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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
199
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Coffip

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weil das Wort Kumpan sich dadurch, daß es den Tonauf der Endsilbe hat, als ein fremdes ankündiget. Ichfür meinen Theil halte für wahrscheinlich , daß zwar Kei-me das Stammwort, die nächste Ableitung davon aberdas in unserer Handwerkssprachc noch jetzt lebende Kom-pe, cin Jnnungsglied, auch am Harze in der Bergmanns-sprache ein mit andern zugleich arbeitender Bergknappe,gewesen sei. Dieses Wort erhielt vielleicht in jenen Zei-ten, da man Deutsche Wörter in die Form der Lateinsschen goß, die Endung ami5 , Compagnus ; aus wel-chem Lateinisch seinsollendenWorte den in der Folge (wiedas mit mehren geschah) durch Wcgwerfung der Endungus wiederum ein Deutsches, Kompan, so wie das alr-französische Compain, gemacht wurde. Allein diese Ab-leitung des Worts Compagnon sei nun gegründet odernicht: so ist es doch in keinem Falle rathsam und thün-lich, ihm, wie Moritz gar zu freigebig verlangte^ dasBürgerrecht in unserer Sprache zu verwilligen. Nichtihunlich, weil es undeutsche Laute einschließt; nicht rath-!sam, weil wir dadurch nur ein überflüssiges Wort ge-wönnen, indem uns viele echtdeutsche Wörter zu Gebotestehen, diewirfüglich dafür gebrauchen können. Wir habenGespann, welches z.B. von zwei Buchdruckern gebrauchtwird, die an Einer Presse arbeiten, und welches Götheneulich in allgemeinerer Bedentung in die Schriftspracheeingeführt hak. S. Carnerad. Wir haben ferner Genoß,Handlungs-oderHandelsgenoß,Dienstgenoß,Geschaft.s-

genoß, Nebenmann, Gehülfe, Handlungs - oder Han-delsgehülfe, Mit-arbeiter, Gefährte, Geschäftsfreund,^Geschastshelftru. s.w., wovon das eine für diesen, dasandere für jenen Fall paßt. Unsere Sprache ist zu reich,als daß sie des Behelfs, so vielerlei Nebenbegriffe, alsdas Franz. Compagnon umfaßt, in ein einziges Wortzu packen, nicht füglich überhoben sein könnte. In der

N. D. Mund-art findet sich auch noch (S. Brem. Wör-terb.) das Wort Macker für Compagnon, welchesmit dem Angels. Macca, der Genoß, dem IsländischenMaki* gleich, und dem Engl. Match * eine gleichePerson, vielleicht auch mit Masoney zu Einer Familiegehört. Eben da ich dieses schreibe, leseach in derHamb. Neuen Zeitung: 'N. N., Theilnehmer eines Han-delshauses in London rc." Einige haben auch das nie-drige und, wenigstens seiner Betonung wegen, undeut-sche Kumpan in Kumpe verwandelt, und ihm dadurchdie Deutsche Spracy-ähnlichkeit gegeben.Mein Vaterwar in seinen jungen Jahren ein artiger Parteigängerund lustiger Kumpe." Die Nebenbuhler in dem Hamb.Theater. Allein auch nach dieser Umformung bleibt esimmer ein niedriges Wort, welches der gute Geschmackaus jedem ernsthaften Vortrage zurückweisen wird.

Comparable (spr. komparabl), vergleichbar und ver-gleichlich würden der Aehnlichkeitsrcgcl gleich gemäßsein; aber das letzte klingt zugleich besser und minderfremd, weil wir unvergleichlich zusagen schon gewohnt

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si"b. Sonst können wir es auch durch zu vergleichenumgehen. II est comparable aCesar, er ist mit-sar zu vergleichen, kann mit E. verglichen werden.

Comparaticii, Franz. Comparaison, (spr. Kvmparä-song), dieVergleichnng, daS Gleichniß, der Vergleich,En comparaison, in Vergleich. Sans comparai-son, ohne Vergleich. Comparatio litterarum, dieVergleichung der Schriftzüge.

Comparativus, in der Sprachlehre, die mittlere Stehgerungssinfe, z.B. besser, gelehrter, würdiger. Kin-der ling hat die Mittelstufe dafür gesagt, so wie Un-terstufe und Oberstufe für Positivus und Superlati-vus. S. Gradus.

Compariren, i. erscheinen oder sich stellen; z.B. derAngeklagte vor seinem Richter. 2. vergleichen, z. B.die eine Ausgabe mit der andern. In der ersten Bedeu-tung ist es das Lateinische comparere, in der anderndas Lat. comparare oder das Französische comparer.

Comparent, heißt in der Rechtsfprache, der Er-schienene.

Comparitionj die Erscheinung, auf vorhergegangeneVorladung.

Compaseuum, die Koppelhut, Koppelweide.

Compas 8 , die Windnadel. H e y n a tz. Bestimmter unddeutlicher könnte mau wol der Nordweiser dafür sagen.Uebrigens kann Kompaß selbst, da es unsere Aehnlich-keitsregel nicht verletzt, und , wenigstens in Seestädten,schon dem Volke bekannt ist, für eingebürgert gelten.

Compa 88 ion,'das Mitleid.

Compatible (spr. kompatibel), vereinbar, vertraglich ,was mit etwas anderem bestehen kann, z. B. wahre Frei-heit ist mit Gesetzlosigkeit nicht compatible, d. i. ver-trägt sich nicht damit, kann damit nicht bestehen, istnicht verträglich damit, ist mit Gesetzlosigkeit unverein-bar oder unvereinlich.

Ccrnipatibilitiic, die Vereinbarkeit, Verträglichkeit,Vereinlichkeit.

Cornpatiren, 1.Mitgefühl oderMitleid haben; 2. zu-sammenstimmen oder zu einander passen.

Compatriot, Compatriotiim, der Landsmann, dieLandsmänninn. Voß hat das edlere Volksgenoß undVolksgenossinn gebildet:

Doch nicht warnte die Straft der Volksgenossinn

Arachne.

Compatissant } mitleidig, theilnehmend.

Compelliren, anhalten, antreiben,

Compendiös, kurz, abgekürzt, klein oder im Kleinen.Cornpendidse Bibliothek, ein kleiner Bücherfaal, einBücherfaat im Kleinen. Wir sagen auch verjüngt in die-sem Verstände, z. B. der verjüngte Maßstab.

Compendium , 1. die Abkürzung oder Verkürzung,Ersparung oder Ersparniß, z. B. eine Wegverkürzung,eine Zeit-ersparung; 2. ein kurzer Inbegriff, wofürman, wenn von einem Buche die Rede ist, auch Leit-faden