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Verfassung imt> das Versassen oder Abfassen. Auchdie Schichtung S. das folgende Classificiren.
Classiticiren. Zum Ersähe dieses ZwitterwortS könntenwir, außer eintheilen und in Klaffen ordnen, auch vonFach das Zeitwort fachen oder verfachcn und abfachen,und dann für Classillcation die Verfassung und dasVerfassen, oder die Abfachung und das Abfachen bil-den. — Indem ich die Wörterbücher nachschlage, fin-de ich, daß das Zeitwort fachen schon da war. Stie-ler hat es, auch das zufamincngesehte verfachen, underklärt beides durch In iusterstipa, loculos rc. di-stinguere, distribuere. Frisch, welcher beide gleich-falls hat, führt folgende Stelle aus Matthes. Sareptaan: „Eine Witwe, ehe fie heirathct, sott mir ihren Kin-dern zuvor verfacht seinwo es auseinandergesetzt,abgesondert, dcmVermögcn nach gleichsam fachweife ge-trennt sein, bedeutet. A d. hat fachen zwar auch aufge-nommen, seht aber hinzu, daß es nur noch in den zu-sammengesetzten ausfachen und verfachcn üblich sei. —Herder hat das Zeitwort schichten für classifkirengebraucht: „In den meisten Commerz-und Erobe.ungs-reiscn werden die Völker nach der Sanftmuth, mit derfie sich betrügen und fangen lassen, geschichtet." Hey-natz hat meinen Vorschlag, verfachcn für clafsificrrcnzu sagen, im Antibarbarus gebilligct.
Classisch. Bekanntlich hatte Servius Tullius dicBürger Roms in sechs Klassen getheilt, und diejenigen,welche zu der ersten oder vornehmsten Klasse gehörten,wurden vorzugsweise cives classici, Klaffcnbürger, oderclassische Bürger genannt. Gellius nahm daher Gele-genheit auch die ersten und besten Schriftsteller seinesVolks auctores classicos zu nennen. Wir, die wir dieclassischen Schriften der Alten in die Schulen, und zwarvornehmlich in der Absicht, die alten Sprachen und einemusterhafte Schreib-art daraus zu lernen , eingeführt ha-ben , pflegen bei dem Worte classisch zunächst und vor-züglich an Sprachrichtigkcit und vollendete Schreibart,so wie solche in den Schulen als Muster aufgestellt wer-den, zu denken. Ich erwähnte in meiner Preisschrift,daß Ä d. hicdurch verleitet worden sei, mit Hintansetzungder Römischen Bedeutung des Worts classisch, von demAusdrucke classischer Schriftsteller die unrichtige Erklä-rung zugeben: daß ein solcher darunter verstanden wür-de, der in den Schulclasscn gelesen werde. In derneuen Ausgabe des Wörterbuchs hat er nun dieses Ver-sehen stillschweigend verbessert, und jene irrige Erklärungdurch die richtige ersetzt: „classicus, classisch, nicht so
„ fern als dergleichen Schriftsteller in den Schulclasscn ge-lesen werden, sondern in dem alten Rom die obern Clas-sen der Einwohner vorzugsweise classici hießen." InRücksicht auf jene eingeschränktere, unter Ungclchrtcnfreilich gewöhnliche Bedeutung, möchte ich das Wortclassisch entweder durch sprachrccht, oder auch, um außerder Sprachrichtigkcit auch das Musterhafte der Schreib-
art mit einzuschließen, durch schulrccht verdeutschen. Einschulrechtes Werk würde also ein solches sein, das inAnsehung der Sprache und Schreib-art tadellos wäre,und deswegen in den Schulen, als Muster, aufgestellt zuwerden verdiente. Für diejenigen Fälle hingegen, wobei dem Worte classisch nur auf den Inhalt gesehen wird,ohne Rücksicht aufSprache und Schreib-art, —wie wennman sagt: ein Buch sei in dieser oder jener Wissenschaftclassisch — haben wir schon Ausdrücke genug, wodurchwir diesen Sinn des Worts recht gut bezeichnen kön-nen. Wir sagen in diesem Falle: es ist ein Haupt-buch, Hauptwerk, eine Hauptschrift, das erste odereins der ersten in seiner Art, in seinem Fache u. s. w.Sicht man endlich auf alle drei Vollkommenheiten einerSchrift — auf Sprachrichtigkcit, musterhafte Schreib-art und vortrefflichen Inhalt — zugleich: so habe ichMustcrschrift und schulrechte Mustcrschrist dafür vor-geschlagen. Mehre Sprachforscher in den Beitragen,auch Trapp in der von ihm besorgten Sammlung vonReisebcschrcibungen, und andere, haben diesen Ausdruckangenommen und gebraucht.
Sollte es jemahls dahin kommen, daß äußerer undinnerer Adel immer unzertrennlich mit einander verbun-den wären; daß jener nur durch diesen erworben und er-halten werden könnte, und daß folglich die beiden Wör-ter adelig und cdrl gleichbedeutend würden: dann, aberauch nur dann erst, würde man das Wort classisch wolnicht paßlicher und seiner Herlcitung gemäßer übersetzenkönnen, als durch — adelig. Allein so wie die Sachenjetzt noch stehen würden die classischen Schriftsteller dieseverdeutschte Benennung für sich und ihre Werke wahr-scheinlich verbitten: weil dabei unentschieden bliebe, obsie ihren Schriftsteller-adel durch Verdienste erworben,oder auf andern, nicht sehr rühmlichen Wegen, erschli-chen, erbettelt oder erkauft hatten. Vor der Hand al-so wollen wir sie, wenn es so gefallt, noch Hauptschrift-stellcr und Musterschriftstcllcr, und ihre Werke Haupt-schriften oder Hauptwerke, und Musterschriften oderMeisterwerke nennen.
Affsprung hat Ausbundwerke und Meisterwerkedafür vorgeschlagen. Allein das erste klingt hart, unddas andere scheint nur dann zu passen, wenn das Werkin jeder Hinsicht, der Sprache, der Schreib-art unddem Inhalte nach, vortrefflich ist.
Clausei, die Einschränkung, Bedingung, einschränken-de Bedingung, Vorbehalt. „Durch welche clausulasalvatoria der Verfasser dieses sich in bester Form ge-gen alle bösliche Auslegung ausdrücklich verwahrt, wis-sen will." Kant. Und warum nicht: durch welche Ver-wahrung , oder durch welchen Vorbehalt, oder auchdurch welchen Verwahrungsvorbehalt der Verfasser sichausdrücklich gedeckt wissen will? — In der Tonkunstheißt Clausei der Schlußsatz. Eschcnburg.
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