Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

Comp

fabelt und Lehrbuch und Lehrbegriff sagt. RüdigersLehrbegriff des Vcrnunftrechtes.

Compensation, die Ersetzung und der Ersatz, die Aus-gleichung und das Ausgleichen, die Gegenrechnung.

Compensiren, ersetzen, ausgleichen, gegen einanderaufheben; bei den Kaufleuten, durch Gegenrechnungabmachen. Compensatis expensis, mit gegenseitigerKasten-ausgleichung.

Competent, 1. als Beiwort, befugt; z. V ein befug-ter (competenter) Richter. Im löten Jahrhundertesagte man für forum competens eine zymliche Recht-statt , d. i. ein Gericht, dem es ziemt in der vorliegen-den Sache zu sprechen. Krit. Beitr. z. Deutschen Spr.Y\. 10. Spruchfahig, welches in der Vorrede zurDeutschen Uebcrsctzung der Franzos. Sprachlehre desWailly dafür gebraucht wird, könnte auch auf dieinnere Fähigkeit des Richters gedeutet werden, und ist -daher, als doppelsinnig, verwerflich; 2. als Sachwort,ein Mitwerbcr, wofür wir oft auch das einfache Be-werber setzen können; z. B. es wird an Bewerbern, diesich diese Stelle einander streitig zu machen suchen wer-den, nicht fehlen.

Competenz, die Befugniß, die Zuständigkeit; z. B.es liegt außer meiner Befugniß, es fleht oder kommtmir nicht zu, hierüber zu entscheiden. Er läugnet dieCompeteuz dieses Gerichtshofes in seiner Sache, d. i.er behauptet, daß dieser Gerichtshof nicht befugt sei ,oder keine Befugniß habe, in seiner Sache zu sprechen;er läugnet die Zuständigkeit desselben. Unter Compc-renzrecht versteht man:die Gerechtsame adelicher undanderer schriftsäßigcr Personen, nach welcher ihnen, wennihr Vermögen zu einem Concurse kommt, von den Gläu-bigern so viel übrig gelassen werden muß, daß sie noth-dürftig, doch standesmäßig davon leben können." En-cpclopädischcs Wörterbuch.

Competiren, zustehen oder zukommen, ziemen. DasUrtheil hierüber steht mir nicht zu; mir kommt es nichtzu darüber zu urtheilen; es ziemt mir nicht.

Compilation, t. wenn die Handlung gemeint wird, dieZusammenrragung, oder das Zusammentragen, dasSammeln, und mit dem Nebenbegrisse des Verächtli-chen, die Zusammenraffung, das Zusammenraffen,Zusammenstöppeln. Man hat auch Sammlerei vonSammler, und Sammelei von sammeln dafür.Willman einen Sammler selten gewordener, aber schlechterBüchelchen mit seiner Sammlung auslachen, so nenntman sie eine Sammlcrei; ein Wort, das in ScbaldusNothanker gebraucht wird, und das auch von dem Zeit-worte sammeln die Sammelet heißen könnte." Ram-l e r. 2. Wenn das dadurch Bewirkte gemeint wird, sokönnten wir in guter Bedeutung nach der Aehnlichkcitmit Ertrag, Vortrug, Uebertrag und s. w., der Zu-sammenkrag dafür sagen. Dieses Werk ist ein bloßerZusammentrag. Auch Sammelwerk wird sich oft dafür

Comp

gebrauchen lassen; z. B. sein Buch ist weiter nichts alsSammelwerk. In verächtlicher Bedeutung genommenkann es durch etwas zusammengestöppeltes oder zusam-mengerafftes, auch durch Zusammenstoppelei und Sam-melei ersetzt werden. Alles, waS dieser Schriftstellerbis jetzt noch geschrieben hat, ist weiter nichts, als Zu-sammenstoppelei, bloßes Händewerk. Ich finde, daßZusammentrag in der Uebcrsctzung einer Reise des Her-zogs von Chatelet nach Portugal schon gebraucht wor-den ist.

Compilator, ein Zusammentraget, Sammler, und inverächtlichem Sinne, ein Zusammenstöpplet.

Compiliren, je nachdem man ohne oder mit Verachtungdavon sprechen will, sammeln, ausziehen, zusam-mentragen, oder zusammenraffen, zusammenstöppeln,plündern.

Complaisaiice (spr. Kompläsangß'), die Gefälligkeit.

Cornplaisam (spr. kvmpläsang), 1. gefällig; 2. ein Au-gendiener.

Complementum oder Complement, die Ergänzung,die Vollendung.

Complet, vollständig, vollzählig, vollendet. DaSWerkist vollständig, wenn kein Theil oder Band davon fehlt;es ist vollzählig, wenn kein Bogen daran fehlt. Er istein eompleter Schurke, d. i. ein vollkommener öder voll-endeter.

Cornpletiren. Moritz hat vollzählig machen dafür an-gesetzt. Statt dieser umschreibenden R. a. können wirmit Einem Worte vervollständigen und ergänzen sagen.Zuweilen paßt auch ausfüllen. Eatel hat vervollstän-digen aufgenommen.

Cornplexioil, die Leibesbeschaffenheit, je B. er ist vonzarter, empfindlicher, harter Leibesbefchaffenheit. Hey-n atz hat Gesundheitsanlage, welches aber nicht immerpaßt, z. B. wenn von harter oder weicher Compiexiondie Rede ist.

Complieation, die Verflechtung, Verwickelung.

Complicen (spr. Komplißen), Mitschuldige, Mitverbre-cher. d i g e r hat (in dem Lehrbegriffe des Vernunftrechts) auch Mitthäter dafür.

Cornplictert, verwickelt, verflochten; z. B. ein verwi-ckelter Fall, ein solcher Rechtshandel.

Complicicät, die Mitschuld.

Compliment. Dieses fremde Wort gehört zu denen, beiwelchem man den Vorzug und den Reichthum unsererSprache verkennt, wenn man uns ansinnt, einDeutscheSan seine Stelle zu setzen, welches für alle die Fälle pas-sen soll, in welchen der Franzose und der französelndeDeutsche jenes gebrauchen. Das heißt, dem Reichen zu--muthen, sich, wie der Arme, zu jeder Zeit, bei jedemGeschäfte und in jeder Gesellschaft immer eines und eben-desselben Kleidungsstücks zu bedienen. Ich will, was an-dere und ich znr Verdeutschung dieses vieldeutigen Worts

vorge-