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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
237
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Deba

Deba

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und -Orts - angabe oder den Ausstellungstag (auch denSchrcibetag) beizufügen. Zeit und Ort fehlen. DieHolländer sagen Zeitstcllung ( Tydstelling) für Da-mm. Aber warum wollten wir, da wir Jahrzahl haben,nicht auch Tagzahl einzuführen suchen? Gerstner, einSprachfreund in Schwaben, erinnert mich, daß dieserAusdruck in derTübingischen UcberseHung der Rouffeani-schen Bekenntnisse schön wirklich gebraucht sei. Mankönnte nun wol dawider einwenden, daß das Lat.WortDatum nicht bloß den Monarstag, sondern auch dieJahrzahl in sich fasse, und daß Tagzahl deswegen zuenge sei: allein genau genommen wird die Zahl der ver-flossenen Tage doch nur dann erst bestimmt und vollstän-dig angegeben , wenn die Jahrzahl mit bemerkt wird.Die Jahrzahl scheint also in der Tagzahl mit begriffenzu sein. Will man es aber genauer damit nehmen, nunso sage man die Tag-und Jahrzahl. Der O. D.Ausdruck Gabe, für Datum, verdient nur der Voll-ständigkeit wegen angemerkt zu werden. Die Betagung,welches H e y n a tz dafür hat, könnte mißverstanden wer-den. Zeit-undOrts-angabe hat Catel aufgenommen.

Deballireil > die Waaren aus den Ballen oder Packennehmen, auspacken. Man könnte auch ausballcu undcntballen dafür sagen.

Debarcjuemeitt (spr. Dcbark'mang), das Ausschiffen,Ausladen, Landen, oder die Ausschiffung, Ausladung,Landung.

Debar^uiren (spr. dcbarkiren), ausladen oder landen,aussetzen oder ans Land setzen, und ausschiffen. DaSSchiff ist zwar schon vor acht Tagen angekommen, aberdie Güter sind noch immer nicht ausgeladen oder ge-landet. So bald man vor Anker gekommen war, wur-de die Mannschaft ausgesetzt, ans Land gesetzt, aus-geschifft.

Debarrassiren, eigentlich losmachen, loswickeln, un-eigenllich befreien. Wieland hat entbinden in dieserBedeutung gebraucht:

Von aller Furcht entbunden.

Er hat sich von diesem beschwerlichen Menschen losge-macht. Er wird sich auch aus diesen neuen Verlegen-heiten loszuwickeln wissen. Befreit von seinen ungestü-men Gläubigern. Zuweilen auch entwickeln, und her-ausarbeiten. Sein, von Vorurtheilen und Aberglau-ben gefesselter Verstand, fängt an sich zu entwickeln , sichhcraus- oder loszuarbeiten.

Debatte. Unser Wortwechsel kann diesen fremden Aus-druck nicht ersetzen; denn dieses deutet auf jede münd-liche Zänkerei; da wir hingegen bei Debatte an einenWortwechsel über irgend einen gelehrten, oder doch wich-tigen, uns persönlich nicht gerade betreffenden Gegen-stand zu denken pflegen. Man muß daher, um Gele-genheit zu geben, diese Ncbcnbcgriffe hinzuzudenken, ei-nen ungewöhnlichem und edleren Ausdruck wählen. Ichhabe Streitgespräch, und wenn das Debattiren nicht

gesprächsweise, sondern wie im Brittischen Volksrathedurch förmliche Reden geschieht, Streilreden, Kampf-reden und Redekampf dafür vorgeschlagen. Es entstandnun ein lebhafter Rcdekamps (eine lebhafte Debatte),der sich zuletzt, nachdem die Streit- und Kampsredeng-endigct waren, in ein allgemeines Streitgespräch auf-löscte.

Debattiren, kann oft durch streiten oder kämpfen schlecht-weg gegeben werden. Es wurde viel darüber gestritten.Man kämpfte lange darüber. Zuweilen paßt durch-fcchten besser. Die Sache muß erst durchgefochten wer-den. Man sing an darüber zu debattiren, kann auchdurch: es begann ein Streitgespräch oder ein Rede-kampf darüber, gegeben werden. Für die leichtereSchreib-art könnte man auch das Zeitwort Wortwech-seln bilden. Man worlwechselte viel »nd lange darü-ber. In Schwaben sagt man auch, wie Asfsprungbemerkt, wvrteln in diesem Sinne, welches Veit We-ber (Wächter. S. Sagen der Vorzeit) für laut senroder viele leidenschaftliche Worte ausstoßcn, gebrauchthat:Wörtelt Rodenberg in den Ketten?"

Debaucbe (spr. Debohsch'), überhaupt die Ausschweifung^insbesondere die Schweigern und die Liederlichkeit. Erstürzte sich in Ausschweifungen. Er fing an, schwelge-risch , liederlich und ausschweifend zu leben. Ich habebeute eine Ausschweifung in Obst-essen gemacht, oder,in Obst-essen ausgeschweift»

Debaucbe (spr. Debohscheh), ein Schmelzer, ein Wüst-ling. Dis letzte Wort ist nicht ganz neu; Schottethat es schon. Lessing und andere Neuere haben esin Umlauf gebracht. Jener hat:Ein acadcmischerHüst-ling." Insofern unter Debaucbe ein Mensch verstan-den wird, der seinen sinnlichen Lüsten den Zügel, schie-ßen läßt, kann man auch Lüstling dafür sagen:Lüst-linge waren sie oder Tiranncn." Klopstock.

Dem Prasser Braten, Wein und Fladen;

Dem Lüstling Herkules Schultern und Waden.

Neue Froschmauslen.

In einem öffentlichen Blatte verwarf neulich jemandden Gebrauch der Wörter Wüstling und Lüstling., weilsie, wie er sagte, vermöge der verkleinernden Kraft derEndsilbe ling, die Begriffe, der Absicht zuwider, nurverkleinerten, nicht als verächtlich darböten. Allein die-se Endsilbe hat eine doppelte Kraft, eine verkleinerndeund eine vcracbtlichmachendc; jene wenn das Wort, wo-mit sie verbunden ist, auf etwas natürliches (physisches),dieses, wenn es auf etwas sittliches deutet. Sie ver-kleinert also in Jüngling, Zögling, Pflegling,- Lehr-ling u. s. w., sie stellt hingegen als sittlich klein öderverächtlich dar, in Weichling, Wollüstling, Sonder-ling, Emporkömmling, Wüstling u.s. w. S. R a m-lers Abhandlung über die Deutschen Nennwörter, inden Berlinischen Beitragen zur Deutschen Sprachkun-de. Uebrigens ist der Wüstling entweder bloß rittGg 3 leident-