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Corp
Corpulenz, Franz, corpulcuce (spr. Korpülangff), dieLeibcsdicke, dic Schwcrleibigkcit, die Wohlbeleibtheit,. die Dickleibigkett.
Corpus, eigentlich der Leib oder Körper; in der Buch-druckcrsprache versteht man darunter eine Schrift, diezwischen der sogenannten Borgis und Kleincicero dieMitte halt. Sie soll diesen Namen dem Umstände ver-danken, daß das Corpus juris zuerst damit gedruckt wur-de. Das Wort Corpus kommt vornehmlich in folgen-den Zusammensetzungen vor:
Corpus Catholicorum ; so werden die sämmtlichen Ka-tholischen Reichsstande genannt.
Corpus delicti, der sichtbare Gegenstand des Verbre-chens, z. B. der entseelte Leib eines Ermordeten. Viel-leicht könnte man der anschauliche Frevelbcwcis dafürsagen.
Corpus Evaugelicorum, die sämmtlichen protestanti-schen (freigläubigen) Reichsstände.
Corpus suris, ein Buch, worin alle (Römische) Rechtezusammengetragen sind. Man könnte vielleicht das Rö-mische Rechtsgebaude dafür sagen.
Corpu5CuiarphiIo80phie, dasjenige Lehrgebäude derNernunftwissenschaft, worin man durch angenommeneUrkörperchen vieles erklären zu können wähnt.
Correct, überhaupt richtig. Man versteht aber insbeson-dere darunter, i. sprachrecht oder sprachrichtig, wennalle Regeln der Sprachlehre gehörig beobachtet sind ; 2.wenn von Werken der Kunst, z. B. Zeichnungen, Ge-mählden u. s. w. die Rede ist, regelrecht, wofür manauch Kunstrecht oder kunstgerecht, und kunstrichtig sa-gen könnte; 3. wenn es vom Bücherdrucke gebrauchtwird, druckrichtig.
Correctheit, überhaupt die Richtigkeit, und ins beson-dere die Sprachrichtigkeit, Kunstrichtigkcit, Richtigkeitder Zeichnung, Druckrichtigkeit.
Correctiou, eigentlich, die Berichtigung, Vcrbessc-rung;uneigentlich, die Züchtigung.
Correctiv, ein Verbeffcrungs - oder Linderungsmittel;auch ein Befserungs - oder Zuchtmittel.
Corrector; ich habe Druckberichtiger und Druckvcrbes-
' serer, und wo die nähere Bestimmung sich von selbst er-gibt, der Berichtiger oder Verbcsserer dafür vorgeschla-gen. E a t e l hak Druckberichtiger und H e ynatz Druck-verbesscrer, in der Vorrede zu seinem SynonymischenWörterbuche, angenommen: „An manchen Verschieden-heiten der Rechtschreibung ist der Leipzigische Druckocr-besserer Schuld."
Correctur, 1. wenn die Handlung des Berichtigcns oderVcrbcsscrns damit gemeint wird, die Druckberichtigungoder Druckverbesterung, und da, wo es nicht nöthigist, die nähere Bestimmung ausdrücklich anzugeben, dieBerichtigung oder Verbesserung schlechtweg. Wer be-sorgt die Druckbcrichtigung? Ich habe beim Druck die-ses Werks die Berichtigung selbst übernommen. Der
Drucker schickte mir das Blatt zur Berichtigung zu. 2.Wenn, wie das zuweilen der Fall ist, das zu berichti-gende Blatt damit gemeint wird, wie, wenn jemandsagt: es werden mir zwei Correcturen auf einmahlgebracht, so kann man Derbefsernngsblatt und Ver-bcsserungsbogen dafür sagen. Der Bogen ist noch inder Correctur, heißt, er ist noch unter den Händendes Druckverbesscrers.
Corregidor, ein Stadt- oder Polizeirichter in Portugalund Spanien.
Correlatiou, der gegenseitige Bezug.
Corre8pondeut, der Bricfwechsler. <5* Correspon-diren. Eatel hat diesen Deutschen Ausdruck in dasWörterbuch der Aeademie aufgenommen.
CorrespoudeiiZ, der Briefwechsel.
Correspondiren, e. in der Bedeutung, Briefe wech-seln, genommen. Dafür fand ich in dem Hamburgi-schcu unparteiischen (Briefwechsler) Correspondenten,das neue Zeitwort Briefwechseln, und führte dasselbe,zugleich mit jenem davon abgeleiteten Sachwerte, inmeinen frühern Versuchen an. Hier sind die Einwürfe,welche dagegen gemacht wurden, nebst dem, was ichdarauf antworten zu müssen glaubte. Der Beurtheiletist Rüdiger.
„Correspondiren durch briefwechfeln in Einem Wor-te auszudrucken, ist etwas hart," Zugegeben! Auchdieses, daß es noch nicht gebräuchlich, und daher jetztnoch auffallend ist. Aber das ist der Fall mit den mei-sten neuen Wörtern. Wie hart und steif mochte vorhundert Jahren das Wort Schriftsteller, da es zum er-stcnmahle gebraucht wurde, klingen! Jetzt wird dadurchkeines Deutschen Ohr mehr beleidiget, ungeachtet dieR. a. eine Schrift stellen f. verfassen, ganz außer Ge-brauch gekommen ist; dahingegen dic R. a. Briefe wech-seln, und das Sachwort Briefwechsel allgemein gebräuch-lich sind. „Wenn gleich Briefwechsel für Correspon-den2 schon längst ganz üblich ist, so kann man doch darumnoch nicht Brieswechsler für Correspondertt gebrau-chen. Das würde nach der Aehnlichkeit mit Geldwechs-ler vielmehr einen Wechfelhandler bedeuten, der Wech-sel, wie Geld, umsetzt." Diesen Grund kann ich nichtrichtig finden. So wie vielmehr im Gegentheile Geld-wechsler denjenigen bedeutet, der für Geld Geld gibt,oder Geld gegen Geld umtauscht: so muß, der Aehnlichkeitzufolge, auch Bricfwechsler denjenigen bezeichnen, derBriefe wechselt, d. i. Briefe für Briefe gibt, oder fürjeden, ihm geschriebenen Briefeinen Brief zurückschreibt.Der Begriff Wechfelhandler ist diesem Worte ganz fremd.„Wenn man bloß igr Allgemeinen sagte: der Hambur-gische Bricfwechsler, für Zeitungsschreiber, oder, dasist ein fauler Briefwechsler, für Briefschreiber: so wä-re der Sinn noch wol zu errathen; (Nur zu errathen?)aber am meisten kommt das fremde Wort in besondererBeziehung vor, z. B. der Kaufmann hat einen Cor-
respon-