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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
171
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Casa

Casq

Cass

Cast

wir, stakt der Grichischen Caryatiden, vielleicht Deut-sche Wernsbergerinncn haben.

Casaque (fpr. Kasack'), ein Reise - oder Reitrock.

Casaquin (spr. Kasakäng), ein Hausrock. Heynatz.

Cascade, ein Wasserfall.

Casei, Casula, das Priestcrgewand, oder derUmwurf,womit die katholischen Priester bei ihren Amtsverrichtun-gen bekleidet sind.

Casematte , ein Gewölbe unter dem Walle einer Festung,welches angelegt wird, um theils den Graben darauszu bestreichen, und in dieser Hinsicht wird es von Ad,Kanonenkeller (besser Stückkeller) genannt; theils Ge-genminen darin anzulegen, und in dieser Hinsicht über-setzt der genannte Sprachlehrer es durch Mordkrller;theils endlich, um zu bombenfesten Wohnungen und Ver-wahrungsörtern zu, dienen. In der N. Biblioth. derschönen Wissenschaften wird Mordkeller, als ein un-schicklicher Ausdruck mit Recht verworfen; und übcrCa-nonen- oderStückkeller urthciltRüdiger eben so rich-tig, daß dieses Wort zu eingeschränkt sei. Ich habe inmeiner Preisschrift Wallkeller vorgeschlagen; wofür manaber wol besser Wallgewölbe sagen würde, weil dasWort Keller zu sehr den Nebenbegriff des wirthschafkli-chen Gebrauchs erregt. Blindgtwölbe, welches ich gleich-falls in Vorschlag brachte, und welches mir dem Jtal.Worte Casamatta, von Casa und matta, verdeckt,unsichtbar, am besten zu antworten schien, mißfiel R ü-digcr'n deswegen, „weil es zu künstlich wäre."

Casemattxrt. Der Wall, sagt man, ist cajsematirt, d-i. unterwölbt.

Caserne. Dafür schlug ich Soldatcnhaus vor. Knig-g e fragte dabei: warum nicht lieber Kriegerhaus? Ichantworte: dieses für die höhere, jenes für die niedri-gere Schreib-art, und zum gemeinen Gebrauche, fürwelchen das Wort Krieger zu edel ist. Kind crlinghat Wallwohnung dafür angesetzt. Allein es gibt Ca-sernen, die nicht am oder auf dem Walle stehen, undnicht jede am oder auf dem Walle befindliche Wohnungist cine Caserne. Im Walle legt ttuur Casematten an.S. dieses. Heynatz hat Soldatenhaus aufgenommen;wendet aber doch neuerdings selbst dawider ein: „Daßes ein wenig zu unbestimmt und zweideutig sei, daauch ein von Soldaten bewohntes bürgerliches Haus einSoldatenhaus genannt werden könnet Man müßte da,wo dieses Mißverständniß zu besorgen wäre, durch das

. Beiwort öffentlich vorbauen, öffentliches Soldatenhaus.

Cassino, ein seit einigen Jahren aus Italien"zu uns her-übergekommenes Wort zur Bezeichnung der zum Ver-gnügen angestellten Versammlungen, welche man sonstAssembleen nannte. S. d.

Casquet, Franz, casque, die Blechhaube, oder Blech-kappe; wenn sie nämlich wirklich aus Blech gemacht ist.Sonst könnte man auch Helmkappc sagen, weil das Cas-quet die Gestalt eines Helms hat. Hut-eisen, welches

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Heynatz hat, würde eher das eiserne Kreuz bezeich-nen, welches die Reiter, zur Beschüßung der Hirnscha-le gegen Hiebe, über dem Hute tragen. Man sagt auch,aber'nicht sehr paßlich, Sturmhaube dafür.

Cassa; dieses den Kaufleuten geläufige Jtal. Wort braucht,um ein Deutsches zu sein, nur in Kasse umgebildet zuwerden, weil die Wurzel desselben uns gehört, und diedes Wortes Kasten ist. Es bedeutet sowol den Ort—>Kasten oder Schrank — wo Geld verwahrt wird, alsauch das daselbst verwahrte Geld selbst. Bei Ca5safein, heißt, bei Gelde sein; in Cassa, in Gelde,

■ oder baar.

Cassation, ist bekanntlich mehr als Abdankung und Ab-setzung, und immer, wenigstens der Absicht nach, mitSchande verbunden. Man könnte nach der Aehnlichkcitmit Landesverweisung, Amts- oder Dienstverweisungdafür sagen. Sonst heißt Cassation auch die Tilgungoder Vernichtung, z. B. einer Verschreibung. EinCas-sationsgericht ist ein höchstes Gericht, welches die Ur-thcilssprüche anderer Gerichtshöfe wieder aufheben kann.

Casserole oder Casserolle, auch Castroll oder Ca-strolle, die Kochpfannc. Kinderli ng. Man könn-te auch Pfannentopf, d. i. eine Pfanne, die zugleichTopf ist, oder ein Topf, der zugleich Pfanne ist, da-für sagen.

Cassette , ein Kästchen, oft auch mit der nähern Bestim-mung Geldkastchen.

Cassiren, r. vernichten, z. B. eine Verschreibung; 2.,des Amtes oder des Dienstes verweisen , wie des Lan-des verwiesen. Hiedurch scheint die Härte', welche indem fremden Worte cassiren liegt, hinlänglich ausge-druckt zu sein. Er ist nicht bloß abgesetzt, sondern sei-nes Amtes, seines Dienstes verwiesen worden. Sonsthaben wir auch fortjagen, welches eben dasselbe, undzwar noch härter, sagt. Das Wcchselwort cassirt wird3. für abgenützt oder ausgemergelt gebraucht.

Cassis er, ein Kassenfuhrcr. Da das Wort Kasse wahr-scheinlich mit unserm Kasten aus einerlei,' und zwarDeutscher Wurzel entstanden ist , keinen undeutschen Lautangenommen hat, und in der Volkssprache lebt; so darfman es als ein Deutsches betrachten, ungeachtet es zu-nächst aus Italien zu uns gekommen ist. Aber dannmuß man es auch als ein Deutsches Wort mit K, undnicht, wie Ad., mit C schreiben.

Castagnette (fpr. Kastanjclte), in der Tonkunst, Hand-schellen. R c i ch a r d t.

Caste , ein Stamm, nach Indischem Sprachgebrauche.

Lastei. In sofern es so viel als Citadelle bedeutet, sie-he dieses. In sofern aber ein festes Schloß, welchesallein liegt, damit gemeint wird, haben wir Burg da-für. In der Schiffcrfprache ist Castel so viel als .daSam Vorder- und Hintertheile des Schiffes erhöhete Ver-deck, N.D. Deck; das Vorderdeck, das Hinterdeck, wosfür man auch Back und Schanze sagt.

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