Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
198
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Comm

gesetzt hat, heisst, was mitgetheilt werden kann. Mit-theilend bezeichnet nur den in der Handlung des Mit-thcilcns Begriffenen, nicht denjenigen, der eine Neigungzum Mittheilen hat. Ein Wort, welches diesen letztenBegriff ausdruckte, fehlt uns, so viel ich weiss, gänz-lich. Der Ucbcrsetzer des Englischen Romans Heinrichhat diesem Bedürfnisse abzuhelfen gesucht:Auch hatteer mit verschiedenen mittheilsamcn Herrn Bekanntschaftgemacht." Mitthcilsam ist nach empfindsam, sparsam,genügsam u. s. w. gebildet, und scheint daher, als ei-fic richtige Ableitung wodurch eine Lücke in unsererSprache ausgefüllt wird, der Aufnahmewürdig zu seyn..

Communicatum, etwas mitgetheiltes, eine mitgetheil-te Schrift.

Communiciren, i. mittheilen. Die gerichtliche For-mel: Communicetur parti adrersae in copia,

heißt, dem Gegentheile abschriftlich mitzutheilen. 2.zum Abendmahle gehen; wofür man, der Art, wiediese Handlung jetzt verrichtet wird, und ihrer Absichtgemäßer, die Kirchengemeinschaft oder die Bekenntniß-feier begehen sagen würde, weil man sich dadurch öffent-lich zu einer der christlichen Kirchengesellschaften bekennt.Dieser Ausdruck würde zugleich mit dem fremden, com-municiren, übereinkommen.

Communioil, die Gemeinschaft. Siebesitzen diesen Gar-ten in Commlmion, d. i. gemeinschaftlich oder in Ge-meinschaft; Communio bonorum, die Gemeinschaftder Güter. 2. das Abendmahl. Zur Communiou ge-hen, zumAbendmahl. Man könnte auch, inHinsicht aufden Zweck dieser Handlung Feier der Kirchengemein-schast, oder kürzer, die Bekenntnißftier dafür sagen.S. Communiciren.

Comniuuit.it, die Gemeinheit.

Commutation, die Vcrtauschung.

Commutiren, vertauschen, verwechseln.

Commödiant, ein Schauspieler.

Comöiiie, das Lustspiel. Wenn auchJhrcns Vermu-thung gegründet sein sollte, dass Comüdie und Tra-gödie selbst Deutschen Ursprungs wären (von dem Ale-mannischen cama aber cauma , Spiel, Lust, etwasfröhliches, und von dem Gothischen troega, trauern,klagen): so verdienten sie doch auch alsdann noch gegendie verständlichern Lustspiel und Trauerspiel umgesetzt zuwerden, weil sowol jene Stammwörter jetzt völlig unbe-kannt sind, als auch weil Comödie und Tragödie,ihrer undeutschen Betonung wegen, nie für DeutscheWörter gelten können, man mag den Ton nun entwe-der auf die vorletzte, oder nach Französischer Weise aufdie letzte Silbe legen.

Compaciscent, ein Mitvergleichender.

Compacisciren, sich mitvergleichen, oder zugleich mitFriede machen; an dem Friedenswerke Theil nehmen.

Compact, dicht, fest und getrieben. Lav^ter sagt:die gepackte Stirn f. die compacte, ganz neu und un-

Comp

erhört; ungeachtet compact und gepackt, aller Wahr-scheinlichkeit nach, einerlei Ursprung haben. Auch derbund gediegen paffen zuweilen dafür; eine derbe Speise,eine gediegene Masse.

Compagne (fpr. Kompanie), die Gefährtinn, Gehül-finn, Freundinn, Gespielinn, Ehegenossinn. Wie-1 land hat auch Gesellinn dafür gebraucht:Eine Ge-sellinn, an deren Busen er ruhen könnte, schien ihmunentbehrlich zu sein."

Compagnie (spr. Kvinpanih), 1. die Gesellschaft, z. B.Handlungs - oder Handelsgesellschaft, die Versiche-rungsgesellschaft (Assecuranz - Compagnie). Auchdas veraltete Koin - oder Kumpanschaft, kann zuwei-len, doch nur im Scherz oder spottweise, oder mit deinNebenbegriffe des Verächtlichen, und zwar nur in derUmgangssprache und in der niedrigen Schreib-art dafürgebraucht werden. In der N. D. Mund-art haben wirauch die Maatschaft von Maat, Engl. mate, der Ge-hülfe. Daher vermuthlich auch das Französische Mate-lot, ein Schifsmaat, und das Niederländische Mats-kuppije, die Maskopei oder Handelsverbindung, wel-ches mit Maat zugleich, nach Lessings Vermuthung(S. Ernst und Falk S. 47.), von Mase, der Tisch,abstammen, und zunächst eine Tischgesellschaft bedeutethaben mag. 2. In der Kriegssprache eine Abtheilung vonungefähr 100 Mann, wofür man ehemahls Fahne undFähnlein sagte, die in scherzhaften Gedichten, Rilterro-manen u. dergl. auch noch jetzt dafür gebraucht werden:So traten sie muthig und trotzig einher.

Als obs ein Fähnlein Potsdammer wär.

D. Neue Frofchmäusler.Rüdiger meint, man könne für Compagnie,ffn die-ser Bedeutung genommen, wol Haufen (Haufe) sagen,so wie der General von Schliessen Schaar für Ba-taillon vorgeschlagen hat. Aber das scheint gar zu all-gemein und unbestimmt zu sein. Ueberhaupt können wireine Verdeutschung der Kriegsausdrücke nur dann ersterwarten, wenn einmahl ein Deutscher Fürst auf demThrone sitzen wird, der den rühmlichen Ehrgeiz hat,auch der Sprache nach ein Deutscher zu sein. Würdedann etwa beliebt, die veralteten Fahnen und Fähnlein(oder Fähnchen) in diesem Sinne genommen, zu er-neuern: so könnte man jenes für Compagnie, diesesfür Escadron gebrauchen, weil die Standarten der Rei-terei kleiner, als die Fahnen des Fußvolks sind. Eatelhat kein Bedenken getragen, Fahne für Compagniein dem Wörterb. der Academie anzusetzen.

Compagnon (fpr.Kompan.jong). Dieses Wort leitet Ad.von dem alten Kompan oder Kumpan her, welches nachFrischensBchaupkung von dem ganz veralteten Kume,die Hülfe, der Beistand, abstammen soll. Allein schonRüdiger hat dagegen (in dem Neuesten Zuwachse derSprachsünde) mit Recht erinnert, daß es mit jener Ab-leitung so ganz ausgemacht noch nicht zu sein scheine,

weil