Carb
Care
Cafe
<Ü8 CaqH
nee Oden zu verjüngen gewagt, welches in der Ver-bindung, in welcher es geschehen ist, eine vortrefflicheWirkung thut:
Wann wird enden der Schwatz, Philosophie ge-nannt!
Caquetiren, schwatzen, Gewäsch machen. Im N. D.haben wir auch das mit dem Franz, caqueter und mitdem Engl. calde verwandte kakeln, welches ursprüng-lich das Kackrrn der Hühner bezeichnet, uneigentlichaber für schwatzen gebraucht wird. Richep und dieVers. deö Brem. Wörterbuchs haben zwar für diese bei-den Begriffe zwei Wörter, nämlich kakeln und kakeln,jenes für die eigentliche, dieses für die uncigcntlicheBedeutung angesetzt; allein folgende Gründe überzeugenmich, daß diese angeblich verschiedenen Wörter nur ver-schiedene Aussprachen eines und ebendcffen Worts sind,und daß dieses kakeln, nicht kakeln laute: i. weil manin einigen Gegenden N. Deutschlandes, z. B. im Braun-schweigischen, nur dieses kakeln, und zwar in beidenBedeutungen hört, welches auch schon in Bremen derFall zu sein scheint, weil diePerf. des Wörterbuchs nurdieses aus ihrer eigenen Mund-art aufgezeichnet, kakelnhingegen bloß vonRichey angenommen haben; 2. weilbis Wort auch in dem Franz, caqiieter, und dem Engl.calde, das a hat; Z. weil die Stimme der Hühner, diedadurch nachgebildet werden soll, in ihrem ka! ka! ka!mehr ein a als ein a hören läßt; 4. weil dieser nämli-che Laut auch in einigen Ableitungen, z. B. in Kikel-kakel (dummes Geschwätz) und in kakelbunt (vcrwirrtzdurch einander), gehört wird; und endlich 5. weil dieLeiden Bedeutungen, die eigentliche und die uneigentli-chc, so nahe mit einander verwandt sind, daß nicht ab-zusehen ist, warum man nöthig gefunden haben sollte,sie verschiedentlich zu bezeichnen.
Carabiner, eine Reiterflinte.
Carabinier (spr. Karabinieh), ein leichter Reiter.
Caracter. S. Character.
CaraH'e oder Caraffine; man könnte Tischflasche dafürsagen, weil ihre Bestimmung ist, bei der Mahlzeit aufden Tisch gesetzt zu werden. Kristallflasche würde auchdafür passen, weil sie von andern Flaschen sich vornehm-lich dadurch unterscheidet, daß sie von Kristallglase ge-macht ist. Nur Schade, daß Kristall, seiner Betonungwegen, selbst kein reindcutsches Wort ist!
Caravans, 1. ein Reisezug. Heynaß. Wo der Zusam-menhang die nähere Bestimmung ersetzt, kann man auchZug schlechtweg dafür setzen: „Der Zug hatte jetzt dieungeheuern Sandwüsten Arabiens glücklich zurückgelegt."'
Caravanserai , große öffentliche Gebäude im Morgenlan-de, welche den Reisezügen (Caravanen) zur Herbergedienen.
Carbatsche, eine Peitsche.
Carbonade, auch Carminade, Rostbraten. Moritz.Rostflcisch. Heynatz. Das letzte scheint den Vorzug
zu verdienen, weil wir bei Braten an ein einziges Stuckvon größcrm Umfange zu denken pflegen.
Careasss, r. ein Kopfzeug; eigentlich das dazu erfoder-liche Gerippe vvn Drath; 2. eine Brandkugel, d.i. vie-le Handgranaten, durch Hülfe eiferner Bänder zu einereinzigen Kugel vereiniget; 3. das Schiffsgerippe aufdem Stapel.
Carser, 1. das Gefängniß überhaupt; 2. ein Schul-gefangniß.
Carden, Franz. Cardon, ein an Blättern den Artischo-cken gleichendes distel-artiges Gewächs, welches, gleichdem Kohle, keine Frucht, sondern nur große und starkeBlätter erzeugt, deren fleischichte Theile klein geschnit-ten und gekocht, eine gesunde und angenehme Winter-speise gewähren. Wegen dieser Aehnlichkeit mit der Di-stel (cardo) auf der einen, und mit dem Kohle auf derandern Seite, habe ich den Namen Distelkohl ihm ange-messen gefunden.
Cardinal, müßte, wenn es kein Titel wäre, durchHaupt«
^Priester übersetzt werden.
Cardinaltugenden, sind Haupttugenden.
Cardinalwinde, Haüptwinde.
Cardinalzahlen, Haupt- oder Grundzahlen.
Caressant, liebkosend, einschmeichelnd, schmeichelnd,
• und schmeichelhaft. Man findet auch schmeichlich dafür:Mir grünet ein Läubchen,
Das grünt unvergleichlich;
Da lispelt so schmeichlichDie Lust in dem Laube.
Tiedge«
Auch kosett. S. Caressiren.
Caresse, die Liebkosung. Der Dichter kann auch dasGe-,schmeichel dafür sagen:
Als er den Hals mit kleinen Armen herabzog.
Und zum holden Geschmeichel der Kindheit, Küsse
gesellte.
V 0 ß.
CafS88irsn, liebkosen. Mißbräuchlich ist auch kosen (wel-ches doch ursprünglich nur schwatzen bedeutete, daherliebkosen, von Liebe oder zärtlich schwatzen) von einigenunserer besten Schriftsteller so häufig dafür gebraucht wer.den, daß es jetzt wol für Sprachgebrauch gelten muß:Die Buhler sindBieden, die Jungfern sind Rosen ,Der Honig das Aeugeln, das Küssen, das Kosen.
L 0 g a u.
Wenn sie kosend mich umfing.
Bürge r.
Um den Nacken des VatersSchlingt sie kosend die Arme.
Voß.
Indeß ist Voß selbst, wie er mir neulich sagte, mit mirder Meinung, daß dieses Wort nicht für caressiren über-haupt, sondern immer nur mit der nähern Bestimmungdurch Worte, durch süßes Geschwätz, also nur da ge-braucht