Coli
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Collectaneen. Man versteht darunter gesammelte Bemer-kungcn, Nachrichten, Gedanken u. s. w., die man künf-tig benutzen will. Man könnte Sammclbuch dafür sagen.In den meisten Fallen paßt Auszüge oder Auszugsfamm-lung dafür, z. B. „dieser Schriftsteller kann nur dannetwas hervorbringen, wenn er seine Auszüge bei derHand hat."
Collecte. Eschcnburg sagt: „Beisteuer und mildeBeisteuer sind dafür sehr üblich." Allein dadurch wirddoch eigentlich nur bezeichnet, was jeder der Beitragen-den insbesondere gibt, nicht die Handlung, wodurchdiese einzelnen Beiträge gesammelt oder gehoben werden.Für diesen Begriff glaube ich daher Gabensammlungbilden zu dürfen. Da, wo der Zusammenhang die nä-here Bestimmung an dieHand gibt, gebrauchen wir auchdas allgemeinere Wort Sammlung dafür. „Außer derreichen Ernre, welche die Einlaßzcttel dem trefflichenKünstler eingebracht harren, stellte die gerührte Gesell-schaft am Ende seines unnachahmlichen Tonspiels nochaus freien Stücken eine Sammlung für ihn an." ■—•Die kirchliche Bedeutung des Worts, in welcher es dasbei der Messe, nach der sogenannten Opferung, oder beiden Protestanten das von dem Prediger vor und nach derPredigt abzusingende Gebet bedeutet, mag immer un-verdeutfchl bleiben, weil die Zeilen nicht mehr fern zusein scheinen, da, wenigstens in der protestantischen Kir-che, das unzweckmäßige Altarsingen aus größtentheilsungeübten Kehlen, überall ganz abgeschafft werden wird.— Gabensammlung hat Catel aufgenommen.
Collecteur (spr. Kollektöhr), der Sammler.
Col.lection, die Sammlung.
Collectiren, sammeln, oder eine Sammlung anstellen.
Collectiv, was sammelt, oder mehre Dinge Einer Artzusammenbringt oder zusammenfaßt, z. B. ein solches
i Wort, nomen collectivum , ein Sammelwort, Sam-melname oder Gattungswort, welches alle zu einerund ebenderselben Gattung oder Klasse gehörige Dingebezeichnet. Als Bei-oder Nebenwort, zusammenfassend.
Coliectivisch, zusammenfassend, zusammcnfassungs-wcise.
College, Gehülfe, Amtsgchülse, Amtsgenoß; auchAmtsbruder und Schullehrer.
Rüdiger machte gegen diese Deutschen Wörter, insofern sie das fremde College ersetzen sollen, folgendeEinwürfe:
„College ist eigentlich derjenige, welcher zu einemgemeinschaftlichen oder gleichen Amte mitgewählt ist.
, Daher nun ist dafür im Deutschen Gehülfe zu unbe-stimmt, weil das auch ein Unlcrbcdienter sein kann, z.B. im Kriegcswescu der Adjutant." Freilich druckt Ge-hülfe die nähere Bestimmung nicht mit aus; aber derSprachgebrauch ersetzt hier, wie in so vielen andernFällen, das Fehlende. Wenn einer von zwei Predigern,die an Einer Kirche stehen, von seinem Gehülfen re-
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der, so versteht ihn jedermann. Für Ejurant- demGehülfe im buchstäblichen Verstände antwortet, habeich Diensthelfer vorgeschlagen. Rüdiger fährt fort:„Selbst Amtsgchülse past auch besser für einen Sub-stitutcn oder Adjunctus." Auch dis ist zwar gcgründer;aber das Wort paßt doch nichts dcstowenigcr auch, ebenso wie Gehülfe, für solche Collegen, die, wie z. B.zwei Prediger an Einer Kirche, ein und ebendasselbeAmt gemeinschaftlich verwalten. Wenn ein solcher vonseinem Amtsgehülfcn redet, so zweifelt kein Mensch,daß er seinen unmittelbaren Collegen, d. i. den zweitenPrediger meine. <— „Das beste ist noch Amtsgenoß(für diejenigen Fälle nämlich, wo beide nicht einemund ebendemselben Amte zugleich vorstehen, sondern nurAemter einerlei Art bekleiden, wie z. B. Aerzte, Raths-herren u. s. w.); aber es hat doch etwas seltsames undsteifes für die Anrede." Weil es nämlich in der Um-gangssprache bisher noch nicht gebräuchlich war. Ab-'rdas ist der Fall mit jedem neuen oder noch nicht ge-wöhnlichen Worte, sobald es als Personennaine zurAnrede gebraucht wird. Durch den Gebrauch reibt sichin kurzer Zeit dieses Seltsame oder Steife davon ab.„Daher von Predigern lieber Amtsbrudcr gebrauchtwird." Dis könnte, neben den obigen, auch sügiichvon andern, z. B. von Aerzten, Rechtsgelchrren u. s. w.zur Anrede gebraucht werden. „Bei vielen, z. B. beiBürgermeistern oder Rathsmännern würde dieses aus-fallen." Vielleicht das erste, zweite und dritte mahl,da man es hörte. Zum vierten mahle gebraucht, wür-de es fast schon wie gewöhnlich klingen; weil es in sichnichts seltsames oder ungereimtes hat. „Ja es gibtCollegen genug, die eigentlich nicht Genossen EinesAmtes sind, z. B. gleichnamige Räthe in verschiedenenLändern (aber diese pflegen sich auch nicht Collegenzu nennen), und wol gar kein Amt haben, z. B. Aerzte."Wenn diese so vertraut mit einander umgehen, daß siesich nicht nach ihren Titeln, sondern College nennen,so könnten sie auch füglich Amisbruder sagen; denn einAmt haben sie allerdings, und zwar einerlei Amt, wenngleich ohne Besoldung.
Nach allen diesen muß ich doch bekennen, daß mirdas fremde Wort College, wenigstens in Schriften,völlig entbehrlich zu sein scheint, wenn es gleich in derUmgangssprache noch lange üblich bleiben wird. Aberwenn nur erst unsere Büchersprachc gereiniget wäre, sowürde die Umgangssprache, unter gebildeten Menschenwenigstens, sich des Fremden auch entladen.
Collegenschaft, die Genossenschaft.
Collegialisch, kann durch amksbrüderlich ersetzt werden.Wir lebten in amtsbrüdcrlicher Freundschaft. Zuweilenpaßt auch amtshülflich. Wir leisteten uns gegenseitigamtshülfliche Dienste.
Collegium Für dieses ganz Lateinische Wort haben wir.drei Deutsche: Amt, Stelle und Stube, die in eini-gen