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gen Fällen und in einigen Deutschen Ländern schonmekr oder weniger gebräuchlich sind, und leicht überalldafür eingeführt werden könnten. Wir sagen die Ge-heimerathsstube fürGcheimeraths-coIIegium. Wir sa-gen: das Backcr-amt, das Tischler-amt, und meinendie Gesammtheit der Meister, Acltcstcn und Vorsteherdieser Gewerke: warum nicht auch das Dbervormund-schafts-amt für Pupillencollegium, das Gesund-heitsamt oder der Gcsundheitsrath für collegium me-dicum. Im Ocstrcichischen heißt jedes höhere Colle-gium eine Stelle, z. B. das Gchcimerathscollegium,die Hofstelle, das Justizcollegium, die Justizstclle, d.i. die höchste Gerichtsstelle. So lasen wir neulich inder Wienerischen Zeitung: „das bisherige Gcncraldirec-torium soll in Zukunft nur die Hofstelle für Böhmen,Mahren und Schlesien sein; für ganz Oestreich aber ei-ne besondere Hofstelle errichtet werden; die oberste Ju-stizstrlle wird aufgehoben und bei andern Stellen ver-theilt werden." Auch Rath wird zuweilen für Colle-gium gebraucht, und könnte allgemeiner dafür gebrauchtwerden. Der Stadtrath, der Gcsundheitsrath, der Ver-waltungsrath (das Finanzcollegium), der Schulrath,der Kirchenrath u. s. w. Man hat auch einige Schul-anstaltcn, die sich von den gewöhnlichen Schulen unter-scheiden sollen, Collegia, nach der Aehnlichkeit desFranz. College, genannt; besser hatte man gethan, sieLehr-anstalten oder Zwischen-schulm zu nennen, weildergleichen Anstalten die Lücke zwischen den gewöhnli-chen Schulen und der Universität (Hochschule) auszufül-len bestimmt wurden. Auf letzter heißen Coliegia dieVorlesungen derHochlehrer; und man theilt sie ein inpublica, öffentliche, welche unentgeldlich gehalten wer-den, privata, besondere, wofür von den Zuhörern be-zahlt wird, und privatissima, ganz besondere, die nureinem oder einigen wenigen für die Gebühr gehaltenwerden.
Collet, i. der Kragen, z. B. in der R. a. einen beimCollet nehmen oder packen. 2. eine Reiterjacke, ent-weder von Leder oder von Tuch. Heynatz hat Brust-rock und Reiterrock dafür vorgeschlagen; allein wir sindgewohnt, bei Rock an ein längeres Kleidungsstück zu den-ken. Mir haben Reitjacke und Reitwamms; alleinJacke sowol, als auch Wamms sind keine edle Wörter.Da ein Collet nichts anders als eine Bieste mit Aer-mcln ist, so könnten wir Reitweste dafür sagen. Wirhaben aber auch Koller oder Reitkoller dafür.
Collickiren, zusammenstoßen, auch streiten. Beide Pflich-ten stoßen hier zusammen. Es entstehen Fälle, wo diesePflichten mit einander streiten.
Colligiren, sammeln.
Collision, der Zusammenstoß, der Streit. Hier ent-steht ein Zusammenstoß unter den Pflichten, ein Pffieh-tenstreit. Der neue Ausdruck Zusammenstoß ifl unter
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andern in der Jen. Lik. Zeit. angenommen worden:„Hier kamen die Rücksichten der strengen Gerechtigkeit,mit den Rücksichten der Convenienz (Ueberrinkunft)in Zusammenstoß." Auch Rüdiger sagt: „AlleSchwierigkeiten der gemeinen Lehre von dem sogenanntten Zusammenstoß ( collisio) verschiedene Rechte undPflichten."
Collo , in der Mehrzahl Colli, ein Jkal. kaufmännischesWort, wofür wir Stuck haben. Der Fuhrmann hatüberhaupt zwölf Colli's (Stück, Kisten, Fässer, Bün-del u. f. w.) empfangen.
Colloquium, ein Gespräch. Oft wird ein Prüfungsge-spräch verstanden.
Colludiren, unter Einer Decke spielen, einverstanden sein«
Collusion, das Einverständnis.
Collusorisch, durch Einverständnis.
Colon, in der Schreibekunst. Man hat Doppelpunkt da-für eingeführt, wodurch dieses Unterscheidungszeichenbestimmt genug angegeben wird. Schottet hat dieseVerdeutschung schon. Heynatz glaubt, daß Doppel-punkt einigem Mißverstände unterworfen sei, und möch-te lieber zwei Punkte, allenfalls auch Zweipunkt da-sür gesagt wissen.
Colonacko, Saulengang und Säulenreihe; jenes, wenneine doppelte Reihe von Säulen einen Gang bildet, wiez. B. vor dem königlichen Sorgenfrei in Potsdam, woman auch Säulenhalle dafür sagen könnte; dieses,wenn die Eolonade nur aus Einer Reihe von Säulenbesteht, die keinen Gang bildet, wie jene berühmte andem alten lCouvre in Paris. Göthe hat das ersteangenommen: „Die ihre Liebe und (ihren) Haß vor ei-nem Säulengange nicht ablegen." Wilh. Meisters Lehr-jahre. Rüdiger hat folgende Einwendungen dagegengemacht: „Colonacke in der Baukunst ist nicht alle-mahl ein Saulengang, wie Campe und Moritz es ver-deutschen wollen; sondern es heißt jede Verbindung meh-rerer (mehrer) Säulen unter Einem Hauptgesimse, z.B. auch nur in einer Reihe der Ründung nach zu ei-nem offnen Tempel, oder (zu einer) Vorlaube." In die-sem bestimmten Falle würden wir Säulenkreis, sonstüberall, wo nur von Einer Säulenreihe in gerader Li-nie, wodurch kein Gang gebildet wird, die Rede ist,Säulenreihe sagen müssen. „Also, fährt Rüdigerfort, ist das sonst gebräuchliche, auch von Hrn. Ad.aufgeführte, Saulensiellung, richtiger." Säulenstellungdruckt nicht Colonade, sondern die Art und Weise aus,wie die Säulen gestellt sind. Man könnte daher füg-lich sagen: Die Säulenstellung bei dieser Colonadeist fehlerhaft; die Zwischenräume sind ungleich, chnd zuschmal, zu breit u. s. w. Auch hat A d. bei Säulenstel-lung nur auf Saulengang verwiesen; und bei diesem ,am Ende des Artikels, die beiden Wörter Saulenlau-be und Säulenstellung bloß beiläufig genannt, ohne
sich