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schon zu gebräuchlich , als daß er füglich auch fürCom-pliment in Umlauf gebracht werden könnte. In der erstenAusgabe des Wörterbuchs schien Ad. diese gewöhnlicheBedeutung des Ausdrucks Ehrenwort nicht zu kennen;allein in der neuesten Ausgabe hat er sie nachgeholt.
„Besser sind die Ausdrücke: etwas verbindliches oderschmeichelhaftes, eine Schmeichelei sagen. Moritzsetzt hinzu: etwas angenehmes; und ich möchte nochUmstände und Höflichkeit, besonders in der Vielzahl,Glückwunsch, Höflichkeitsbezeugung, Umständlichkeitti. dergl. emvfehlen. Das alles kann in vielen Fällenrecht gut dafür gebraucht werden, z. B. wenn man esablehnen will, oder im Allgemeinen nacherzählt. Da-her glaube ich, Moritz behält keinen Grund zu ver-langen, daß das fremde Wort im Umgänge doch mitbeibehalten werden möge. Es hat zwar den Vortheil,daß damit allein, nach dem Gebrauche, das leere, oftnur scheinbare, bloß in Werten oder Gebräuchen undHandlungen Bestehende, im Gegensatze der wirklichenAchtung und Höflichkeit durch Gefälligkeit und Dienst-leistungen, treffend, kurz und bestimmt (?), zugleich
! aber auch ohne Anstoß und widrigens Ncbenbegriff, aus-gedruckt wird. Es ist auch richtig, daß kcins von al-len jenen Deutschen hinreicht, es immer gänzlich zu er-setzen. Aber das ist auch nicht nöthig, sondern es istschon genug, daß wir in jedem besondern Falle einswählen können, das den Begriff für den Zusammen-hang richtig ausdruckt, woran ich bei jener Mannig-faltigkeit nicht zweifle."
Ich eben so wenig. Man vergleiche übrigens bicmik, wasich in der vorstehenden Abhandlung Seit. 43 und folg.über dieses Work und dessen Verdeutschung erinnert habe.
Complimentariiis. Da dieses halb Französische und halbLateinische Wort nicht anders als in der niedrigen, scher-zenden oder spottenden Schreib - und Sprech-art vorkom-men kann: so läßt es sich .durch Bücklingmachcr ver-deutschen. Er ist der Bücklingmacher des Hauses. Erist ein Erzbücklingmachcr, ein Kratzfüfiler (wid Gegen-süfibr). In ernstbaftcr Rede wird dieses Zwitkerwort,wie das Französische Complimentaire , zur Bezeich-nung eines von zweien oder mehren Handclsgenossen ge-braucht, von dem und in dessen Namen die Handlunggeführt wird, ohne daß er selbst zu dem Grundvermögenderselben etwas hcrgeschosscu hat. Eatel hat Namen-führer der Handlung dafür angesetzt.
Complimentiren, 1. begrüßen. Die Gesellschaft-ließihn durch einen Abgeordneten begrüßen; 2. etwas höf-liches, artiges, verbindliches sagen, wie wenn manspricht: er complimentirte ihn darüber. Sie com-plimentirten sich. d. i. sie wechselten Artigkeiten, siesagten sich wechselseitig etwas verbindliches.
Complott, die Verschwörung, der Geheimbund oderMeuchelbund, von dem veralteten meucheln; auch dieMeuchelei. C a t c l hat Geheimverständniß dafür.
Comp
Complottiren, eine Verschwörung anzetteln, einen Ge-heim - oder Meuchelbund machen, meucheln, eineMeuchelei oder einen Meuchelbund anzetteln.
Componiren, zusammensetzen; in der Tonkunst, setzen.
Componist. Ich habe angefragt: ob man für dieses frem-de Wort nicht den Ausdruck Tondichter wagen dürfe?Tonkünstlcr ist der bloße Musiker, der vorgeschriebeneTöne geschickt hervorzubringen weiß; aber die Erfindungder Tonstücke, der zweckmäßigen Zusammenstimmungund Folge der Töne (der Harmonie und Melodie), istein Werk der Dichtungskraft (Fantasie), und macht denComponisten zum Dichter, nur daß er seine Dichtun-gen durch Töne, nicht durch Worte ausdruckt. — Sonstkönnen wir freilich auch Tonsetzer dafür sagen, weil se-tzen für componiren schon gebräuchlich ist.
Einer meiner Beurlhcilcr, welcher den vorgeschlage-nen Ausdruck Tondichter billiget, freuet sich, daß wirMänner, wie Graun, Heyden, Reichardt u. s.w. nunmehr von den bloßen Tonsetzern durch eine ihrerwürdige Benennung unterscheiden können. S. Beitra-ge zur weit. Ausb. der Deutsch. Sprache, V 134,
Comportable (spr. komportabl), verträglich.
Conrportireu (sich), 1. sich aufführen; 2. sich vertragenoder stallen.
Composition, 1. die Zusammensetzung überhaupt; 2.in derTonkunst, sowol einTonstück, als auch dieSetz-
, kunst und der Satz; in der Rechrssprachc, Compo-sitio amicabilis, die gütliche Beilegung, der gütli-che Vergleich.
Compositore, Compositeur. S. Componist.
Compositum , Franz. Compose, etwas zusammenge-setztes , ein Gemisch.
Compote, man spricht Kompott, Dbstmuß. Eatel.
Comprekensiou, das Begreifen, die Begriffs - oderFassungskraft.
Comprels, enge, gedrängt.
Compresse, ein Drucklappchen, oder Druckpolsterchen,d. i. ein zusammengeschlagenes Läppchen, welches dieWund-ärzte unter den Verband legen, damit dieser, oh-ne empfindlich zu drücken, fester angezogen werden kön-ne. A d. hat auch Bausche und Bauschchen oder Bäusch-lein dafür angeführt.
Compressibel, Franz, compressible, was sich zusam-mendrücken läßt; prestbar. Eatel.
Compressibilität, die Eigenschaft der Körper, daß siesich zusammendrücken lassen. Wenn prefibar f. com-pressibel gelten soll, so können wir Preßbarkeit fürCompressibilität sagen.
Compression, das Zusammendrücken oder die Zusam-mendrückung.
Comprimireu, zusammendrücken, zusammenpressen;nneigentlich bändigen, im Zaume halten,
Compromil's, die Berufung auf das Urtheil einesSchiedsrichters oder Obmannes.
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