Cour
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Tanzmelodie (Tanzwcise), jetzt nicht mehr gebräuchlich."Eschen bur g. Man hatte auch Schnelltanz dafür sa-gen können.
Courbette (fpr. Kurbette), ein künstlicher Sprung desPferdes, wobei es die beiden Vorderfüße gemächlich er-hebt, und fast zu gleicher Zeit mit den beiden Hinter-füßen nachsetzt. Da die Bewegung, welche es hirbcimacht, bogcn-ähnlich geschieht: so habe ich geglaubt, daßdie Benennung Krummsprung oder Bogcnsprung sichdafür passe.
Courbettiren (fpr. kurbcttiren), Krummfprünge machen.
Couren (fpr. küren), höfeln. S. Cur.
Courrier. Moritz hat Bote schlechtweg dafür angesetzt;das ist aber viel zu unbestimmt, denn bekanntlich istnicht jeder Bote ein Courrier. A d. führt aus der O.D. Mund-art Schnell-laufer dafür an; allein da einCourrier nicht laust, sondern reitet, so kann auch die-ses nicht gebilliget werden. Es hat einigen Kunstrich-tern gefallen, dieses Schnell-laufer auf meine Rechnungzu setzen, ungeachtet ich auf die Ehre, es gebildet zuhaben, niemahls Anspruch machte. Ich hatte es bloß,mit Hinweisung auf A d., neben dem schon eingeführ-ten Eilbote, der Vollständigkeit wegen, mit angeführt,und hinzugefügt, daß man, wie Eilbote, so auchSchnellbote sagen könnte. Dieses letzte zieht Heynatzvor. In der Allgem. Bibliothek wird geurkheilt, daßEilbote im gemeinen Leben zu geziert sei. Dieser Ein-wurf trifft alle neue Verdeutschungen; oder vielmehrer trifft keine derselben. Denn daß ein neues Wort nichtwie ein altes, sondern ungewöhnlich (mehr soll gezierthier doch wol nicht sagen) kling:', ist sehr natürlich ; dasbeweiset aber nichts gegen die Güte desselben. Man ge-brauche das ungewöhnliche Wort, wenn es sonst ge-braucht zu werden verdient, und eß wird gewöhnlichwerden. Audendum itäque; na'm quae , ut Ciceroait, primo dura risa sunt, usu molliuntur.Quintii. Wenn Ad. dagegen einwandte: daß Eil-bote den Begriff der zum schnellen Fortkommen gebrauch-ten Postpferde nicht mit aufdrucke, folglich ein man-gelhafter Ausdruck sei: so vergaß dieser scharfsinnigeSprachforscher, daß jener Begriff von dem fremdenWorte Courrier eben so wenig angegeben wird, und
. baß mit gleichem Rechte verlangt werden könnte, daßdas Deutsche Wort auch die zum sicheren Fortkommengebrauchten großen Stiefel, den begleitenden Postknecht,dessen Posthorn u. s. w. zugleich mit ausdrucken müsse.—>Ucbrigens ist Eilbote seit einigen Jahren, nicht nurvon guten Schriftstellern, sondern auch in Zeitungenund andern, öffentlichen Blättern schon so oft gebrauchtworden, und dadurch so sehr in Umlauf gekommen, daßihm das Bürgerrecht in unserer Sprache jetzt nicht mehrstreitig gemacht werden kann. Es ist daher befremdlich,daß A d. es auch bei der neuen Ausgabe seines Wörter-buchs nicht hat aufnehmen wollen.
Kinderling erinnert, daß ehemahls auch Hasi-bote (Astbodus. S. Schottet von der DeutschenHauplsprachc, S. 213) für Courrier üblich gewesen sei.Für courriermäßig kommt in dem Heldenbuche bot*schaftlich vor. Bestimmter würde dieses Wort eilbot-schaftlich lauten.
Cours (fpr. Kuhrs), 1. der Geldpreis, oder noch be.stimmter, der laufende Geldpreis. Man sagt: das Goldhat jetzt einen hohen Cours, auf Deutsch, es steht jetzthoch, es hat jetzt einen hohen Preis oder Werth. Mansagt auch: der Cours auf London, auf Paris u. f. w.,und meint den jedesmahligen Werlh des Geldes in Lon-don u. s. w. gegen Deutsches. 2. Der Umlauf. DieseMünzsorte hat keinen Cours mehr, d. i. dche Münz-artist aus dem Umlaufe gekommen, hat keinen Umlaufmehr. Wenn von einem Cours oder Umlauf in unei-gentlichcm Sinne die Rede ist: so können wir, stattaußer Cours kommen, auch abkommen oder ungebräuch-lich werden sagen. Diese, ehemahls beliebte Aetzu re-den, ist jetzt abgekommen, ist jetzt nicht mehr g.b äuch-lick'. 3. Die Strasse oder der Weg. Die'e Bedeutunghat das Wort, wenn vom Postcours die Rede ist. DerEilbote nahm einen andern Cours (einen andern Weg),als die Post. 4. Der Lauf des Schisses im Meere,mit Einem Worte, der Schiffslauf oder die Richtungdes Schiffs, die Schiffsrichtung. Der Lauf oder dieRichtung des Schiffs war jetzt südsüd-östkich.
Coursiren (fpr. kursiren), umlaufen oder in Umlaufesein, gang und gäbe fein.
CouttuAe (spr. Kurtage), eigentlich das Maklergeschäft,oder die Maklerei. Im Deutschen aber wird darunterder Lohn des Mäklers für die Bemühung, Waaren oderWcchsclbriefe für einen andern z» kaufen oder zu ver-kaufen , verstanden. Ich hatte- Maklerlohn dafür ange-setzt; allein Eschenburg erinnerte, daß Maklerzinsund Maklergebühr weniger unbchülffich für die Aus-sprache mären. Ich setze hinzu, daß ste auch anständi-ger klingen.
Courtine (fpr. Kurtine), dasjenige Stück des Walles,welches zwei Bollwerke (Lastioueu) mit einander ver-bindet. Wir haben.Mittelwall und Zwifchenw. ll dafür.Das erste ist vorzuziehen, weil das ankere den unrich-tigen Begriff erwecken kann, als wäre die Courtine e,nzwischen zwei andern Wällen bestndlicher dritter Wall.Rüdiger führt an : daß F ä sch in seinem Kriegswör-terbuche es durch Zeile übersetze; und das, sagt er, istnoch einfacher und besser, weil es auch bei bloßemMauerwerke ohne Mall paßt. Allein die £>. D. allge-meine Bedeutung des Worts Zeile, vermöge welcheres für jede gerade Linie genommen wird, und woraufdie ihm hier beigelegte engere Bedeutung sich gründensoll, ist in Norddeutschland ganz unbekannt, wo es bloßeine Reihe Buchstaben und Wörter bedeutet. Rüdigerselbst hat gegen einige von mir versuchte neue WörterFf 2 mit