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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
228
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L2Z

Cour

Cred

Coyo

mit Recht erinnert, daß es eine mißliche Sache fei, ei-nem Warte, welches bisher nur einen allgemeinen Be-griff ausdruckte, wie das O. D. Zeile, gerade Linie,willkührlich eine besondere Bedeutung anweisen zu wol-len. Er erlaube, daß ich ihm diese Erinnerung hier zu-rückgebe, und das Wort Mittelwall unter den ange-führten Verdeutschungen, meinem Gefühle nach, für dasbeste erkläre.

Courtoisie (spr. Kurtoästh), überhaupt ein artiges undhöfliches oder höfisches Betragen, und insbesondere, dasfeine ritterliche Benehmen gegen das andere Geschlecht.Nur in dieser besondern Bedeutung, wo es durch rit-terliche Artigkeit oder auch durch ritterliche Weibcrver-ehrung, mit Einem Worte, durch Ritter-artigkeit oderRittersitte, erseht werden kann, kommt es im Deutschennoch zuweilen vor. Die lchtangegcbenc Verdeutschungrührt von Herdern her:Nach Frankreich wander-ten Jahrhunderte lang Edle und Fürsten, um dort dieRittersitte zu lernen."

Cousin (spr. Knsäng), der Netter. Mo riß sagt:Manbedient sich des fremden Ausdrucks, weil man sich ein-bildet, daß er vornehmer klinge. Er tönt aber abge-schmackt." Wie mag es gekommen sein, daß der Mann,der hier so richtig urtheilt, so viele andere fremde Wör-ter beibehalten wissen wollte, und zwar bloß deswegen,weil sie ihm, wenn gleich nicht vornehmer, doch besser,als Deutsche Wörter klangen!

Cousine (fpr. Kusine), Muhme, Base.

Couteau oder Couteau de chasse (spr. Kutoß oder Ku- ,toh de Schaff'), ein Hirschfänger, Jagd - oder Weid-messer.

Couvert (spr. Kuwert), i. bei Briesen, der Umschlag.Bricfscheide, welches K i n d e r l i n g dafür hat, scheintmir etwas zu gesucht zu sein. 2. Beim Essen, wo maneinen mit der Serviette belegten oder bedeckten Tellerdarunter versteht, das Gedeck. Das Wort hat zwarauch die weitere Bedeutung, daß es Tischtuch und Ser-vietten zugleich unter sich begreift; allein die engereBedeutung, in der wir es hier nehmen, ist doch auchnicht ungebräuchlich. M,an sagt: eine Tafel von zwan-zig Gedecken.

Couvertiren, bedecken, einschlagen, mit einem Um-schlage versehen.

Couverture (spr. Kuwertühr'), die Decke, der Umschlag.

Coyon (spr. Kojong , wofür man aber im-Deukschen Ku-john hört), ein nichtswürdiger Kerl, ein Taugenichts,ein Bärenhäuter, ein Schurke.

Coyonnerie, wofür man im Deutschen Kujonnerih hört,kommt nur in der Bedeutung Schelmsireich, Buben-stück und Schurkerei oder Schurkenstreich vor. ImFranzösischen bezeichnet das Wort mehr den Begriff,den wir durch Memmerei oder Bareilhauterei aus-drucken.

Coyonuiren, wofür man kujoniren hört, wie einen

Crai

nichkswürdigen Menschen, schnöde behandeln, ohne Noth,aus bloßem Muthwillen plagen. Wir haben das Wortscheeren dafür, welches aber freilich niedrig ist. Auchplacken und drillen passen für kujvniren, doch nur da,wo dieses in schwächerer Bedeutung genommen wird:

wo

Der Handel sich nicht rühren kann,

Und fängt er sich zu regen an,

Ein Visitater gleich ihn packtUnd ihn so lange drillt und plackt,

Bis mäuschenstill er wieder liegtUnd sich in seine Bande schmiegt.

Mein histor. Bilderbächlein.

Craintif ( spr. krangtihs), furchtsam, blöde.

Crals, eigentlich dick und grob; uneigenllich ungelau-tert, grobstnnlich, z. B. eine solche Vorstellung oderein solcher Begriff.

Crarer, die trichterförmige Deffnung eines feuerspeien-den Berges. Ich sehe nicht, was uns hindern könnte,Trichter oder Trichterschlund dafür zu sagen. Die nä-here Bestimmung gibt der Zusammenhang.

Cravate, das Halstuch, die Halsbinde.

Crayon (spr. Kräjong), jeder, zum Zeichnen oderLinien-ziehen gebrauchte Stift, er sei aus Blei, Rothstein,schwarzer Kreide oder einer andern Masse gemacht. Wirhaben dafür die bestimmteren Ausdrücke: Reißstift,Bleistift, Bleifeder, Reiflblei, Röthel oder Rothstift,Kreidenstift, Farbenstift und Reißkohle.

Crayonniren, mit t>cr Bleifeder, dem Reißstifte oderFarbe istifte. entwerfen, abreißen oder zeichnen.

Creatur, 1. das Geschöpf in eigentlichem Sinne; 2. ei-ne Person, die das, was sie ist, lediglich durch einenandern ward, und die deswegen von diesem abhängt.Ich habe, auch in diesem uneigentlichen Sinne, Ge-schöpf dafür zu gebrauchen kein Bedenken getragen.Erthut es , nicht aus Wohlwollen, sondern um dich zu sei-nem Geschöpfe zu machen." Theophron. Affsprunghak Abhangling für diese Bedeutung des Worts gebil-det, welches aber nur den zweiten Hauptbegriff desWorts, den der Abhängigkeit, aber nicht den ersten,den , daß mau alles durch den andern geworden ist, dar-bietet. Es wird aber das fremde Wort auch 3. als einScheltwort, oder als ein Ausdruck, wodurch man seinegänzliche Verachtung, besonders gegen ein weiblichesWesen, an den Tag leget, gebraucht, wie wenn mansagt: ich mag die Creatur nicht vor meinen Augen se-hen! Auch hier können wir, wenn wir den Ausdrucketwas mildern wollen, Geschöpf, sonst aber das Mensch,dafür sagen. Ich mag das Geschöpf, ich mag das Menschnicht vor Augen sehen.

Credenzen, Jtal. credenzare, nach ehemahliger Sitte,Speise undGelränke, bevor sie von den Herrschaften ge-nossen werden, pflichtmäßig kosten (welches das Amt desCredenzers ober Mundschenkens war), um vor Vergif-tungen