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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
184
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Cire

CirH

und Umlauf da , wo der Auslaufende »war nach demOrte, von wannen er auslief, wieder zurückkehrt, aberohne gerade einen KrciS zu beschreiben, wie z. B. von»Gelde, und vom Blute in den thierischen Körpern.

Circuliren, umlaufen, und kreisen. Das letzte soll,nach A d., nur noch bei den Jägern, für ein Gehölz oderGebüsch umgehen, gebräuchlich sein; allein diese sageneinkreisen, und unsere besten Dichter haben das einfachekreisen in seiner allgemeineren Bedeutung schon langewiederhergestellt:

In stetem Wechsel kreisetDie flügelschnelle Zeit. Voß.

Durch seine Adern kreiset frischUnd ungehemmt sein Blut. Bürger.Rüdiger meint zwar, dieses Wort sei nur für den'Dichter brauchbar; allein ich sehe keinen Grund zu die-ser Behauptung. Warum sollte man nicht auch in ge-meiner Rede, z. B. sagen können: Der Habicht fliegekreisend über uns? Klopstock hatzirkeln dafür gesagt:Aber es zog im Seitenpallast, von einsamen LampenHalbdurchdammert, ein zirkelnder Gang sich hin-über zum Richtsaal.

Eben dieses Zeitwort hat auch Bübg e r:

So zirkeln immerLust und Genuß,

Und UcberdrußBefallt uns nimmer.

Der Dichter könnte auch wol eben so schon als neu:Die Wandelsterne walztenUm ihre Sonne,

sagen. Ob schon jemand diesen Ausdruck so gebrauchthat, weiß ich nicht; wol aber ist mir in einem neuernWerke des sich so nennenden Anton Wall's (Heyne)das mir bis dahin noch fremde Wort landein in eben-derselben Bedeutung, ja sogar auch das davon abgelei-tete Beschaffenhcitswort landerisch, für walzend in fol-gender Stelle vorgekommen: „Auf ihr (der unschuldigenMädchen) Handeln und Wandel, auf ihr Leben, Stre-ben und Weben, verstehe ich mich eben so wenig, alsauf die Edelsteine im Uranus, oder auf die Bewohne-rinnen der unsichtbaren Großsonnc, um welche unsereAlltagssonne mit einigen tausend andern Jahr aus Jahrein ihren landcrischcn Tanz macht, wahrend die Groß-sonnc wieder mit ihren tausend Schwestern um eine Ur-großsonnc landert." Dieses Work, welches ich bei Ad.,Frisch, S kiel er u. s. w. vergebens suchte, ist in derSchweiz, vermuthlich auch in Obcrdeutschland, für wal-zen gebräuchlich. Lange wußte ich über die Herkunft des-selben , auch nicht einmahl eine Vermuthung zu fasten;endlich bot sich mir folgende dar: Im Schwedischen undIsländischen heißt Linda der Gürtel, und im Hollän-dischen Lim die Borte. Mit diesen scheint Land, so-wol seinen Bestandtheilen, als auch seiner ursprüngli-chen Bedeutung nach, eins zu sein. Man dachte sich

das Meer-umgürtende Land als einen Gürtel, der rundum das Meer herumlauft, um es einzuschließen. Da-her konnte landern, erst kreisförmig umgeben, dannauch sich kreisförmig um etwas bewegen oder umkrei-sen bedeuten. Was dieser Vermuthung einige Wahr-scheinlichkeit gibt, ist: i. daß Geländer, wenigstensoft, eine um etwas herumlaufende Einfassung bedeutet;und 2.daß ehedem dasWort Land, vornehmlich in derMehrzahl, die Lande, eine absichtlich wüst gelasseneSteppe bezeichnete, womit die Deutschen ihr bewohntesund angebautes Land, wie mit einem Schuhgürtel um-gaben, damit die Feinde durch die Wildheit und gänz-liche Nahrungslosigkcit dieser Granzländcr von Angrif-fen und Einfällen abgeschreckt würden; daher denn auchnoch jetzt im Französischen les Landes, irrt SpanischenLlanta und im Jtal. Landn, eine wüste Steppe oderunangcbaute Heide bedeutet.

Circumfereiiz, der Umfang. Dieses Deutsche Wort istvon Umkreis (Peripherie) darin unterschieden, daß wirbei letzterem an eine regelmäßige Kreislinie, bei erste-rem hingegen nur an eine Begränzungslinie überhaupt,sie habe welche Figur sie wolle, denken.

Circumflex, in der Sprachlehre, das Dehnungszeichen.Einem einen Circumflex geben, heißt in der Studen-tensprache, einen durch einen Hieb zeichnen. In Ca-te ls Wörtcrb. der Academie finde ich Hütchen dafürangesetzt.

Circumspect. Man setzt gewöhnlich vorsichtig dafür an.Allein dadurch wird der Inhalt des fremden Worts nichtvöllig wiedergegeben; denn vorsichtig bezeichnet nur den,der vor sich hinsieht, circumspect hingegen den, derrund umher blickt. Ich schlug daher vor, das Hol-ländische omzigtig, umsichtig aufzunehmen, welchesjenem Latein. Worte vollkommen antwortet. Hinterherfand ich, daß dieses, so wie auch das dazu gehörigeSachwert, die Umsicht, auch in unsererSprache schonwirklich da sei. In einer Vorstellung der TrierschcnLandsstände an ihren Fürsten, die unweise Beschützungder gegen ihr Vaterland sich waffnenden FranzösischenAusgewanderten betreffend, heißt es: „Dieser Schritt,so umsichtlich und schonend er auch immer geschehen wird."Vermuthlich wird jener Fürst es jetzt sehr bereuen,' daßer auf diese Vorstellung damahls nicht achtete, und nichtetwas umsichtiger war. Das Sachwort Umsicht wirdin Franklins kleinen Schriften, übersetzt von G.S ch a tz gebraucht, welcher dieses Wort aus einer Deut-schen Mund-art entlehnt zu haben versichert. Auch inden Dekonomischen Beobachtungen über einige gebräuch-liche Dünger-arten von Thiele steht: „Daß die Mer-geldüugung noch nicht mit gehöriger Umsicht und mine-ralogischer Beobachtung vorgenommen werdet v. Hcß(in den Durchsingen) hat Umsichtigkeit, wie Vorsich-tigkeit gebildet: „Um unsere innere Sclbstständigkeit zubewahren, müssen wir schon einen Theil derselben auf

Umsich-