Copi
Copu
Coqu 2iy
Vorbildes. Es is! daher diesem (dem Vorbilde), undnicht wie Abbild dem Urbilde entgegengesetzt. Es paßtdaher eigentlich auch nicht für Copie. Wenn endlich4, dieses fremde Wort von Werken des Geistes überhauptund der Dichtkunst insbesondere gebraucht wird, so wür-de es, wie Rüdiger urtheilt, etwas hart klingen,wenn manes durch Nachbild (oder Abbild) ersetzen woll-te, weil ein Lied, ein Sinngedicht u. s. w. kein Bildist. Ich weiß nicht, ob ich mich irre, wenn ich für die-sen Fall das Wort Nachgebilde am passendsten finde.Mancher Hochgcfang dieses Dichters, könnte man sagen,ist bloßes Nachgebilde eines Horazischcn. Da in diesemZusammenhange, nicht von einem sklavischen Ucbertra-gcn, sondern nur von freier Nachahmung die Rede ist:so scheint das Nach an seiner rechten Stelle zu sein;und bei Gebilde find wir schon gewohnt, nicht geradean ein Bild, sondern nur an etwas Gebildetes, oderan ein Kunstwerk überhaupt zu denken.
Copiös , reichlich, zahlreich.
Copist, ein Abschreiber. In der Tonkunst, ein Noten-schreibcr. Das Wort Note kann für eingebürgert gel-ten ; denn die Volkssprache hat es aufgenommen undunsere Aehnlichkcitsregel wird nicht dadurch beleidiget.
Copula, in der Sprachlehre, derjenige Begriff, oder dasihn ausdruckende Zeichen, wodurch zwei andere Begriffemit einander verbunden werden: im Allgemeinen, derVerband, und im Besondern, 1. wenn der verbinden-de Begriff gemeint wird, welcher oft nicht ausdrücklichangegeben, sondern in einem 0er verbundenen Begriffemit enthalten ist, dcrVerbindungsbegriff; und 2. wennman das denselben ausdruckende Wort darunter verficht,das Verbindungs - oder Bindewort. Copula carna-lis^ in der Rechtsprache, fteischliche Vermischung. Auchein gewisser Theil der Orgel wird Copula, und nachDeutscher Form, Koppel genannt. R c i ch a rdt.
Copulation, 1. im Allgemeinen, die Verbindung, 2. inkirchlicher Bedeutung, die Trauung oder Vermählung;Z. als Kunstwort der Gärtner , die Vermahlung. S.das folgende Copuliren.
Copuliren, 1. im Allgemeinen, verbinden; 2. in kirch-licher Bedeutung, krauen und vermahlen, wofür manim gemeinenLeben auch zusammengeben sagt; 3 . in derGärtnersprache, einen wilden Stamm oder Wildlingund ein echtes Reis von gleicher Dicke durch einen gleich-mäßigen schrägen Schnitt genau an einander fügen, undfie dann durch ein mit Vaumwachs belegtes Band be-festigen, da denn Reis und Stämmchen an einanderwachsen. Für diese Bedeutung des Worts schlug Rü-diger verbinden, anschafften, ich selbst einst baum-einigen vor. Allein diese Wörter scheinen mir jetzt ver-werflich zu sein; verbinden, weil es zu allgemein ist,und weil auch kranke, gepfropfte , und eingeäugelte Bäu-me verbunden werden; anschafften, weil weder derWildling als der Schafft des echten Reises, noch die-
ses als der Schafft des Wildlings betrachtet werden kann,und daher anjchaften nicht zu passeil scheint; baum-ei-nigen endlich, weil es erstens eine unbequeme Zusam-mensetzung, besonders für diejenigen Falle ist, da in dervergangenen Zeit geredet werden muß, und dann auchzweitens, weil nicht Baum mit Baum, sondern nur Einjunger Baum mit dem von einem andern abgeschnitte-nen Reise geeiniget wird. — Da man bei dem Wortecopuliren die dadurch bezeichnete Verrichtung unter demBilde der Trauung oder Vermählung zu denken gewohntist: so scheint mir auch hier vermahlen das reckte Wortdafür zu sein. Wer Latein versteht, wird dabei an Ho-ra z'ens.
Adulta vitium propagine altas maritat popu-los, erinnert. Konnte dieser Dichter die Vereinigungdes Weinstocks und der Pappel durch bloßes Ancinan-dcrpflanzen eine Vermählung nennen, mit wie viel grö-ßerem Rechte können wir die engere Verbindung desWildlings und des echten Reises, wodurch beide zu Ei-nem Baume zusammenwachsen, mit diesem Namen be-legen.
Coquelicot (spr. Kocklikoh), die Klapper-oder Klatsch-rose. Man gebraucht das Wort im Dentscheu zur Be-zeichnung einer Farbe, die man also füglich Klapper-oder Klatschrosenfarbe nennen könnte.
Coquet(spr. kokett). Unsere ehrbare Sprache ist nie ver-legener, als wenn sie diejenigen Französischen Wörterwiedergeben soll, wodurch irgend etwas unanständiges,schlüpfriges und unsittliches dergestalt überschlcicrt wird,daß das Unrechtmäßige oder Schändliche der Sache,entweder gar nicht, oder nur schwach und kaum merk-lich. hervorschimmert. Der Deutsche und seine Sprachelieben die Geradheit, und nennen gern jedes Ding bcrfeinem rechten Namen. Das geht nun aber, bei derVerfeinerung der Sitten und des Geschmacks, worinwir es unsern Nachbaren nun einmahl haben gleich thunwollen, nicht mehr an; und wir sehen uns daher, inErmangelung alter Wörter für dergleichen Begriffe,welche verschleiert werden sollen, gezwungen, neue zubilden. Ich habe für coquet, das Wort in mildererBedeutung genommen, gefallsüchtig, in härterer, buh-lerisch vorgeschlagen. Gegen das erste wandte Rü d i-ger folgendes ein: „Coquet fiat ursprünglich von denHennen, welche sich zum Treten niederlegen, einen noch»viel härteren Begriff, als unser Deutsches buhlerisch."Aber an diese ursprüngliche Bedeutung des fremdeirWorts denkt beim Gebrauche desselben Worts keinMensch mehr; und es ist daher wirklich milder, als un-ser Deutsches buhlerisch. „Aber man sagt auch: umGunst, um Beifall buhlen; und so ist dieses Wort airsich doch wirklich nicht so schlimm, als es bisweilen ge-nommen wird." Das ist es nur da nicht, wo es offen-bar in uneigentlicher Bedeutung genommen wird, wiein der angeführten R. a. Ueberall aber, wo es ew-nt-Ee 2 lich,