Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

2Z3

Deba

Debo

Debo

Deca

liederlicher Mensch (der bei Sang und Klang das Sei-nigc verliedert), oder gar ein lüderlicher (von Luder),der in Ausschweifungen bis zum Ekelhaften versunken ist.Ich finde, daß auch Kant den hier angegebenen Un-terschied zwischen diesen beiden Wörtern angenommenhat. S. Mclli ns Anhang zur Kunstsprache der kri-tischen Philosophie.

Debauebeur (spr. Debohschöhr), ein Verführer.

Debauchiren (spr. dcbohschiren), ausschweifen, Aus-schweifungen begeben, oder sich Ausschweifungen über-lassen, ausschweifend leben; auch schwärmen. Wir ha-ben diese Nacht geschwärmt, sagt man. Einen debau-cliiren, heißt, einen verführen, einen abwendig oder(mit LutHern zu reden) abspanstig machen oder ab-spannen. Er hat das Mädchen verführt; er hat mirmeinen Bedienten abspanstig gemacht.

Debet; i. in kaufmännischen Rechnungen, wo es demCredit entgegensteht; hier ist schon das Wort Soss oderSollen, so wie Hat oder Haben für Credit gebräuch-lich. Mein, sein oder ihr Debet, sagt nichts andersals: meine, seine oder ihre Schuld.

Debilitireu, schwachen.

Debit, die letzte Silbe gedehnt, dcrAbsatz, derBerrieb,der Verschleiß.

Debita, die Schulden. Debitum, die Schuld. De-bita portio; der Pstichttheil.

Debitoren, 1. absetzen, verkaufen; 2. uneigcntlich un-ter die Leute bringen, aussprengen, z. B. eine Nach-richt; Z. so viel als ins Debet schreiben, d. i. einemetwas als Schuld anschreiben oder berechnen. Ich ha-lbe Sie dafür mit zehn Thalern debitier d. i. ich habeIhnen dafür zehn Thaler zu Last geschrieben, oder aufIhr Soll geschrieben.

Debitor, der Schuldner, und Debitrix, die Schuld-nerinn. Lu ther hat Schuldiger dafür:Als wir ver-geben unsern Schuldigem." Dieses stimmt mit Gläu-biger übcrcin. Debitor morosus , ein saumseligerSchuldner; principalis, der Hauptschuldner;putativus , der vermeintliche.

Debitum, die Schuld; exigibile, eine zahlbare,deren Tilgung mit Recht verlangt werden kann; in-exigibile, eine unausklagbare, deren Tilgung, we-nigstens vor der Hand, noch nicht durch gerichtlichcHül-se erzwungen werden kann; liquidum, eine klare,erwiesene; illiquidem, eine unerwiesene; Debi-tum conjugale, die eheliche Pflicht; perpetuum,eine immerwährende oder unablösliche Schuld.

Debloquireu (spr. deblockircn), in der Kriegssprache, dieEinschließung oder Sperrung eines Orts oder Hafensaufheben. In der Französischen Druckersprache bedeu-tet es , einen verkehrten Buchstaben zurechtsetzen.

Debordernent (spr. Dcbord'mang), das Austreten einesFlusses; die Ergießung der Galle, eine tteberschwem-

mung, Fluch oder Ueberssuth von Vorwürfen, Schelt-worten «. s. w.

Debordiren, i. austreten, sich ergießen; 2. den Randoder die Kante wegnehmen, abrandcn abkanten oderentkannten. Ein debortirter junger Mensch, ist einausschweifender.

Debottireu, entstieseln. Eatcl.

Deboursemeut (spr. Deburs'mang), die Auszahlung,die Auslage, der Vorschuß.

Deboursiren (spr. debursiren), auszahlen, auslegen,oder vorschießen.

Debrouillken (fyr. dcbrulljiren), etwas in Verwirrunggerathenes wieder in Ordnung bringen. Herder hatdas gute Wort entwirren dafür gebildet.Wie ent-wirrt die verworrensten Geschäfte der Leidenschaft in ein-fachen Resultaten vor seinen Augen lagen."Das La-'bprinth wird sich entwirren." Ebcnd. Oft könnte manauch auswirren dafür sagen; er hat diese verwickelteSache glücklich ausgewirrt. Sonst auch entwickeln undin Drdnung bringen.

Debüt (spr. Dcbnh und debutiren, spr. debütiren). Wirhaben dafür Ansang, Antritt, Beginn, erster Auf-tritt, erste Erscheinung, und die Zeitwörter anfangen,beginnen, zum ersten mahle auftreten, seine Antritts-rolle spielen, seine Antrittsrede, Antrittspredigt, An-trittsvorlesung halten, sich zum ersten mahle zeigen,hören lassen. Beginnen und Beginn könnte man, wennman wollte, vorzüglich als Kunstwörter dafür gebrau-chen: er begann gut, schlecht, mittelmäßig. Sein Be-ginn war nicht der beste.

Decade, zehn Stück (Bücher, Tage, Jahre) zusammen-genommen , das Zehcnd. Eine Zahl von zehn Tagen,wonach die Franken jetzt ihre Zeit berechnen, würde nachder Achnlichkcit mit Jahrzehend, wenn man ganz be-stimmt reden wollte, durch Tagzehend.zu geben sein.Allein da dieses Wort etwas steifes hat, und die.ge-nauere Bestimmung gewöhnlich schon aus dem Zusam-menhange erhellet: so scheint das allgemeine Zehend auchhier für Decade hinreichend zu sein. Im dritten Ze-hend des Blumenmondcs. Die Dccadentagc oder De-cadi's, d. i. diejenigen Tage, womit die Decaden en-digen , sind Zehendtage. Am zweiten Zehendlage desSchnecmonds.

Decadence (spr. Dekadangß), die Abnahme, der Ver-fall.

Decagon , die letzte Silbe gedehnt, ein Zehn-eck.

Decalogus, die zehn Gebote.

Decamei'on, eine Zchntagsgeschichte; der Titel einesbekannten Werks dcs Jtal. Bocaccio.

Decampement (spr. Dckamp'mang), der Aufbruch.

Decampiren, das Lager abbrechen, aufbrechen; unei-gentlich abziehen, oder sich davon oder aus dem Stau-be machen.

Deca-