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Civi
Clai
Clai
Cias
tuen, derSprach-ähnlichkeitzuwider zu sci,,. Man muff-te entwilden sagen. Daß es ein solches Wort ehemahlswirklich gegeben habe, weiset Petersen nach. (Bei-trage zur weitem Ausbildung der Deutschen Sprache,IV. 49.) Konrad vonWürzburg (Meister Kuon-ze 0. W.), der im dreizehnten Jahrhunderte lebte, hates: „informirt und entwildet." Da hiedurch aber nurdie Erhebung auf die erste Stufe der Ausbildung einesbisher wilden Volkes angedeutet werden kann: so fehltuns nun noch ein zweites Wort für die höheren Stu-fen der Veredelung. Dazu schlug ich sittigeu vor, vondem veralteten, aber seit einiger Zeit wieder erneuertenslttig abgeleitet. Dieses wurde von einigen meiner Be-urtheiler gebilliget. In einer kleinen Schrift, der Standder Natur, 177Z, kommt Gesittung für Civilisationvor: „Schon seit einigen Generationen (Menschen-altern)arbeiten Europäer an der Gesittung und Bildung derer,welche sie unter ihre Bothmäßigkeit gebracht haben." Auchfür den dadurch bewirkten Zustand: So waren stetsGesittung und Wildheit verbreitet." In dem ersten Fal-le sollte es aber wol dieGesittigung, in dem andern dieSittigkeit heißen. Ein anderer neuer Schriftsteller (S.die angeführten Beitrage, Seit. 50) hat versittlichenfür civilisiren, und die Verstttlichung für Civilisa-tion. Allein da wir mit sittlich mehr den Begriff mo-raltsch, als den Begriff civil zu verbinden pflegen: soscheinen diese Wörter für civilisiren und Civilisation nichtwol zu passen. Catel hat in dem Wörterbuche derAkademie die Sittigung für Civilisation angesetzt. Disscheint mir bester als Gesittung zu sein.
Civil-etat (spr. Ciwihl etah), der bürgerliche Verwal-tungs - anschlag, das bürgerliche Verwaltungswesen,d. i. die mit der Einnahme in Verhältniß stehende Anga-be aller von der Regierung zu bestreikenden Kosten, insofern dieselben die bürgerliche Landesverwaltung, mitAusschluß des Kriegeswesens, betreffen.
Civili tät, die Höflichkeit.
Civiliter, bürgerlich. Civiliter mortuus, einer der bür-gerlich todt ist, d. i. für todt angesehen wird, ob ergleich noch lebt.
Civil-liste, (die). Unter diesem Namen werden die demKönige von Großbritannien zur Unterhaltung seines Hau-ses und zur Besoldung der von der Regierung unmittel-bar abhängenden Personen verwilligten Summen begrif-fen ; also etwa der königliche Hausstand.
Civismus, der Bürgersinn.
Clairet (spr. Klärett), ein leichter, hellrother Wein. Mannannte ihn bisher in Deutschland Bleicher. Allein Kin-derling will diesen Namen nur für Paillct (Palljett)gebraucht wissen, und schlägt Röthling für Clairet vor.
Clair-obscur (spr. Klär - ob'aühr), Helldunkel. Wie-land hat auch dunkelklar dafür gesagt, dem aber je-nes, als das gebräuchlichere, vorzuziehen ist. Aber oftzieht der Dichter den minder gewöhnlichen Ausdruck bloß
deswegen vor, weil er minder gewöhnlich ist. Deswe-gen setze ich auch klardüfler und düsterklar her, welchesich gleichfalls dafür gebrauchen ließen. Ad. verweisetdas Wort düster zwar in die gemeinen Mund-arten,und behauptet, daß es der edleren und hohem Schreib-art unwürdig sei; aber es ist nicht abzusehen, mit wel-chem Rechte. Es hat weder etwas sprachwidriges inseiner Form, noch etwas unangenehmes in seinem Klän-ge, und ist von unsern guten, ja sogar von unsern er-sten Schriftstellern, z. B. von Klopstock, nicht etwanur irgend einmahl, sondern oft, nicht bloß in der nie-drigen, sondern auch in der höchsten Schreib-art ge-braucht worden. Der einzige angebliche Grund, dener wider dasselbe anzuführen weiß, ist der: „daß es vordunkel und finster nichts voraus habe." Aber verdientes darum verworfen zu werden? Eins hat es aber dochvon jenen Wörtern allerdings voraus, dieses: daß esweniger gebraucht, folglich noch nicht gemein gewordenist; und noch eins: daß wir den Nebenbegriff melan-chol'.sch damit verbinden. Deswegen konnte z. B. A l-zcing er in folgender Stelle weder dunkel noch finster,sondern nur düster gebrauchen:
Der düstre Rabe krächztDurch deine wirthlichen Gewölbe.
Man versuche auch, ob in folgender Stelle aus demNeuen Froschmausler eins oder das andere von jenengewöhnlicheren Wörtern besser als düster gepaßt habenwürde:
— Ihn zehntel der Priester;
Und läßts in seinem Kopfe doch düster.
Clair- voyant (spr. klärwoäjang), hellsichtig. Das Sach-wort Hellsichtigkeit für Clair-voyance hat L a v a ter.Man versteht unter Clair-voyants, in der Sprache dersogenannten Magnetiseurs, Leute, die mit geschlossenenAugen und schlafend besser sehen sollen, als wir andernim Wachen und mit offnen Augen.
Clandestin (spr. klangdestäng), heimlich, z. B. in heim-licher (clandestiner) Ehe leben.
Clarinstt, Jtal. Clarinetto , die längere Oboe mit brei-terem Mundstücke und mehr flöten-artigem Tone. Mankönnte dieses Tonwerkzeug vielleicht die hellklingende oderauch die gellende Flöte, zusammengezogen, Gellflvtenennen. Im Jtal. heißt Clarino die Trompete; folg-lich Clarinetto, das Trompetchen.
Clariren, heißt in der Schissersprache, den Zoll abtra-gen, mit Einem Worte, zollen. Hier muß erst gezolltwerden. Der Schiffer legte au, um erst zu zollen oderden Zoll zu erlegen.
Classe, kann für eingebürgert gelten; muß aber dannauch mit K, nicht mit dem Lat. C, geschrieben wer-den. Sonst haben wir auch Ordnung, Gattung, undFach dafür.
Classification, die Klassen - eintheilung, oder Klassen-vertheilung, die Fach-ordnung, die Abfachung oder
Derfa-