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1 (1808) A - E
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Chronometer , ein Zeitmesser. Eigentlich gehört dieserName einer jeden Uhr; man pflegt aber nur die See-uhren, ihrer großem Genauigkeit wegen, so zu nennen.Man hat aber auch in der Tonkunst einen, von dem ge-schickten Kanter Stöcke! zu Burg im Magdcburgischenneuerlich verbesserten Chronometer, den Reichardtauf Deutsch den Zeit - oder Taktmcsscr nennt.

Chronostichon oder Chonogramm, ein oder mehreVerse oder Zeilen, worin einzelne Buchstaben eine ge-wisse Jahrzahl bezeichnen. Iahrzahlvers oder Jahrzahl-verse. Eatel hat Zahlbuchstaben - Inschrift dafür an-gesetzt. _

Chrysolith, der Goldstern. A delung.

ChrysomarLie, die Goldwuth oder der Goldhunger.

Chrysopras, wofür mau im gemeinen Leben Chrysopaszu Hören pflegt, von^unox, Gold, und , Por-

reelauch , eine Art von Goldstein ( Chrysolith ), dersich durch seine gclbgrüne, dem Porreelauche ähnelndeFarbe, unterscheidet. Adclung hat das dculschklin-gende WortPraser dafür. Goldpraser würde dem Gri-chischen Worte vollkvmmner antworten.

Chylilieation oder Chylosis, die Bereitung des Milch-saftes aus den genossenen Nahrungsmitteln; also dieMilchsaftsbereitung.

Chylus, der Milchsaft, der Nahrungssaft.

Chymicus oder Chymist (auch Chemieus und Che-mist), ein Scheidekünstler.

Chymie oder Chemie, die Scheidekunst. Dieser Deut-sche Name druckt freilich nur die Eine Hälfte des vondieser Wissenschaft gelehrten Verfahrens, nämlich dieTrennung der Bestandtheile, nicht aber auch die Zusam-mensetzung derselben, wodurch neue Erzeugnisse hervor-gebracht werden, aus. Aber das ist auch mitdemGri-chischen Worte der Fall, und der Sprachgebrauch hatuns schon gewöhnt, uns damit zu begnügen.

Chymiseh öfter Chemisch, 1. als Nebenwort (Aclvobium), durch Scheidekunst; z. B. er hat es durchScheidekunst (chemisch) untersucht. 2. Als Beiwort (Ad-jectivum). Hier weiß ich (wofern man nicht etwa dasveraltete künftig wieder aufnehmen will, da man dennvon diesem scheidekünstig bilden könnte, (S. Ästhe-tisch.) nur auflösend anzugeben; welches aber freilicheben so mangelhaft ist, als das Grichischc Wort, in-dem es nur einen Theil von demjenigen angibt, wasdurch die Scheidekunst bewirkt wird. Von der hartenAbleitung scheidekünstlerisch, welche einige versucht ha-ben , bemerkt H e p n atz im Antibarbarus, daß sie nichtsowohl chemisch, als vielmehr chemistisch ausdrucke,Von eben diesem lerne ich, daß Krup, der Uebcrsetzervon Barnevclds Abhandl. üb. d. Bestandtheile des Was-sers , schon vor mir scheidekünstig gebraucht habe.

Ciborium , ursprünglich ein, aus einem Aegyptischen Ge-wächse verfertigtes Trinkgeschirr.

Oblivioso levia Massico

Ciboria exple.

Horat.

In dcr Rom. katholischen Kirche wird das Häuschen oderGefäß damit gemeint, worin das Allerhciligste (Vene-rabile), ein geweihtes Stück Mundlack verwahrt wird.

Cicerone (spr. Tschilscherone), ein Führer oder Herum»führcr in Italien, der den Fremden die Merkwürdig-keiten zeigt; also etwa ein Kunstzeiger.

Ciehorie, Wegwarte.

Cicisbeo (fpr. Tschitschisbeo), eine Mannsperson, die ei-nem verheiratheten Frauenzimmer, nach Jral. Sitte, zumbeständigen Begleiter dient, sie führt, sie unterhält u. s.w. und hierin die Stelle ihreö Mannes vertritt, ohnegerade ihr Liebhaber zu sein. Man könnte ihn Mann-vertreter, oder auch Beimann nennen. Das Amt oderGeschäft eines solchen Beimanns wird das Cidsbeatgenannt, wofür man also etwa das Beimannsamt sa-gen konnte.

Cicler, Obstwein.

Cidevant, ehemahls, weiland. Man hat wahrend derFranz. Staatsumwälzung ein Sachwort daraus gemacht,und die ehemahligen adelichen und fürstlichen PersonenCidevarjts genannt. Da der Ausdruck nur in scherz-hafter und spottender Rede vorkommen kann, so ließeer sich durch die Vorhinnigen, oder die Weilandc ver-deutschen.

Cilicium, ursprünglich ein in Cilien aus Bockshaareu ver-fertigtes rauhes Tuch, welches die Einsiedler zur Kreu-zigung ihres Fleisches , auf bloßem Leibe trugen. Dann.end) der Gürtel vonPferdehaaren oderDrathe, der vonkatholischen Ordensgeisttichen in gleicher Absicht getragenwird. S. Eneyelopadifches Wörterbuch. Zeit) igoo.Man könnte Bußgürtel dafür sagen, weil er zur Bü-ßung dient.

Ciment, der Mörtel, Kitt, Mauerkitt. Göthe hatdas allgemeinere Wort Bindungsmittel, wofür manauch Bindemittel sagen könnte.

Cimetitirett, verkitten.

Circulär , kreisförmig, kreislaufend, kreisend.

Circularschreiben. Das Deutsche Wort Umlauf istschon dafür eingeführt. In Henke's Kirchcngeschichtcwird Cirkelschrciben dafür gebraucht, welches aber theilsselbst nicht rcindeutsch ist, theils auch ein Schreiben nachoder mit dem Cirkcl bedeuten könnte. Kreisschrciben,welches ick) ehemahls dafür angesetzt hatte, wurde alszweideutig von R ü d i g e r' n verworfen, weil man dar-unter auch ein für einen Kreis, d. i. für einen gewissenTheil des Landes bestimmtes, oder von demselben erlas-senes Schreiben, verstehen könnte.

Circtilatiott, der Umlauf, der Kreislauf. Will mangenau reden, so gebrauche man Kreislauf nur da, wovon einem Laufen nach der Kreislinie die Rede ist, z. B.von dem Umschwünge der Wandelsterne um die Sonne,

und