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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
225
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welches in jedem Falle dafür gefetzt werden könnte. Hiermuß man von dem Verdeutfcher nicht mehr verlangen,als daß er für jeden besondern Fall, worin das frem-de Wort eine bestimmtere Bedeutung annimmt, einenbesondern Deutschen Ausdruck nachweise, der ihn er-setzen kann.

Es bedeutet, je nachdem der Zusammenhang ist, so-wol in eigentlichem, als uneigentlichem Sinne, Schlag,Stoß, Hieb, Wurf, Schuß, Zug u. s.w.

Wenn von einem Feldherrn oder Spieler gesagt wird,er habe einen glücklichen Coup gemacht, so wird tutersten Falle ein glückliches Unternehmen, im andernein glücklicher Zug gemeint. Auch in diesem Zusammen-hange kann man zuweilen Schlag dafür setzen. Er hateinen glücklichen Schlag vollführt; es ist ihm ein gro-ßes, ein ruhmvolles Unternehmen gelungen; er hat demFeinde einen empfindlichen Schlag beigebracht. EinCoup de-main ist ein solches Unternehmen, ein solcherSchlag aus dem Stegerciffe, eine Ueberrumpclung.Er hat die Stadt durch einen Coup de main genom-men, d. i. er hat sie überrumpelt, sie durch Uebcr-rumvelung genommen.

> Ist die Rede von einem kaufmännischen Unternch-tuen, so können wir Coup durch Zug ersetzen, das Deut-sche Wort in demjenigen Sinne genommen, worin dieSchachspieler es gebrauchen. Das war ein schöner Zug lEr macht einen schönen Zug nach den andern. Auch durchUnternehmen und Wurf: Es war ein glückliches Un-ternehmen, ein kühner Wurf.

Ein Coup maucjue oder kaux coup, ist ein Fehl-schlag. Dis Deutsche Wort hat Schiller. Man kannauch, je nachdem der Zusammenhang ist, Fehlgriff, Fchl-ffreich und Fehlstoß, Fehlzug dafür sagen. Der Feld-herr hat einen Fehlschlag, der Bcutelschneider einenFehlgriff, der Fechter einen Fehlstoß, der Schalk einenFehlstreich, der Kaufmann einen Fehlzug gemacht.

Der Coup degrace ist der Gnadenstoß, Gnaden-hieb, Gnadenstich, Gnadenschlag, Gnadenschuß.

Ein Coup de theatre ist ein Bühnenstreich, d. i.die Vorstellung einer unerwarteten Begebenheit, bei derman vornehmlich auf die Wirkung rechnet, die sie aufder Bühne macht.

Unter Coup d'oeil versteht man i. oft nicht mehr,als Blick oder Anblick; z. B. beim ersten coup d'oeild. i. auf den ersten Blick, beim ersten Hinblicken. 2.Eine Aussicht oder Ansicht, z. B. diese abwechselndenGartenstücke gewahren eine schöne Ansicht. Hier ist eineAussicht, einzig in ihrer Art. 3. Augenmaß und Schnell-blick. Dieser Jäger hat kein Augenmaß. Der Feldherrhat einen bewundernswürdigen Schnellblick. H c y n a tz.hat (im Antibarb.) für Coup d'oeil Gcsichtsblick an-gesetzt. Das scheint keine gute Zusammensetzung zu sein;denn es ist nicht abzusehen, welche nähere Bestimmung

durch das erste Wort (Gesicht) zu dem zweiten (Blick)hinzugefügt wird.

Ein Coup de ruarlre, ein Meisterstreich.

Ein Coup dessai., ein Versuch.

ein Probestück.

Die Französische R. a. ä coup perdu können wirdurch: aufs Gerathewohs verdeutschen.

Ich übergehe alle diejenigen Ausdrücke mit coup,welche nur int Französischen, und nickt zugleich imDeutschen vorkommen, weil ich kein Wörterbuch derFranzösischen Sprache, sondern nur ein Wörterbuch zurVerdeutschung der in unserer Sprache mißbräuchlich vor-kommenden fremden Wörter, .schreibe. Man sieht aber,daß es uns nicht an eigenthümlichen Ausdrücken fehlt,wodurch jenes vieldeutige fremde Wort in jedem Zu-sammenhange, worin es vorkommt, ersetzt werden kann.

Coupirt, 1. gebrochen oder abgebrochen, z. B. ein sol-cher Vortrug, der nicht periodisch gegründet ist; 2.durchschnitten, z. B. eine solche Gegend, worin manauf Gräben, Kanäle und Flüsse stößt; 3. verschnitten ,z. B. ein solches Pferd, wofür man gelegt sagt; 4. ab-gestumpft, gleichfalls von Pferden gesagt, welchen manden Schweif abgehauen hat. Ein coupirter Wagen istein Wagen ohne Vordersitz.

Coupiren, abschneiden, z. B. den Weg, belegen undabstumpfen, z. B. ein Pferd. Mag .findet auch kuppen,welches mit coupireu einerlei ist:Er ließ sich nichtZeit die Nägel zu kuppen." Bode. In einem scherz,haften Sendschreiben an seine Frau Base, in Knittel-versen , hat T r a p p stumpfschwanzen dafür, gesagt;

Das Menschthier muß ja gestumpfschwänzet werden.

Couplet (fpr. Kupläh), Absätze der Lieder und ihrer Wei-sen (Melodien). Es ist einerlei mit Strophe. S. dieses.

Coupole (fpr. Kupvhl'), die Kuppel.

Coupon, ein abgeschnittenes Stückchen, ein Abschnitt.Das Wort bezeichnet vornehmlich auch die den Staats-schuldbriefen beigefügten Zinsen- oder Hebungsscheine,wovon bei jeder Auszahlung einer abgeschnitten und derauszahlenden Kasse zum Belege gegeben werden muß.Der Zweck derselben ist, Betrügereien vorzubeugen, weil,wenn sie nicht ganz genau an den Schuldbrief passen,wozu sie gehören, ihre Unechtheit sogleich offenbar ist.Eatel hat, in dem Wörterbuche der Franz. Aeademie,Zinsenleiste dafür angesetzt, welches auch Ad. hat. Al-lein da dergleichen Coupons nicht bloß die gescheheneAuszahlung der Zinsen, sondern auch (zuweilen wenig-stens) die theilweise bewerkstelligt« Zurückzahlung desHauptgeldes (Capitals) bescheinigen: so scheint ein all-gemeinerer Ausdruck dafür nöthig zu sein. Abschickt s-schein oder Abschneideschein würde gar zu hart undzischend klingen; also lieber Leistenscheine, weil sie derSchuldverschreibung, gleichsam als Leisten, zur Einfas-sung dienen.

Ff

Cour