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-vorgeschlagenhaben, hersetzen, und dabei, was Rüdi-ger darüber geurtheilt hat, zum Grunde legen.
Compliment heißt auf Deutsch wörtlich eine Ver-beugung ; und da dieses im edlen (in edlem) Sinne ganzüblich ist t so können wir damit das fremde im eigent-lichen (in eigentlichem) Verstände sehr gut ersetzen."
In der gemeinen Umgangssprache haben wir für dieseeigentliche Bedeutung auch die Wörter Bückling , Kratz-fuß und Knix, jene für die männliche, dieses für dieweibliche Verbeugung. Diese gehören freilich nicht zuden edlen Wörtern, deren man sich in der höhern Schreib-art bedienen kann; allein in scherzhaften Gedichten, inder leichten Brief- Umgangs- und Bühncnsprache, so wieüberhaupt in der niedrigern Schreib-art, können sie,wie taufend andere unedle Wörter, oft recht gut ge-braucht werden:
— macht, als er eintrat, fixIhm, wie's sich ziemt, ihr'n freundlichen Knix.
D. neue Froschmauslcr.
„Aber schwerer wird es im »«eigentlichen Verstände,wo das Deutsche Wort Verbeugung eben durch die grö-ßere Deutlichkeit des Bildes, und durch die ausdrück-liche Erinnerung an die Leibcsbiegung härter ist, alsdas fremde. In sofern es allgemein jeden Gruß bedeu-tet, kann gleichwol dieses Deutsche Wort nur selten da-für gebraucht werden, weil es durch die neue Verfeine-rung der Sitten im Umgänge zu niedrig geworden ist >so daß man nur geringen Leuten einen Gruß bestellenlassen kann."
Auch seines Gleichen, sollte ich glauben. Ja so garVornehmere kann man grüßen lassen, wenn man dasVertrauliche dieser R. a. nur durch irgend ein Neben-wort, welches einen höhern Grad von Hochachtung an-deutet, zu dampfen weiß: Tausend herzliche Grüße vonmeiner Frau! Mein Bruder grüßt ehcrbictig, u. s. w.
„Gegen Vornehme dient dafür Empfehlung, und mei-nes Erachtens verdiente das kürzere O. D., aber dochschon von Lessing'en gebrauchte Empfehl noch denVorzug."
Allerdings, weil es die Achnlichkeit Mit Befehl, stattdessen niemand Befehlung sagt, für sich hat. Wir ha-ben aber für diese uncigentliche Bedeutung des WortsCompliment, auch Achtung, Hochachtung, Ehrer-bietung, Ehrfurcht, die man bezeigt oder bezeigen laßt.Wir empfehlen uns hochachtungsvoll, ehrerbietigst u.s. w. oder lassen uns durch andere so empfehlen. Wirlassen viel Freundliches, viel Gutes, viel Verbindli-ches sagen oder bestellen; küssen der Dame die Hände,und legen uns sogar, wenn wir noch geschmeidige Glied-maßen haben, dem großen Herren zu Füßen.
„Indeß gilt dis eigentlich nur von den Bestellungendurch andere. Ein selbstgemachtes Compliment beimBegegnen auf der Straße, oder beim Kommen undAb-schiednchmen, könnte wol ohne Anstoß auch Verbeugung
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genannt werden, da diese wirklich meistens dazu gemachtwird. Auch haben wir noch die ganz üblichen und edlenAusdrücke: Begrüßung undBewillkommung, wodurchdas fremde zuweilen ganz füglich zu ersetzen wäre. Jaselbst das einfache Gruß scheint mir in diesem Falle dieNiedrigkeit nicht zu haben. Auch von den Vornehmstenglaube ich z. B. bei einer Zusammenkunft sagen zu kön-nen: ihr erster Gruß war anständig, zwar nicht wott-rcich, aber desto verbindlicher u. dcrgl."
Noch weniger Bedenklichkeit hat es , das Zeitwortgrüßen in diesem Zusammenhange zu gebrauchen. Er/ging bei dem Fürsten vorbei, ohne ihn zu grüßen, weiler ihn nicht sah, wird ohne Zweifel eben so schicklichgesagt, als: ohne ihm sein Compliment zu machen.
„Die rechte Schwierigkeit, das Wort zu verdeutschen,ist daher nur an dem weitcrn Sinne, wo es eine Anrededer Höflichkeit, auch wol das Uebermaß darin bedeutet."
Aber hier haben wir viele Ausdrücke, wovon der ei-ne für diesen, der andere für jenen Fall, aber frei-lich keiner für alle Falle, paßt. Ich bezeuge Ihnenmeinen Beifall darüber, sagt doch gewiß eben so viel,als ich mache Ihnen darüber mein Compliment. Ermachte mir das Compliment, eincStelle aus meinenSchriften anzuführen, heißt, er erzeigte mir die EhreU. s. w. Erjagte mir viel Schmeichelhaftes, viel Ver-bindliches ; viel Artiges oder eine Artigkeit darüber,ist gerade eben so viel, als: er machte mir darüber vie-le Complimente. Ich nehme das, was Sie mir dar-über sagen, wie ich muß, für eine wohlgemeinte Schmei-chelei, d. i. für ein wohlgemeintes Compliment. Ichmuß ihm meine Theilnahme bezeigen, d. i. ich muß ihmmein Compliment darüber machen. In einem gewis-sen Zusammenhange könnten wir auch Wortlob für Com-pliment gebrauchen. Ich nahm, was er mir darübersagte, für ein leeres Wortlob, d. i. für ein Lob inWorten, bei welchem nichts gedacht wird, für ein blo-ßes Compliment. Kaiser sberg gebraucht für Com-plimente, in diesem Sinne genommen, Hofworte;und Jvel Löwe (in den Beitragen zur weitern Aus-bildung der Deutschen Sprache) Schmeichelworte.
Er ängstigt mich mit seinen leeren SchMeichelworten.Rüdiger fährt fort:
Campe schlägt Wortlob vor, aber das scheint mirnicht treffend; (Auch in dem obigen Beispiele nicht?)und das von Kaifersberg gebrauchte Hofwort wäre al-lenfalls im komischen und leichten Erzählungstone brauch-bar, im Ernst aber unerträglich , weil der Nebenbegriffnoch weniger zutrifft."
Sollte es in folgendem Zusammenhange auch noch un-erträglich sein: Ich nahm das übertriebene Verbindliche,was er mir darüber sagte, für das, was es war, fürHofworte.'—A d. hat für diesen Begriff Ehrenwort an-gesetzt. Aber dieser Ausdruck ist unsfürk'nrole d’hon-neur zu unentbehrlich, und in dieser Bedeutung auchCe , für