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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
236
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Dama

Dame

Daran

Datu

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einer anthropomorphisiischcn (vermenschlichenden) Vor-siellungsart des höchsten Wesens" beigelegt.

Damasciren , heißt, Stahl und Eisen theils mit Gold-nnd Silberfiguren auslegen, theils ihm durch cinge-grabene gewundene Striche ein krauses oder flanimich-les Ansehen geben. Die Benennung ist von der StadtDamaskus hergenommen, wo man diese Art Arbcitzu-crst zur Vollkommenheit brachte.

Dame und Demoiselle, für welches letzte man imDeutschen Mamsell zu sagen, jetzt auch zu schreiben,pflegt. Diese Französischen Wörter schon jetzt aus derUmgangssprache verbannen zu wollen, würde ein ver-gebliches Unternehmen sein. Allein was hindert uns,den Ansang zu ihrer Verbannung in der Bnchersprachezu machen? Hier wenigstens könnten wir, wenn wiewollten, ihrer füglich entbehren, wie schon der Umstandbeweiset, daß sie in der höhcrn Schrcib-art nie Platzgefunden haben, und nie Platz finden können. Klop-stock und Voß z. B. würden, auch wenn sie es ge-wollt hatten, in der Mefsiadc, Iliade und Odüssce sienie haben gebrauchen können, ohne aus ihrem erha-benen Tone auf die widerlichste und lächerlichste Weiseherauszufallen. Beide konnten nur Frauen und Inng-sranen sagen, wo wir im gemeinen Leben Dame »ndMamsell für unentbehrlich halten. Rüdiger hatDame durch Ehrenmanninn verdeutscht, welches imScherze gelten mag; im Ernste würde Ehrenfrau bes-ser sein; wobei man aber doch eher an Matrone,als an Dame denken würde. Edelfrau ist schon fürdie adelige Dame, aber nicht für die Anrede, gebräuch-lich. Für Demyiselle hat eben derselbe Schriftstel-ler Fräulein und Edelfraulein, jenes für die nichk-ade-lige, dieses für die adelige, vorgeschlagen, wobei er dieschon übliche Benennung Edelfrau im Sinne hatte. Al-lein auch Edelfraulein paßt nicht für die Anrede; auchkönnte es leicht den groben Irrthum veranlassen oderunterhalten, daß das adelige Fräulein schon von HausauS edler, als die bürgerliche Jungfrau sei. Eigentlichgebrauchen wir, so lange der Unterschied der Stande inDeutschland dauern wird, drei Deutsche Benennungenfür unverheirathete Mädchen. Denn der bürgerlichenMamsell würde es eben so sehr zu Köpfchen steigen,wenn sie mit der ehrbaren Tochter des Handwerkers ei-nerlei Namen führen sollte, als dem adeligen Fraulein,wenn man sie mit der bürgerlichen Mamsell unter ei-nerlei Benennung begreifen wollte. Hier ist ein Vor-schlag zur Güte. Wie wäre es, wenn man das ade-lige Fraulein ferner Fraulein, die Mamsell Jungfrau,und die aus der dritten Klasse, wie bisher, Jungfernnennte? In der N. D. Mund-art findet sich auchnoch das Verkleinerungswort Frauchen, welches einstauch zur Benennung junger Damen von Stande, sogarder Fürstcnlöchtcr, gebraucht wurde. Bei den Franzo-sen ist das Wort Demoiselle in den feinern Ständen

schon ganz abgekommen. Jedes junge unverheiratheteMädchen wird hier so gut, als ihre Mutter, Madamegenannt. Demoisellen sind dort nur noch was beiuns Jungfern sind. Im Kartenspiel heißt Dame Kö-niginn; und für Damspiel haben wir das DeutscheBrettspiel.

Damnum, der Schade. Es kommt in der Rechtssprachemit folgenden Beiwörtern vor: Damnum kortuitnmoder casu fortuito darum, ein zufälliger Schaden;illatum, ein zugefügter;dolo darum, ein bosli-chcr oder vorsätzlicher Weise zugefügter; irrepara-bile, ein unersetzlicher; necessarium, ein unver-meidlicher ; privativum, ein Schade, der in derEinbuße eines Vortheils besteht, eine Vortheilsberau-bung.

Datmo, der Schade oder Nachtheil. Kaufleute altesSchlages bedienen sich jenes Welschen Ausdrucks nockzuweilen statt des Deutschen. Ein vernünftiger Grunddazu ist nicht zu erdenken.

Dasymeter, ein Dichttgkcitsmcsser, ein Werkzeug, dieDichtigkeit der Luft messen.

Data, der gegebene Inhalt, der Stoss, überhaupt dasGegebene.

Dataria, die päpstliche Pfründcnkammer, welche überalle kleinere Pfänden, d. i. über diejenigen, welche jähr-lich nicht über 24 Dukaten eintragen, zu verfügen hak.Ueber die größer» entscheidet zwar der Papst selbst, aberdie Dataria nimmt doch die Bittschriften derer an, diesich darum bewerben, um sie dem Papste vorzulegen,nachdem man vorher den Tag, an welchem sie eingelau-fen (das Datum), darauf angemerkt hat. Daher derName Dataria.

Dath'en. S. Datum.

Dativ, in der Sprachlehre, der dritte Fall. S. Lasur.

Dato, a Dato oder nach Dato. S. Datum.

Datum, die Zeit - und Drts-angabe, welche einem Brie-fe oder schriftlichen Aufsätze beigefügt wird. Zeit-undOrtsangabe fehlen. Es ist ein Versehen in der Zeitan-gabe vorgefallen. Die Orts-angabe ist nicht richtig.Dato können wir oft durch heute ersetzen; a Dato,durch von heute an oder vom Tage der Unterschrift an.Was ich Ihnen gestern (unter dem gestrigen Dato) schrieb.Das Schiff hat heute (Dato) die Anker gelichtet. Inzwei Monaten von heute an (aDato). In andernFällen können wir am Tage der Ausfertigung, amAusstellungstage, am Absendungstage dafür sagen,Dativen kann oft durch ausstellen und unterzeichnen ge-geben werden ; z. B. der Brief ging zwar erst am sechs-ten ab; ich hatte ihn aber schon am vierten ausgestellt oderunterzeichnet. Oft ist das Wörtchcn von hinreißenddas fremde Wort zn ersetzen ; z. B. der Brief, die Ein-gabe, derAufsatz, ist vom i2tcnMai. Zuweilen müs-sen wir aber freilich auch zu der obigen Umschreibunggreifen: er vergißt bei seinen Briefen gewöhnlich die Zeit-

und