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1 (1808) A - E
Entstehung
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193
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Colo

Colo

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sich darüber zu erklären. Auch S U l z e r nimmt in fei*dem Wörterbuche Säulenstellung, nicht für Coionade,sondern für die Art, wie die Säulen gestellt werden.

Colonei, der Oberste. Warum viele noch immer lieberdas fehlerhafte £>. D. Obrist und Obrister gebrauchenmögen, ist nicht abzusehen.

Colonie. Die Deutschen Wörter, Niederlassung, Pflanz-ort, Pflanzstadt (wofür man auch, wenn die Colonienicht bloß eine einzelne Stadt, sondern ein ganzes Landanbaut, Pflanzstatt sagen kann) sind schon ziemlich all-gemein eingeführt, und von guten Schriftstellern, z. B.van Ed e li n g'e n in seiner Erdbeschreibung von Ame-rika , häufig gebraucht worden. Eadip, eine Pflanzstadtder Phönicier. Eöln, ein Pflanz-ort der Römer. DieHolländische Niederlassung auf dem Vorgebirge der gu-ten Hoffnung. In £>. Deutschland sagt man auch dasAnfledel, welches aber unsern niederdeutschen Ohrennicht gefallen will. Warum wollten wir dafür auch nichtlieber eine Anfledelci, nach dem Vorbilde »on Einfie-let sagen? Dis würde jedermann sich vermuthlich gerngefallen lassen, weil sowol das Zeitwort ansiedeln durchdie Zeitungen ziemlich allgemein verbreitet worden, alsauch das ähnliche Einsiedelei überall bekannt sind.Ich hgbe es (im Lten Bande meiner Reisen) gewagt,dieses Wort in einem Zusammenhange zu gebrauchen,wo keine der übrigen Verdeutschungen paffen wolltetJetzt ist diese Insel (Äourbon) eine Französische Ansie-delet." Gegen die obigen Deutschen Wörter sind ei-nige Einwürfe gemacht worden, welche hier angeführtzu werden verdienen.

DurchNiederlassung, sagtRüdiger, wird Colo-nie in manchen Fällen recht gut ausgedruckt, z. B. dieEnglische in Jacksonsbai ist ganz neu, leidet Mangel,wird von den Wilden beunruhiget. Aber sobald man denInbegriff von Personen, als thätig, darunter versieht,will es schon nicht recht paffen, z. B. die Niederlassungwählt sich einen Anführer; weil es eigentlich die Hand-lung des Anbaus anzeigt'" Dis kann ich nicht finden.Es zeigt vielmehr zunächst die Handlung des Niedcr-laffms, dann aber auch die Gesellschaft an, die sichniederläßt, oder sich schon niedergelassen hat. Ob esgut sei, daß dem Worte, außer jener ersten Bedeutung,auch diese zweite beigelegt sei, kann bezweifelt werden;aber ist sie einmahl genehmiget, wie R. vorauszusetzenund zuzugeben scheint: so sehe ich nicht ein, warumman nicht eben so gut sagen könnte: die Niederlassungwählt sich einen Anführer, als, sie wird von Wildenbeunruhiget. In dem einen, wie in dem andern Fallewerden die Menschen gemeint, die sich niedergelassenhaben; ob diese in der einen R. a. als leidend, in derandern als thätig gedacht werden, kann, scheint es,keinen Unterschied machen.Pflanz-ort und Pflanzstadtsind auch nicht immer treffend, weil viele Colonienmehr als Einen Ort, andere nur einen Theil der Ein-

wohner eines Orts ausmachen, z. B. die Engländer inHamburg." Das eine Wort ist für diesen, das ande-re für jenen Fall brauchbar. Man gebrauche jedes auseinem rechten Orte, und verlange nicht, daß alle füralle Fälle passen sollen. In dem ersten von den hier an-gegebenen beiden Fällen kann man Niederlassung oderPflanzstaat, in dem andern Ansiedelei sagen. Abergegen Niederlassung ist ein anderer Einwurf gemachtworden.

Gegen dieses Wort, sagt Esch en b urg, hätte ichnur, daß es aus sich niederlassen gebildet ist. Es hatimmer etwas unbequemes von einem rückgängigen Zeit-worte ein Hauptwort abzuleiten, wobei man sich imSinne haben muß. Zudem ist Niederlassung erst derAnfang, und es soll hier Leute bezeichnen, die sich schonniedergelassen haben " Was den ersten, an sich gegrün-deten Einwand betrifft, so muß ich doch erinnern, daßwir der, aus rückgängigen Zeitwörtern gebildten Sach-tvörter so viele in unserer Sprache haben, daß es wolkaum noch anstößig sein kann, eben dieselbe Ableitungs-art auch bei neuen Wörtern sich zu erlauben. Wir ha-ben z. B. von sich befinden, sich hartnen, sich sträuben,sich fassen, sich besinnen u. s. w. das Befinden, dasHärmen, daö Sträuben, die Fassung, die Besinnung,u. s. w. Was den zweiten Einwurf betrifft, so'bezieheich mich auf das, was ich oben unter ^§§re§ar ange-merkt habe, und fuge diesem nur noch bei, daß sich inunserer Sprache ähnliche Wörter in ung finden, wo-durch ganze Klassen oder Gesellschaften von Menschenbezeichnet werden, z. B. Besahnng, Innung u. s. w.

Ein Vorschlag, welchen Eschenburg hinzufügt,scheint mir sehr annehmenswürdig zu sein.So wiewir Ablassung und Ablaß, Erlassung und Erlaß, Un-terlassung und Unterlaß, Nachlassung und Nachlaßhaben, wovon jene die wirkende Handlung, diese diebewirkte Sache bezeichnen: so ließe sich vielleicht, nachdieser Sprach-ähnlichkeit, auch Niederlaß bilden." Ichwünsche, daß man auf diesen Vorschlag achten möge.Auch das Wort Aderlaß ist unter der Aehnlichkeitsre-gel begriffen. Ein Ungenannter hat Volkspflanzungfür Cölonie gesagt:Die Wenden sind eine SlavischeVolkspflanzung."

Colonist, der Pflanzer, Anbauer (wofür man im Bran-denburgischen Neuanbauer, zusammengezogen Neubauer,sagt), und Ansiedler; jene für solche Eolonisten, dieeinen bisher noch nicht bebauten Boden zuerst urbarmachen oder anbauen, dieses für solche, die sich in ei-ner schon bebauten und bewohnten Gegend ansiedeln.Pflanzer bezeichnet in seiner ersten Bedeutung freilichjeden, der pflanzt; allein der Zusammenhang macht esjedesmahl klar genug, ob ein Wort in seiner erstenoder in einer abgeleiteten Bedeutung genommen wird.Wenn man z. B. von den Holländischen Pflanzern amVorgebirge der guten Hoffnung redet, oder wennBb Alpin-