Cast
Casu
Casu
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Castelan, ehemahls Burgvogt ; jetzt Schloßvcrwaltcr.Im Braunschweigischen sagt man auch Bcttmeister da-für; wenigstens führt der Schloßverwalter zu Salzdah-lcn diesen Titel. Ehemahls wurden auch die Gouver-nörc der Kastele mit dem Namen Castelan belegt, daer denn mit Schloßhauptmann gleichbedeutend war. Aufden Polifchen Sprachgebrauch braucht der Verfasser einesDeutschen Wörterbuchs wol nicht Rücksicht zu nehmen.
Castigatiori, die Züchtigung. Castigatio paterna,, dieväterliche Züchtigung.
Casti giren, züchtigen.
Castor, der Biber. Ein Caswrhut, ein Hut von Bi-berhaaren.
Castoreum , Bibergeil.
Castrametation, die Kunst ein Lager abzustechen; alsodie Lagerkunsi.
Castrat. Für dieses ausländische Wort finden sich mehrealtdeutsche, z. B. 1. ein Dhnegeil. Das dazu gehörigeZeitwort heißt entgeilen. Beide sind veraltet, und mö-gen es auch bleiben. 2. Ein Maden oder Meiden, vondem veralteten meiden, schneiden; gleichfalls veraltet.3. Kapp au n, welches jetzt nur noch von Kapphähnen ge-braucht wird: „Ein Maden oder Kapaun ist ein Mann,der seines Gezeugs nit hat." Buch der Natur. Augsb,I 48 Z. 4.Hammling, von dem veralteten hammen oderHammeln, wovon noch der Hammel übrig ist. DiesesWort hat Wieland wieder hervorgezogen. „Der Sultanentledigte sich seines Geheimnisses in die niedrige Seeleeines verächtlichen Hammlings." Außerdem haben wirbekanntlich noch 5. ein Verschnittener; dem man 6. auchdas edlere ein Entmannter beigesellen kann.
Aber allen diesen Wörtern fehlt der Nebenbegriff ei-nes Sängers, den wir mit Castrat zu verbinden pfie-gen. Man müßte daher, sagt Rüdiger, um diesenNebenbegriff mit auszudrucken, Kappsanger zusammen-setzen; welches ihm aber nicht rathsam zu sein scheint,weil diesem Worte etwas niedriges ankleben würde. Aberklebt dem fremden Worte Castrat nicht etwas ähnlichesan? Könnte man in Gegenwart eines Verschnittenen,den man nicht gern beleidigen oder kranken möchte, eswol über die Zunge bringen? Wer nun aber weder die-ses, noch das fremde Wort zu gebrauchen Lust hat, dermuß sich so lange mit den umschreibenden Ausdrücken,verschnittener, verstümmelter oder entmannter Sänger,behelfen, bis ein anderes Wort, welches seinem Ge-schmacke mehr genüget, gefunden sein wird.
Castriren, verschneiden, entmannen; ehemahls auchentgeilen. Von Pferden sagt man legen, und wenn vonSchriften die Rede ist, verstümmeln.
Castrum doloris, ein Trauergerüst, eine Trauerbühne,ein Leichengerüst.
Casu, durch Zufall. Casu substrato, im vorliegendenFalle.
Casual; kann durch Zusammensetzungen mit Gelegenheit
verdeutscht werden, 5. B. eine Casualpredigt, ein Ca-sualgedicht, eine Gelegenheitspredigt, ein Gelegen-heitsgedicht.
Casualitiit, die Zufälligkeit.
Casuell (fpr. kasurll) zufällig.
Casuist. Einige Wörterbücher, 5. 95 . das Schrnidling-sche, haben Gewissenslehrer dafür, weil der Casuistsich anmaßt, über Gewiffensfragen zu entscheiden, oderGewissenszweifel zu lösen; Catel hingegen hat Gewis-senslöser dafür angesetzt.
Casuistic, die Gewissenslehre. Wenn von der berühm-ten Casuistik der Jesuiten die Rede ist: so dürfte manwol, ohne Besorgniß, sich einer Ungerechtigkeit gegendiese guten Vater schuldig zu machen, sich des Ausdrucksjesuitische Knissslehre bedienen.
Casus, i. im gemeinen Leben, der Fall, Vorfall oderZufall, z. B. in der R. a. es hat sich ein besonderercasus ereignet. 2. In der Sprachlehre; wo es seitGottscheds Zeiten ziemlich allgemein durch Endungübersetzt wird; welche nicht sehr bestimmte Verdeutschungauch schon vor Gottsched von ältern Schrachlehrern,z. B. von Stieler'n und Schotte l'n beliebt war.Ihr zufolge bildete man nun auch für die verschiedenenCasus, den Nominativus, Genitivus, Dativus»,f. w. durch wörtliche Ueberfctzung, die seltsamen und oftwenig passenden besondern Benennungen: Nenn-endung,Zeug - endung (wofür Schottet Geschlechts-endungsagte), Geb-endung, Klag-endung, Ruf-endung undNehm-endung. Diese, für jeden der kein Latein ver-steht , folglich auch die Ableitung und den buchstäbli-chen Sinn jener Lat. Kunstwörter nicht kennt, garzu unverständlichen, und ^seltsam klingenden Ausdrücke,würden schon längst in verdiente Vergessenheit gerathensein, rdenn nicht ein achtungswnrdigcr neuer Sprach-lehrer, Hepnatz, sie anzunehmen und dadurch fortzu-pfianzcn beliebt hätte. Popowitsch suchte Biegefalldafür einzuführen; und bezeichnete die darunter begrif-fenen sechs besondern Casus, ben Nominativus, Gen.Dat. u. f. w. durch erster, zweiter, dritter u. f. w. denNominativus insbesondere auch durch ttrfall. Ich selbstglaubte dieser Verdeutschung den Vorzug geben zu müs-sen, bis ich mich erinnerte, daß fowol in unserer, alsauch in andern Sprachen, die Wörter nicht immer durchalle Casus gebogen werden, sondern oft unverändertbleiben; so daß der Name Biegefall in sehr vielen Fäl-len völlig unpassend sein würde. Andere, z.B. Hey-natz, übersetzten Casus auch durch Abfall, welchesaber zweideutig war; noch andere durch Um- en-dung, und wiederum andere durch Fall-endung. Beibeiden war nicht bedacht worden, daß ein Wort, in-dem es aus einem casus in den andern übergeht, nichtimmer eine andere Endung bekommt. Klopsiock hat inden Grammatischen Gesprächen (ob schon früher, weißich nicht) casus durch Endniß, die erste, zweite, drit-te