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1 (1808) A - E
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Chor

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letzte nicht bloß, wie Ad. meint, den Tanz selbst, son-dern auch die Gesellschaft der Tanzenden bedeutete, er-hellet unter andern aus Richt. 21 , 22. Wenn ihr se-het, daß die Töchter Silo heraus mit (im) Reigen(im Chor) zum Tanze gehn. Für Vollgcsang, oderChor in der dritten Bedeutung genommen, kommt dasWort Reigen sowvl in dem alten, als neuen Frosch-mausler vor:

Und singen daneben in viclstimm'gcn Reigen

Zum Klang der Pfeifen, Lauten und Geigen.

Choral (spr. Korahl). Es wird bald die Weise (Melodie)eines Kirchengcsangcs, bald ein solcher Gesang selbst dar-unter verstanden ; also entweder Kirchcnweise, odcrKir-chengcsang. Eschenburg setzt zu genauerer Bestim-mung einfacher hinzu.

Chordo. S, Corde.

Choregraphie, die Tanzbeschrcibung, d. i. die Abbil-dung der Tanze durch Figuren.

Choriambus, ein Versfuß, der aus vier Silben besteht,wovon die erste und letzte lang, die beiden mittelstenkurz sind. I. L ö w e hat ihn den Schauklet genannt.

Choriste, ein Korsanger. S. Chor.

Chorographie, die Beschreibung einzelner Gegenden;also die Gegendbeschrcibung.

Chris, eine Schulrede.

Chrisam, Weide - öhl.

Chromatisch, in der Tonkunst, halbschreitig, d. k. inverschiedenen, auf einander folgenden halben Tönen auf-oder absteigend. Das Stück ist an einigen Stellen halb-schreilig. Ich sindc dieses Wort in Catels Wörter-buchc der Academie unter Chromaticjue. Sonst istes mir nicht vorgekommen; ich halte es daher für einncugebildetes. Rcickiardt setzte gemischte Tonsolgedafür an.

Chronick. Einige haben Jahrbuch dafür gesagt; diskommt aber eigentlich mit dem Lat. Annalen überein.Geschichlbuch, welches A d. dafür hat, ist zu allgemein;es paßt auf jedes Werk, dessen Inhalt Geschichte ist.Moritz hat Zeitgeschichte dafür vorgeschlagen; aberdabei denken wir eher an die Geschichte der gegenwär-tigen Zeit, des Tages, oder auch an eine chronologi-sche Geschickte überhaupt, als an eine Chronik insbe-sondere. Zeitbuch, welches Rüdiger vorzieht, drucktzwar den Begriff auch nicht ganz bestimmt aus; alleines kommt doch dem Grichischen Worte am nächsten, undist schon von altern Schriftstellern dafür gebraucht wor-den. Canitz hat es:

Obgleich kein Zeitbuch noch von seinen Thaten

schrieb,

wo cS aber freilich auch so viel als Geschichtbuch über-haupt bedeuten kaun. Die nähere Bestimmung, die wirbei Chronik hinzuzudenken gewohnt sind, ist: daß einemit den Jahren fortlaufende besondere Geschichte eineseinzeln-'n Orts, oder eines einzelnen Landes damit ge-

meint werde. Diese fehlt zwar bei Zeitbuch, aber siefehlt auch bei Chronik. Da nun jene Deutsche Benen-nung, wieHeynatz im Antibarb. anmerkt, schon hän-sig gebraucht worden ist, ja zu G 0 ttsch e d s Zeitenschon für Sprachgebrauch galt: so thun wir, glaube ich,wol, stein Ermangelung einer noch bessern, beizubehalten.

Chronique scandaleuse ( spr. KrvniHk' skangdalös');man hat Aergergeschichte dafür gesagt; allein diesem Aus-drucke fehlt es an Deutlichkeit. Laster - oder Klatsch-geschichte würden dem Begriffe angemessener und ver-ständlicher sein. Den letzten Ausdruck hat neulich einSchriftsteller zum Titel eines Buchs gewählt: EineKlatschgeschichte aus dem Englischen von G. Merkel.Hamb. 1798.

Chronische Krankheiten, sind langwierige.

Chronogramma. S. Chronostichon.

Chronographie, die Zeitbefchreibung.

Chronolog, ein Zeitkundiger, Zeichrechner.

Chronologie, die Zeitrechnung, Zeitkunde, Zeitlehre,Daneben trieben eifrig sieDie Meßkunst, die Geographie,

Die Baukunst und Astronomie,

Auch die Gefchicht' und Zeitenlehr'.

Historisches Bilderbuch.

Chronologisch, als Nebenwvrt ( Adverbium ), derZeitfolge nach, z. B. er hat die Begebenheiten nach derZeitfolge (chonologisch) geordnet, oder, er hat sieder Zeitfolge nach beschrieben. Als Beiwort (Adjecti-vum) kann es, in allen denjenigen Fallen wenigstens,die ich mir auszudenken vermochte, durch Zusammense-tzungen mit Zeit umgangen werden, indem wir z. B. fürchronologische Geschichte Zeitgeschichte, für chronologi-sche Tabellen, Zeittafeln, für chronologische Ordnung,Zeit-ordnung sagen. Eine chronologische Abhandlung isteine zeitberechnende. Ich kann daher die von Mori-tz'en vorgegebene, und von Rüdiger'» anerkannteNothwendigkeit, das fremde Work beizubehalten, nichtgegründet finden. Der angegebene Grund: weil es einwissenschaftlicher Ausdruck sei, scheint mir sehr un-statthaft zu sein. Gerade deswegen sollten und müßtenwir, wie ich in der vorstehenden Abhandlung bewiesenzu haben glaubte, uns um so mehr bemühen, ihn zuverdeutschen, weil unsere Wissenschaften nicht eher ge-meinverständlich werden und aus dem kleinen Kreise derGelehrten sich unter das Volk, d. i. hier, unter dieNichtgelehrten, verbreiten können (und das wäre dochwol zu wünschen?), bis die ausländischen Kunstwörterdaraus völlig verbannt und durch einheimische, allge-mein verständliche ersetzt sein werden. Man versuche esnur; es wird gar nicht schwer fallen, auch das Grichi-sche chronologisch , als Beiwort genommen, überall oh-ne Unbequemlichkeit zu vermeiden, und den dadurch be-zeichneten Begriff Deutsch auszudrucken. Ich wenigstensweiß keinen Fall zu ersinnen, wo dis unthuulich wäre,

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