Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

218

Conv.

Conv

chen Gepräge der veränderlichen Meinungen, sondernnach seinem innern Gehalte schätzen." Lheophron.Erweise ihnen nicht nur alle herkömmliche Höflichkei-ten." Ebcnd. Ich weiß nicht, welche von diesen Ver-deutschungen den Vorzug verdient. Herkömmlich paßtaber mehr für usuell.

Conventual, ein Stiftsglied oder Stiftsherr. Halt-auö hat Klosterherr dafür. Man könnte auch Kloster-und Stiftsgenoß, und für Conventnalinn Kloster-und Stiflsgenoffinn sagen.

Convergenz, die Neigung zweier Linien gegen einander;,die Annäherung.

Convergiren, sich neigen (zu etwas), sich nähern oderannähern. Es wird dem Divergiren d. i. dem Ablau-fen oder Entfernen, entgegengesetzt. Convergente mtt>divergente Linien (in der Größenlehre), sind also sichnähernde oder gegen einander sich neigende, und voneinander ablaufende oder sich entfernende Linien.

Convention, das Gespräch, die Unterredung, Un-terhaltung. Conversationston, der Gesprächs- oder'Unterhaltungston. Conversationssprache, die Um-gangssprache. Unter Conversationsstück verstehe» dieMahler ein Gemählde, woraus viele Personen in gesell-schaftlicher Unterhaltung vorgestellt werden, also einGe-sellschaftssiück. .

Conversiren, sich unterreden, unterhalten.

Conversus, auch wol Convertit, der Bekehrte oderNeubck'ehrte, womit man einen Juden, Türken u. s. w.meint, den man vermocht hat, den Glauben der Chri-sten anzunehmen. Das weibliche Wort lautet Conver-sa, die Bekehrte.

Convex, rund-erhaben. S. Concav. Für. Convcrgla-ser sagt man erhabene Linsengläser. S. Gehlersphysicalisches Wörterbuch. .

Convexität, die Rund-erhabenheit. Bogenfläche, wel-ches Carel dafür angesetzt hat, scheint den Begriffnicht bestimmt zu bezeichnen.

Convietion, i>ie Ueberzeugung.

Convietorist, ein Freitischsgenoß.

Convictorium, in der Sprache der Hochschulen, einFreitisch.

Convinciren, überzeugen.

Convivium, ein Gastmahl, ein Schmaus.

Convocation, dieZusammenberufung, das Zusammen-bcrufen.

Convociren , zusainmenberufen.

Convoitise (spr. Kougwoätis), die Lüsternheit. Manfindet auch die Deschaffenheitswörter begehrlich und be-gierlich, so wie die davon abgeleiteten Sachwörter, dieBegehrlichkeit und Begierlichkeit.Sie betrachtete denRing mit begehrlichen oder begierlichen Augen, mit ei-nem Auge voll Begehrlichkeit oder Begierlichkeitaveciin oeil de convoitise.

Convolat, ein Pack, eine Rolle Papier, Schriften u. s. w.

Copi

Convoye , Fr. Convoi; überhaupt das Geleit oder dieBedeckung; insbesondere das Trauergeleit, dasKriegs-geleit und das Geleitschiff oder die Geleitschiffe.

Convoyiren, begleiten oder geleiten, bedecken.

Convnlsion, das Zucken oder die Zuckung.

Convulsivisch, zuckend.

Cooperateur (spr. Kooperatöhr), der Mitwirker.

Cooperation, die Mitwirkung.

Cooperatrice (spr. Kooperatriß'), dieMitwirkerinn.

Cooperiren, mitwirken.

Coordination, die Zu-ordnung, im Gegensatze der Un-ter-ordnung, Subordination.

Coordiniren, zuordnen, oder b.ei-ordnen,

Copialien, Abschreibegebühren oder Schreibgebühren.

Copie, auch Copia und Copei,<?i. wenn von geschrie-benen Sachen die.Rede ist, Abschrift. Copia vidi-mata, eine beglaubigte Abschrift. .2. Von gedrucktenDingen, Abdruck; 3 . von Werken der bildenden Kün-ste, Nachzeichnung, Nachstich /-Nachbild und Abbild.Nachbildung und Abbildung sollten nur gebrauaft wer-den, die Handlung des Nachbildend und Abbildens aus-zudrucken. Nachbild hatWi eland in der neuen Aus-gabe des Mufarion für Copie gesetzt. Abbild hakAehn-lichkeit mit Urbild, und ist demselben entgegengesetzt.So gebraucht es Hall er.

Erregt ihr Abbild zarte Triebe,:

Was wird das Urbild selber sein!

. So B ü r g e r:

Daß so dein Abbild mich entzückt.

Withoff setzt es dem Ebenbilde (Portrait) entgegen:Sie (die Sonne), Gottes Abbild selbst, verließ(hinterließ) ihr Ebenbild.

In die vor Dankbarkeit mir abgefloßnen Zähre.

Auch Lessing'en gefiel das Wort.Abb'.ld, sagter, (Leben III. 194.), ist nicht bloß Bild oder Abriß,sondern das Bild von einem Bilde. Wenn wir esauch nicht, wie die Holländer für Portrait brauchen(gebrauchen) können, indem schon Bild, im Gegen-satze deS Gemähldes ein Portait zu bedeuten pflegt:so könnten wir es doch wol für Copie gebrauchen,die ein guter Meister oft von seinem Stücke zu ma-chen ersucht wird. So würde ich in der Emilie Ga-lotti, anstatt: die Schilderei selbst, wovor sie gesehen,hat ihr abwesender Vater bekommen, aber diese Copie gar wol haben sagen können: das Bild selbst aberdieses Abbild u. s. w. wenn es im Dramatischen nichtmehr darauf ankäme, der Person ihr angemessene, alsgute Worte in den Mund zu legen."

Genaugenommen, sagt Nachbild etwas anderes, alsAbbild. Bei diesem letzten'ist es aus völlige, bei jenemersten nur auf entfernte Aehnlichkeit angesehen. BeimAbbiden ahmt der Künstler sklavisch nach; beim Nach-bilden thut er von dem Seinigen hinzu, und arbeitetnur nach dem Hauptgedanken oder in der Manier des

Vor- '