Cour
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Cour (spr. Klihr), i.derHöf, in eigentlicher Beden- • nioge der verkleinernden Kraft, welche der Endung ein
timg, d. i. bei- eingeschlossene Platz vor oder hinter ei- beiwohnt, nicht in einem ernsten und würdigen Sinne,nem Gebäude. In dieser eigentlichen Bedeutung kommt sondern nur, wie hofiren, entweder in spottender oder
es aber im Deutschen nicht vor. 2. Der- Hof, in un-eigentlichcr Bedeutung, d. i. die Wohnung eines Für-sten, und die dazu gehörige Dienerschaft. Daher die Hof-tage (Cour-tage), an welchem diejenigen, welche Be-ruf dazu haben, sich-bei Hofe einfinden, um ihre Auf-wartung zu machen.' Z. Die höfische Aufwartung, wel-che den Grossen gemacht wird. In dieser Bedeutung wirdes in der R. a. faire sa- cour • gebraucht, wofür diefranzöselnden Deutschen einem die Cour machen zu sa-gen pflegen. Mir-land versuchte es zuerst,- die-ganzeR. a. durch wötkliche UebersetzuNg ins Deutsche überzu-tragen, und saM': einem den Hof machen. - DerVer-such gelang; viele andere'Schl'ifksteller sagten-ihm'dieR. a. nach, und so wii-d sie jetzt in hundert und mehrBüchern gelesen. Allein da dieser Ausdruck-von keinem,der Französischen Sprache unkundigen-Deutschen ver-standen werden staun, tveil unserm Hof diö'Bedeu-tung Aufwartung ganz-fremd ifi, so kann er' nie volks-mässig werden. Dis muss aber nothwendig, wie ichin der vorstehenden - Abhandlung dargethan zu habenglaube, der allgemeine Prüfstein aller-in unsere Spra-che aufzunehmenden'neuen'Wörter und-R. a? sein. Wasvon dem Deutschen, als- Deutschen, nicht "verstandenwird, oder mit andern Worten, wozu man, ehe es ver-standen wörden kanN, erst-etwas aus einer-fremdenSprache wissen muß, das kann nie Deutsch werden,wenigstens sollte es das niemahls werden.
Wir bedürfen daher eines andern Ausdrucks; unddazu habe ich höfeln vorgeschlagen. Das Sachwort dieHöfelung findet sich schon (S. Ad. .unter Hof) beimKai fers berg in der Bedeutung eines Hofschmausesoder Hoffestes, also eines Courtages, an-welchem dieHöflinge höfeln müssen. Das Zeitwort höfeln kann da-her damahls auch nicht fremd geklungen haben. Höfelnaber, als ein Verkleinerungswort, setzt hosen voraus;folglich muß auch dieses einst da gewesensein, welchesdann aber späterhin,' da man anfing, in die Zwitter-wörter in iren veknarrt zu fein, in hofiren umgebildetwurde. Da nun höfeln nicht nur seiner.Abstammungund seinen Lauten, sondern auch seiner Bedeutung nach,unserer Sprach-ähnlichkeit gemäss ist, indem die Endungeln, nicht bloß (wie in deuteln, empfindeln, gramelnu. s. w.) Verkleinerungswörter bildet; sondern auch häu-fig, (wie in schirwicheln, verzärteln, kitzeln, lächeln,streicheln u. s. w.) den Nebenbegriff-einer sausten, ge-fälligen und wohlthuenden Handlung mit sich führt; sosehe ich nicht, was uns hindern könnte, es an die Stel-le der Französisch-deutschen R. a. den Hof machen zusetzen, und einem oder einer höfeln zu sagen. Er hö-felt ihr. Sie will nicht, daß ihr jemand höfeln soll.Es ist indeß nicht zu läugnen, daß dieses Wort, ver-
scherzender Bedeutung gebraucht werden kann. Man kannnicht sagen; ich bin gekommen, Eurer Durchlaucht zuhöfeln u. s. w. Aber für diesen Fall haben wir die edle-re R. a. einem - seine Aufwartung machen, und das. Zeitwort aufwarten. S. aucb -Hofiren.
Luther gebraucht zwar das Wort höfeln einigemahl, B. Hof. 6 , §.fur hobeln; allein dis rührt. von einem Fehler gegen die Rechtschreibung her. Erwollte höveln .stfireib.cn, von dem N. D» Hövel, derHobel. Sein höfeln ist also nicht das uysrige, und fürjenes sagen wir. jetzt hobeln.
Courage (spr. Kura§'), die Herzhaftigkeit, der Muth,die Beherztheit. „Seine Vielvcrschlagenheit und seineruhige Beherztheit." B 0 d e.
Courant (man spr. Kurant oder Kurent); 1. als Beiwortgenommen- wird es durch gangbar verdeutscht, z. B.
- dergleichen Waare, dergleichen Münze. Allein gegendieses Deutsche Wort selbst läßt sich der Einwurs ma-chen, daß es, in dieser Bedeutung, wider die Äehn-lichkeitsregel anstoße , nach welcher die -Endsilbe bar,
. eigentlich nur solchen Wörtern zukommt,. welche den Be-
- griff,.des Leidens einschließen, z. B. furchtbar, was ge-. fürchtet wird, hörbar, was gehört werden kann. Und
sonach sollte gangbar eigentlich nur für: was gegangenwerden kann, z. B. ein gangbarer Weg , eine.gangbareStrasse, gebraucht werden. Aber freilich haben wir inunserer Sprache auch tragbare Baume und andere der-gleichen Ausnahmen von der Regel mehr. Für gangbareMünze könnten wir indeß füglich gültige, für gangbareVorstelliingsartcn, gewöhnliche, für gangbare Waare,allgemein beliebte oder gesuchte, sagen. — Mit Rech-nung, Jahr, Monat und Schrift (Currentschrist) ver-bunden, kann current durch laufend gegeben werden,unsere laufende Rechnung; in dem laufenden Jahre,Monate, Jahrhunderte; die Namen der Personen undDerter sollen mit laufender Schrift gedruckt werden.S. aber auch, was diesen letzten Cur-
siv. Courant wird aber auch 2. als Sachwort, theilsfür Silbergeld, im Gegensatze mit Gold, theils fürwirkliches oder geprägtes Geld, im Gegensatze derBankzettel oder des Bankgeldes gebraucht. Man unter-scheidet alsdann durch das Beiwort grob (Grobeourant)die größcru Münz-arten von den kleinern, oder von dersogenannten- Scheidemünze. In N. D. (ob auch in D.D^ weiß ich nicht) ist es üblich , ffir Courant in dieserBedeutung genommen, (nicht hartes Geld, wie Rü-diger sagt; .denn dieser Ausdruck bedeutet Thaler- undGuldenstücke; sondern) Münze zu sagen. Ich habe dieseSumme in Münze, nicht in Golde, zu zahlen versprochen.
Couraute (spr. Kurangte), ein ernsthafter FranzösischerBühnentanz, ein Lauflanz. R e i ch a r d t. „Eine schnelle
Tanz--