetzlichcnBetrüg, wobei die Absicht zu schaden hervorleuchtet.
Dom; eigentlich eine Hochstiftskirche, dann aber aucheine Hauptkirche überhaupt. Man kann aber auch dasWort Dom selbst für eingebürgert halten, weites Deut-sche Form erhalten hat, und in der Volkssprache schongebräuchlich ist. Eben dieses gilt auch von dem WorteMünster, welches in einigen Gegenden dafür üblich ist.
Domainen oder Domainengttfcc/ werden diejenigenBesitzungen genannt, welche zum Unterhalte des Lan-desfürstcn und seines Hofstaates, überhaupt zu seinenbesondern Ausgaben bestimmt sind, und die man daherals ein Eigenthum des jedesmahligen Fürsten und sei-ner Nachfolger anzusehen pflegt, ungeachtet der Staat,dem sie gehören, ihm nur den Nießbrauch davon ange-wiesen hat. Wir haben die Wörter Kronengüter, Ta-felgütcr und Kammergüter dafür. Insofern diese Gü-ter eigentlich dem Staate gehören, könnte mgn auch
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Staatsgüter dafür sagen. Diesen Ausdruck hat R üd i-ger dafür beliebt.
Domestiquen (spr. Domestiken), Hausleüte, Hausge-sinde, Bediente. Für Domestici, welches in der Rechts-sprache vorkommt, werden in solchen Kanzelcicn, inwelchen man weniger mit dem Lat. Brocken um sich wirst,auch die Ausdrucke Brodlinge und Ehehalten (welchesDienstboten bezeichnet) gebraucht.
Domiciliirt, wohnhaft. Die Kaufleute gebrauchen dasWort domicilii en auch in Wcchselgcschäftcn. Wennz. B. einer einen Wechsel, der noch eine Zeitlang zulausen hat, demjenigen, auf den er gestellt ist, vorzei-gen läßt, um ihn von diesem annehmen (acceptiren)zu lassen, so sagt man: er habe den Wechsel domici-liren lassen, weil man nunmehr erst eigentlich mit Ge-wißheit weiß, aus welchem Hause die auf denselben zuhebende Summe erhalten werden soll, da es hingegenvor der Annahme noch zweifelhaft sein könnte, ob mansich an den Aussteller oder an den Bezogenen jenerSumme wegen werde zu halten haben. Nunmehr alsoist dem Wechsel gleichsam seine gewisse Stätte oder Woh-nung angewiesen worden. Man könnte auf Deutsch denWechsel festigen (llxiren) lassen, oder, wenn man esauf ebendieselbe bildliche Art ausdrucken wollte, ihnanjäßig machen oder ansehen lassen, dafür sagen.
Domicilium, die Wohnung. In der Rechtssprachc kommtdie,eS Latein. Wort mit folgenden Bestimmungen vor:domicilium habitationi» , der Wohn-ort; diesemwird entgegengesetzt domicilium originis , der Ge-burts-ort; ferner domicilium necessarium, der noth-gedrungene Aufenthalts-ort, welchem entgegensteht do-micilium voluntarium, der freigewühlte Auscnt-halts-ort.
Dominante, in der Tonkunst, die Quinte des Tons,woraus das. Stück gesetzt ist; oft auch des Nebentonsder Ausweichung. Die des Haupttons heißt auch dietonische Dominante.
Domination, die Herrschaft.
Domine , eine Benennung, die man in den Niederlan-den dem Pfarrer gibt. Es sieht zu erwarten, daß die-selbe, sowie unser Pastor, den vaterländischen Benen-nungen, Pfarrer und Prediger, mit der Zeit weichenwird.
Dominicaner, ein Mönch vom Orden des Dominicus.Deutscher würde das Wort klingen, wenn man Domi-niker dafür sagte.
Dominiren, herrschen, beherrschen. Auch uncigentlich:das feste Schloß domiuirt die Stadt, beherrscht sie,d. i. es liegt höher als die Stadt; man kann aus dem-selben die Stadt übersehen und beschießen. Wenn dasfremde Wort in Verbindung mit Schanzen oder Kano-nen gebraucht wird, so können wir auch bestreichcn da-für sagen. Beherrschen, in der Bedeutung, über et-was hervorragen, hat, so viel ich weiß, Risbeck inLl den