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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
170
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i>ro Cari Carr , Carr Cary

den bildenden Künsten ist re. Selbst die Im. allgem.Literaturzeitung, welche dieses Wort einst unter die un-ausstehlichen zählte, hat eS nunmehr gleichfalls gebraucht:„Wenn Lord Sheffield ein dergleichen Zerrbild vorGib-bon's Schriften hat setzen lassen rc." Völliger hatsogar schon von Zerrbild eine Ableitung für Caricatu-rist, nämlich Zerrbildncr gemacht: „So weit die Er-klärung des Zcrrbildners." In London und Paris,Endlich hat auch einer unserer angesehnsten Sprachlehrer,Hcpnatz, diesem Worte neulich seinen Beifall geschenkt(S. Antibarbarus unter Fraßcnbild); und Catel hates in das Wörterbuch der Academic aufgenommen.

Cariole, ein leichtes, einspänniges Fuhrwerk mit zweiRädern.

Carios, angefressen.

Cariren, eigentlich Mangel leiden, in der Schulshracheaber zur Strafe fassen, oder die Hnngerssrafe leiden.

Curgaison (spr. Kargäsvng), die Schiffsladung. In derDeutschen Handclssprache hat dieses Franz. Wort diebestimmtere Bedeutung, daß es solche Güter bezeichnet,die auf Rechnung des Absenders an dem Landungsortedes Schiffes verkauft werden sollen. In diesem Verstän-de genommen, könnte man es durch Vcrkaufsgäter über-setzen.

Carmagnole (spr. Karmanjole), ein bei den Neufrankenwährend ihrer Staatsumwälzungssehr gebräuchlich gewor-dener Singetanz, oder Tanz mit Gesang begleitet. Mannannte ste daher selbst eine Zeitlang spottweise, die Car-magnolrn, d. i. die Singetanzer. Die Benennung istvon dem Namen der Stadt Carmagnola in Savoycnentlehnt, wo diese Art von Tänzen schon vorher gebräuch-lich war.

C^-men, ein Gedicht.

Carmesin oder Carmoisin, hochrot!).

. 7 ’arminade. S. Carbonnade.

Carminatis, ein Mittel wider die Blähungen.

Carmosiren oder carmusiren, von dem SchwedischenKarrn, der Rand, einen größern Edelstein mit kleine-ren einfassen. Man könnte umkränzen dafür sagen.

Carnage (spr. Karnage), das Blutbad.

Carnation, in der Mahlerei, die Darstellung unbekleide-ter Theile des menschlichen Körpers, die Fleischdarstel-lung oder Fleischmalerei.

Carnaval, im £>. D. Fasching; sonst auch Fastnachts-lustbarkeiten oder Wintcrlustbarkeiten. Das O. D. Fa-sching ist seit einiger Zeit auch in die Schriftsprache ein-geführt worden.

Carotte, -. eine gelbe Wurzel; 2. ausgerippte Tabacks-stangen zu Schnnpftaback.

Carpiren, tadeln.

Carreau (spr. Karroh), 1. jedes Viereck; 2. das rothegeschobene Viereck auf den Französischen Karten, wofürwir Rauten sagen. Rautenkönig, Raukendaus.

Carrd, viereckig. Ein Carre, Franz. ()uarre, ein Bier-eck.

Carriere, r. die Laufbahn, oder der Dicnstgang. DerDienstgang, den ein junger Mensch, der sich dem Sol-datenstande widmet, machen muß, ist lang und be-schwerlich. Er hat seine Laufbahn beim Kammergerich-te angetreten. Er hat eine schöne Laufbahn gemacht.2. Derbolle Lauf. En Carriere reiten, mit verhäng-tem Zügel jagen.

Carrosse, heißt im Französischen eigentlich nur eine Kut-sche schlechtweg; allein in Deutschland hat der Gebrauchden Ncbenbegriffdcr Pracht damit verbunden; hier alsoein Pracht- oder Prunkwagen, Staatswagen oder eineStaatskutsche.

Carrou 38 eI (spr. Karussell), das Ritterspiel, ein Ringel-rennen.

Carre Manche. S. Blanqnett.

Carre! (spr. Kartell), 1. ein Fehdebrief öder eine Heraus-foderung; 2. ein Auslicferungsvertrag, d. i. eine Ue-bereinkunft wegen Auslieferung der Ucberläufer.

Carton (spr. Kortong), i. Pappe oder Pappendeckel; 2.eine Haubenschachtel, Bandschachtel u. s. w. von Pap-pe; 3. in der Druckersprache, ein umgedrucktes Blatt,welches an die Stelle eines ausgeschnittenen kommt.,

Cartouche (spr. Kartusch'), 1. in der Sprache der schö-nen Künste, eine zierliche Einfassung, 2. eine Schuß-rolle (Patrone), d. i. eine aus Pulver und Kugel beste-hende Ladung, Z. eine Kartatschenbüchse, d. i. eine auSPappe, Holz oder Blech gemachte Büchse, die mit klei-nen Kugeln oder zerhacktem Eisen angefüllt, und so, statteiner einfachen Kugel, aus Kanonen geschossen wird.

Caryatiden, in der Baukunst, eine Art von Säulen, wel-che die Gestalt des obern Theils weiblicher Körper ha-ben, und, alsBauzierrathen, zur Unterstützung hervor-ragender Lasten, z. B. der Söller (Balcons oder Chöre),und der Gebälke, gebraucht werden. Gestalt und Na-me rühren von einem Geschichtsümstande her. Die StadtCarya im Pclopones hatte zur Zeit des Einfalles der Per-ser in Grichenland, abtrünniger Weise, die Partei der-selben ergriffen; und es wurde daher, nachdem diesermächtige Feind zurückgeschlagen, sie selbst von dcn Grichcneingenommen war, die schwere Strafe an ihr vollzogen,daß alles, was männlich war, über die Klinge sprin-gen mußte, der weibliche Theil der Einwohner hingegenzur Sklaverei vcrurthcilt wurde. Diese an einer treu-losen Stadt verübte Rache suchten die Grichischen Bau-künstler dadurch zu verewigen, daß sie Bildsäulen, wieCaryatischeWeiber bekleidet, gleichsam als Sklaven bil-deten, vcrnrtheilt, schwere Lasten zu tragen. — Da dasWort Träger schon gebräuchlich ist, um solche Balken zubezeichnen, welche andere Balken tragen oder halten müs-sen: so könnte man die Caryatiden, ihrer weiblichen Ge-stalt wegen, Tragcrinr.cn nennen. Wenn die DeutschenBauküustler einen Umstand unserer eigenen Geschichte aufeine ähnliche Weise hätten benützcn wollen: so würden

wir.