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Divi
Docu
Docu
Dogm
Dividiren, theilen.
Divination, dic Ahnung oder das Ahnen (nicht Ahn-den, ©.Presentiment.) Vorhersehen, Wahrsa-gen. Das Divinationsvermögen ist die Ahnungs- oderWahrsagckraft.
Divinireu, errathen, vorhersehen, ahnen.
Division, r. in der Rechenkunst, die Theilung, bestimm-ter, die Zahlentheilung, 2, in der Kricgessprachc, dieAbtheilung. Das Heer rückte in fünf Abtheilungen vor.Bei dem Franz Heere wird unter Division ein Unter-heer von ungefähr 10,000 Mann verstanden.
Divisor, in der Rechenkunst,^ der Theiler.
Divomum, die Ehescheidung.
Divulgation, die Verbreitung.
Divulgiren, verbreiten, aussprengen.
Dooil sspr. doßihl), gelehrig.
Docilirär, die Gelehrigkeit. Herder hat auch Lehr-haftigkcit dafür gesagt: „Die gntmüihigc Lchrhaftigkcitder Deutschen." Das Wort ist nach Wahrhaftigkeitund Boshaftigkeit gebildet. Denn so wie diese Liebe desWahren und des Bösen bezeichnen, so kann jenes Lie-be der Lehre oder zur Lehre ausdrucken.
Doctor, der Lehrer. Aber da nicht jeder Lehrer, sondernnur derjenige Doctor heißt, der von einer der gelehr-ten Zünfte die Meisterwürde und mit ihr das Recht diezu einer solchen Zunft gehörigen Kenntnisse zu lehrenund auszuüben, erhalten hat: so könnte man ihn aufDeutsch einen Freilehrer nennen, so wie man bei eini-gen Handwerken Freimcister hat, d. i. solche, welche dieErlaubniß haben, eine Werkstatt zu halten und darinzu arbeiten, ohne eigentlich Mitglieder der Zunft zu sein.Als Titel betrachtet, liegt das Wort, wie alle Titel,außerhalb unserer Gränzen. Den Rath, dergleichen Ti-tel in or, um sie weniger beleidigend für unsere Sprach-ahnlichkeit zumachen, so zu schreiben, wie der Sprach-gebrauch im gemeinen Leben sie schon lange umgebildethat — Docter, ProfesserRecter u. s. nn >—■ mußich auch hier wiederholen. Mit Apotheker f. Apothe-ca»:, ist diese nützliche Veränderung von jeher genehmi-get worden; warum sollten wir stc nicht auch bei jenenWörtern einzuführen suchen?
Dodarium, eine Gegenmitgift, die einer seiner Fraufür ihr Eingebrachtes verschreibt.
Dodeeadactylum; sieh. Duodenum.
Dodecaedron, in der Meßkunst, ein von zwölf regel-mäßigen Fünf-ecken eingeschlossener Körper; ein Zwölf-ssach. Burja. •
Dodecagon oder Dodecagonum, ein Zwölf-eck.
Document, die Urkunde. Zuweilen können wir auchder Beleg dafür sagen. Ich sage der, nicht das Beleg,weil die ähnlichen Sachwörter, die durch Weglassnngdes en von der unbestimmten Weise des Zeitworts ent-standen, z. B. der Betrag, der Beschlag, der Vor-schlag, der Antrag, der Nachtrag u. s. w. das männ-
liche Geschlecht haben. So ist es auch von Geller!und andern guten Schriftstellern gebraucht worden: „Ichwill die Abschrift als einen Beleg zu der Rechnungbringen." Ad. kennt dieses Beleg nur als ein land-schaftliches Wort, und meint die Hochdeutschen sagtendas Belege. Ehemahls war Handfeste, auch Daumen-feste, für Document gebräuchlich. „Eigentlich bedeu-tete dieses Wort eine jede Sicherheit, oder Versiche-rung, welche man mit seiner Hand gab, daher auchdas Eindrücken des Daumens in ein an die Urkundegehängtes Wachs , welches zuweilen die Stelle des Sie-gels vertrat." A d e l u n g. Der Verfas. der Sagen derVorzeit hat dieses veraltete Wort wieder erneuert:„Hier entdeckte der Kaiser die angebliche Ursache seinesGeheimthuns, Handfesten, ohne Zeugen, zu suchen."Documentum guarentigionatum, eine bewahrte Ur-kunde. Link, in dem Neuen Katechismus des Kan-zeleistils.
DoLUMemiren, beurkunden, belegen.
Dogma, ein Lehrsatz, eine Lehrmeinung. Das letztehat der Abt Henke angenommen. S. dessen Maga-zin. Kant hat das Deusche Wort Lehrspruch dafürgebraucht, welches aber besser für Aphorismen zu pas-sen scheint. S. dieses. Gerstner hat für theologi-sches dogma Glaubenssatz gewählt.
Dogmatic, in theologischer Bedeutung, der gelehrte oderwissenschaftliche Vortrag der Gottcslehre. Weil dieseLehre dadurch genauer bestimmt werden soll, so könnteman im Allgemeinen die Lehrbestimmung dafür sagen.Weil aber diejenigen, die sich damit abgaben, die Lehr-sätze der christlichen Gotteslehre näher zu bestimmen undzu entwickeln, nur gar zu oft in den Fehler verfielen,ihr Lehrgebäude mehr auf willkührliche Erklärungsar-ten und eigenmächtig angenommene Vordersätze, alsauf klare Schrifr-aussprüche und deutlich erkannte Vcr-nunftgründe, zu bauen: so ist es dahin gekommen, daßdie Wörter Dogmatic und dogmatisiren oft mit demNebcnbegriffe der willkührlichen Annahme oder Festse-tzung gebraucht werden, den wir etwa mit dem Aus-drucke Lehrsatzung (der an Menschensatzung erinnert)verbinden würden. Das Beiwort dogmatisch kann,zuweilen wenigstens, durch Zusammensetzungen mit Leh-re umgangen werden. Im Lehrtvne. Kant nimmt dasWort dogmatisch in tadelndem Sinne, nämlich zurBezeichnung derjenigen VerfaHrungsart, da man Lehr-gebäude auf Grundsätze errichtet, von welchen man nochnicht untersucht hat, wie sie entstehen, ob und in wieweit sie anwendbar sind. Für diese Bedeutung könnteman von dem Klopstockschen bcweisthümeln (S. De-monstriren) beweisthümelnd ableiten. Gerstner hatdie theologische Dogmatic Glaubenssatzung genannt,und für dogmatischer Ton den guten, auch schon ge-bräuchlichen , Ausdruck Lehrton angesetzt.
Dog-