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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
179
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Chas

Cliau

Cliau

Chev

i start Charteque, welches meines Wissens kein Fran-zösisches Wort ist, gleichwol auf Französische Weife zuschreiben pflegt, weiss ich nicht.

Chassen, Franz, chasser (fpr. schasseh), fortjagen. Ichwerde ihn schassen, sagt man.

Chatoulle (fpr. Schatull), das Gcldkastchcn. Kinder-litt g. Allein da man in der Chatoulle auch andere Kost-barkeiten, z. B. Ringe, Schnallen, wichtige Briefschaf-ten u. dcrgl. zu verwahren pflegt: so möchte Gchcim-— kastchen oder auch Schahkastchen wol noch paffendersein. Wenn von der Chatoulle eines Fürsten die Redeist, wie wenn man sagt: er habe dieses oder jenes aus, seiner Chatoulle bezahlt; so meint man seinen Haus-schal; oder seine Hauskaffe, welche der Staatskaffeentgegengesetzt wird. Auch dieses Chatoulle ist, mei-nes Wissens, kein Französisches Wort, ungeachtet dieDeutschen es als ein solches zu schreiben pflegen.Chaussee (fpr. Schosseh). Da wir erst in neuern ZeitenChausseen zu bauen in Deutschland angefangen haben:so ist es kein Wunder, daß wir bis dahin auch nochkein Deutsches Wort dafür hatten. Seitdem wir abernunmehr, wenn gleich noch nicht überall, doch schon inmanchem Theile unsers Vaterlandes, die Sache besitzen,so hat man auch das Bedürfniß, eine Deutsche Benen-nung dafür zu haben, zu fühlen angefangen, und dassel-be zu befriedigen gesucht. Einige haben Hochweg, nachdem Englischen High-way, versucht:

Nach dem Rande des HochwegSIrrte das knarrende Rad.

Göthe.

Andere, wicjlköfsig, in der Geschichte der Oekonomie,Polizei und Kammcrwissenschaften, haben Straßen»dämm, und wiederum andere, wie R e ß, in den Bei-tragen zur wettern Ausbildung der D. Sprache, Fahr-damm dafür gesagt. Einige haben sogar Damm schlecht-weg vorgeschlagen, wofür aber andere, und zwar mitRecht, lieber Dammweg sagen wollten, weil jenes dochgar zu unbestimmt sein würde:

Bis zum Dammweg, welchen sie zichn, ists immer

ein Stündchen.

Göthe.

Alle diese Ausdrücke haben ihre Mangel. Denn daß einWeg hoch ist, oder daß ein Damm, wie eine Straßebefahren wird, macht beide noch nicht zu Chausseen.Beides paßt auch z. B. auf die Hamburgischen Elbdci-che oder Elbdämme in den Vierlandcn u. s. w., welchezugleich Fahrwege, aber deswegen noch keine Chausseensind, weil sie bloß aus aufgeworfener Erde bestehen.Mo r i tz wollte Kiesweg dafür einführen; aber nicht je-de Chaussee ist mit Kies belegt; und es gibt auch na-türliche Kieswege, welche keine Chausseen sind. Ich selbstwagte es, Kunststraße -—>wie Kunstfeuer, Kunsthöhle(Grotte)—dafür zu bilden; weil die Chaussee eineStraße ist, deren Anlegung und Unterhaltung Kunst cr-

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federt. Dis Wort ist von einigen angenommen, von an-dern getadelt und verworfen worden. Die Härte, wel-che aus dem Zusammenstoße des doppelten st entsteht,fühlte ich selbst zuerst, und bedauerte, daß ich sie nichtzu vermeiden wußte; allein ich tröstete mich mit derBemerkung, daß es mehr dergleichen Wörter in unse-rer Sprache gibt, z.B. Kunststück, Kunstsprache, Kunst,Pfeifer u. s. w. durch deren Gebrauch wir uns an dieseHärte schon gewöhnt haben. Man könnte indeß, umsie zu vermeiden, Kunstwcg sagen; nur daß Weg hiernicht völlig so gut, als Straße, paßt. Rüdiger warfdagegen ein: Kunststraße ober Kunstweg sei zu allge-mein und unbestimmt, weil jeder gemeine Stein- oderKnikteldamm eben so heißen könne; indem auch diese,nicht von der Natur, sondern durch Kunst angelegt wä-ren. Allein eben so könnte man unter Kunstgartncr je-den gemeinen Gärtner, unter Kunstgarten jeden gemei-nen Kohlgarten verstehen; man verbindet aber doch mikjenem den Begriff eines Mannes, der die Gartenkunstin höhercin Grade besitzt, und denkt bei diesem an ei-nen vorzüglich kunstmäßig angelegten Garten. DaSWort Kunst wird nicht immer der Natur, sondern auchder gemeinen Fertigkeit entgegengesetzt.

Eine Chaussee ist entweder mit Kies oder kleinge»schlagencn Steinen belegt, oder gepflastert. Im letztenFalle ist sie ein Pflastcrweg oder eine Pflastcrjtraße,Franz. Pave.

Chaussiert (spr. schossiert), in Schuhen und Strümpfen.Er ist schlecht chaussirr, d. i. es steht schlecht um seineSchuhe und Strümpfe, um seinen Bein-anzug, umseine Unterkleider.

Cliel (spr. Schef) das überhaupt, der Anführer oderHauptanführer, Vorgesehter. Ein G eneral en chefist ein -Oberbefehlshaber.

Chef-d’oeiivre (fpr.Schehdöwr), ein Meisterstück oderMeisterwerk.

Chemie. S. Chymie.

Chemise (fpr. Schcmise), in der Modesprache, wo einegewisse Fraucnzimmertracht, eine Art von Schlafrock,damit gemeint wird, ein Hemdkleid. Das Franz. Wortbedeutet zwar nur Hemd schlechtweg; allein da diesesschon seine eigene feste Bedeutung bei uns hat, so be-darf es für die neue Bedeutung eines näherbcstimmcn-den Zusatzes.

Cheuillen (spr. Schenilljcn), Sammtfchnürc. Hc ynatz.

Chevalerie (fpr. Sch'wallerih), die Ritterschaft, das Rit«terthum.

Chevalier (spr. Sch'wallieh), ein Ritter.

Chevalier ä'inclustrie (spr. Sch'walljcH dangdüstrih),ein Mensch, der unter dem angenommenen Acußcrn ei-nes Mannes von Erziehung und von Ehre, von Gau-nereien lebt. Wir haben Glücksritter dafür.

Chevaux legers (spr. Sch'woH legeh), leichte Reiterei.,

Z 2 Chiea-^