Deca
Deci
Deci
Deci
Decaniis, der Vorsteher eines Stifts, und einer soge-nannten Facnltäk, oder Eelehrtenzunst. In der erstenBedeutung ist es in Dechant umgebildet, und in dieserForm Deutsch geworden, vorausgesetzt, daß man, wieauch gewöhnlich geschieht, den Ton auf die erste Silbesetzt, und Dcchent hören läßt: Denn nur dann erst istauch die Betonung Deutsch. Ich sehe übrigens nicht,was die Lchrzünste (Facultäten) hindern könnte, auchihren Decanus in einen Dcchent umzubilden. — De-canat, die Dechentwürde. Decanei, die Wohnungdes Dechents, die Dcchenei.
Decapitatiou, die Enthauptung, das Köpfen.
Deeapkirc, enthauptet, geköpft.
Decem (Der), der Zehcnt, oder Zehnte.
December, der Wintermonat. Jener Lat. Name deu-tet wörtlich den zehnten Monat an, weil die Römerbeim Zählen der Monate mit dem März anfingen, dadenn der December der Zehnte in der Reihe war. Karlder Große nannte ihnHeilmonat, welche Benennungnachher in Christmonat verändert wurde. Die Neu-franken haben diejenigen beiden Monate, welche zurHälfte mit dem December zusammenfallen, Frimaire,Rcifmonat, und Nivose, Schneemonat zu nennenbeliebt.
Decemvir, ein Zehnherr, d. i. einer von zehrn, welchean der Spitze der Regierung stehen.
Decemviral, zehnherrlich, z. B. die zehnherrliche Ge-walt.
Decemvirat, die Zehnherrschaft, die Würde einesZehn-herrn, diejenige Regierungsform, da zehn Herrscher diehöchste Gewalt unter sich theilen.
Decendium, ein Zeitraum von zehn Tagen, ein Tag-zehend.
Decennal, zehnjährig.
Decennium, ein Iahrzehend, d. i. ein Zeitraum vonzehn. Jahren.
Decent, schicklich, anständig, verstärkt, wohlanstän-dig; auch geziemend, ehrbar, sittsam.
Decenz, die Wohlanstandigkeit, Schicklichkeit.
Deceniiren, zuerkennen.
Decharge (spr. Descharge), die Abladung, Entledigung;in der Kriegssprache, die Salve. Sonst auch die Er-leichterung.
Deckargiren (spr. dcschargiren), abladen, entladen,lossprechen, entbinden, entledigen, überheben, feuernund eine Salve geben.
Dechiffreur (spr.Deschiffröhr), ein Entziefcrer oder Ent-zifferer.
Deckissriren , entziffern oder entziffern, entrathftln.
Decidenz, der Verfall, das Zurückkommen an Gesund-heit u. s. f.
Decidiren, entscheiden. Auch für: sich decidiren (sedecider), kann man sich entscheiden sagen. Er warlange unentschlossen, ober reisen oder bleiben sollte;
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endlich entschied er sich für das letzte. Sonst auch be-stimmen. Diese Gründe haben mich bestimmt. De-cidirend, entscheidend. Decidirt, r. entschieden, 2.entschlossen. Er ist entschlossen.
Decimable (spr. decimabl), zehentpftichtig.
Declination, die Vcrzehntnng, das Vcrzehnten, dieLosung um den zehnten Mann.
Decimal, was aus zehn Theilen oder Zehnteln besteht.Es kommt nun in Zusammensetzungen, z. B. in Deei-malbruch, Deeimal-eintheilung vor; wofür man alsoZehntelbruch, Zehntel-eintheilung, sagen kann. EineDeeimalrechnung ist eine Rechnung durch Zehntelbrö.che.
Decime, in der Tonkunst, „ein Intervall, dessen Tönezehn diatonische Stufen von einander abstehen; die Terzvon der Octave des Grundtons." Eschcnburg.
Decimken, 1. den Zehnten nehmen, zehnten. Ein Geist-licher zehnter den andern nicht, clericus clericum nondecimat; 2. den Zehnten geben, oder etwas vrrzehn»tcn. Der Abziehende muß sein Vermögen verzehnteirüberall, wo der Staat das Recht zu zehnten noch nichtaufgegeben hat.
Decipiren , hintergehen , betrieben.
Decision, die Entscheidung, der Ausspruch, der Spruch.
Decisiv, entscheidend. Ein decisiver Mensch, ein ab-sprechender.
Decisivement (spr. deeisiw'mang), entscheidend.
Decisum, ein entscheidender Richterspruch, ein Rechts»spruch, ein Urtel.
Deelamation, 1. die Kunst schon zu lesen oder vorzu-tragen, also das Kunstlesen, unterschieden von Lesekunst,welches nur auf die gemeine Geschicklichkeit im Lesen heu-. tet; und in allgemeinerer Bedeutung, wo auch das schö-ne Sprechen des Redners, Schauspielers u. s. iv. darun-ter begriffen wird, die Bortragekunst oder die Kunffdes Vorlrages, wofür oft auch Vortrag schlechtweg ge-setzt werden kann, z. B. sein Vortrag ist gut, schlecht,mittelmäßig; er besitzt die Vortragekunst oder die Kunstdes Vortrages in hohem Grade der Vollkommenheit 5man sollte die Jugend im Kunstlesen und in der Vor-tragekunst mehr und besser üben, als es leider! zu ge-schehen pflegt. Rüdigers Lautsvrechen ist dem. Be-griffe nicht angemessen, ungeachtet es mit dem Lat.. A)or-te ziemlich übereinkommt. Man kann sehr laut reden,ohne deswegen gut und schön zu reden oder zu declami-ren. Man versieht aber unter Deelamation auch 2.eine rednerische Einkleidung und Darstellung, also das,was beim Lesen oder Reden vorgetragen wird; nicht al-so die Art und Meise, wie das Lesen oder Vortragengeschieht. In diesem Sinne sagt man: es ist eine schö-ne, leere, hohle, langweilige Deelamation. Hier ha-be ich Schwungrcde, Schmuckrcde, Prunkrede (dasletzte hat Lessimg), und wenn mit Verachtung davongesprochen werden soll, Schmuckrcderci, Prunkgerrde,Wortgeklingel un°d Mortschwall dafür vorgeschlagen.