Bast
Bava
Beat
Bell
148
Bastion, tn der Bcfestigungskunst, das Bollwerk. DieBastei hat die undeiitschc Vetonung wider sich.
Bastonnade, Prügel und Stockschlage. Wenn von ei-ner Rastonade beiden Türken die Rede ist, so verstehtman Fnßsohlenschlage darunter.
Bastonniren, prügeln, abprügeln, Stockschlage aus-theilen.
Batallle (spr. Batallj), die Schlacht; und wenn diesenicht allgemein war, das Tressen, welches letzte aber ei-gentlich dem Franz. Rencontre antwortet. En ordrede bataille, in Schlachtordnung.
Battailjireu, sich herumschlagen, eine Schlacht liefern.
Bataillon (spr. Batalljong), ist von Engelhard durchSchlachthanfen übersetzt. K i n d e rl i ng, der dis alszweideutig verwirft, sagt: Wenn Regiment durch Schaarübersetzt wird, so könnte Bataillon durch Halbschaargegeben werden. S. Regiment.
Bataillon quarre (spr. Batalljong karreh). Dafür könnteman vielleicht das Schlachtgevierte sagen.
Batterie, in der Kricgessprache. In der £>. D. Mund-arthat man Stückbett oder Stückbettung dafür, so wieman in dieser Mund-art überhaupt Bettung oft für Bettzu gebrauchen pstegt. Kinderling hat Kanonenwallund Kanonenhcrd, und H e y n atz Schießgerüst dafürvorgeschlagen. Die ersteren scheinen den Vorzug zu ver-dienen, weil Gerüst den Begriff einer Zurichtung vonHolz gibt. Allein man nennt auch eine gewisse Zahl Ka-nonen mit Zubehör eine Batterie, wie wenn gesagt wird:es sollen noch zwei oder drei Batterien aus der Festungzur Armee gehen; und zu dieser Bedeutung passen jeneDeutschen Benennungen nicht. Hier könnte man Stück-zug dafür sagen. Es sollen noch zwei Stückzüge abge-hen. Stiel er hat Geschützbett, Britsche und Gc-schützschanze f. Batterie angesetzt. Allein das letzte istunausstehlich hart, das zweite unpassend, und in derBedeutung einer bretternen Lagerstatt üblich, und demersten würde das kürzere und wohlklingendere Stückbettvorzuziehen sein; doch würde ich auch dieses noch lieberin Stückwall umgeändert sehen. Wir haben auch dasgute alte Wort Bollwerk, welches zwar jetzt nur nochfür Bastion gebraucht zu werden pflegt, ehemahls aberjedes, zur Vertheidigung oder zum Angriff dienendeWerk bezeichnete: Mit Bollwerk an die Stadt kom-men. 2. König. 24, 10. Sich. auch Es. 29, 3. Jer.33 / 4 - Ezech. 26, Z.
Battiren, in der Fechtkunst, dem Gegner den Degen oderdas Rapier aus der Hand schlagen.
Battologie , das unnütze Geplapper, Gewäsch, öie Saal-baderei. Die Benennung soll von dem Namen einesDichters, Battus, hergenommen sein, dessen Schreib-art den Fehler hatte, daß sie von überflüssigen kleinenRcdcthcilen (Partikeln) strotzte.
Baumaterialien. S. Materialien.
Bavardage (spr. Bawardage), Geschwätz.
Beatikieation, die Seligsprechung, welche in der Rö-mischen Kirche vor der Heiligsprechung (Canonisarion)hergeht.
Beatificiren*, seligsprechen.
Beau sexe (spr.' Boh Sex'), das schöne Geschlecht.
Beeassine, eine Wasserschnepfe.
Bedlamit, bedeutet in England einen Tollhäusler. DieBenennung ist von einem großen Tollhause, Bedlam ge-nannt, entlehnt.
Beelzebub, der Dberteufel, wie Dbergencral. Buch-stäblich übersetzt, heißt das Wort Fliegenfürst. Diesewörtliche Uebersetzung hat Hagedorn dafür gebraucht:Hier blieb der Fliegenfürst und sein Gefährte stehn.A d., der stch der Bedeutung des Worts Beelzebub nichterinnerte, hat diesen Deutschen Ausdruck „als eine scherz-hafte und verächtliche Benennung des Teufels" auf--geführt.
Bei- esprit (spr. Bcll-esprih), der schöne Geist. Man könn-te diese beiden Wörter auch zusammenschmelzen undSchöngeist sagen; allein dann scheint sich der Nebenbe-griff des Verächtlichen damit zu verbinden; so wie dieschöne Eigenschaft, leichter Sinn, in Leichtsinn verwan-delt, zur Unart wird. Dis hat auch einer der Renien-schreiber gefühlt, und daher beide Ausdrücke auf folgen-de Weise unterschieden:
Nur das leichtere tragt auflcichtcn Schulternder> Schöngeist;
Aber der schöne Geist trägt das Gewichtige
leicht.
H e y n a tz führt im Antibarbarus an, daß W e k h r l i nWitzkopf dafür gesagt habe: „Es trat ein Witzkopsaus, und ließ eine Fratze, das Leichcnbegängniß des Fi-garo, ausstreuen." Nur Schade, daß unser Witz fürdas Französische Esprit zu enge ist.
Bella-donna, Franz. Belle-dame, eine giftige Pflanze,Tollkraut. Den ausländischen Namen Schön-dame hatman dieser Pflanze beigelegt, weil auch Schminke da-von gemacht wird.
Beiles lettres, die, (spr. Bell-Iettr) die schönen Wis-senschaften. Eichhorn (in der Liktcrärgeschichte) hakpaßlichcr die schönen Redekünste dafür gesagt.
Belletrist. Cludius schlägt Schönschrifter dafür vor,und fügt zur Empfehlung dieses neugebildcten Wortshinzu: „Dann könnte man den, der ohne Kopf oder An-lagen dazu zu haben, ein Schönschrifter sein wollte, ei-nen Schönschriftler nennen. Und so wäre denn auchSchönschrifter von Schönschreiber (Kalligraph) hinläng-lich unterschieden; und für belletristisch könnte manschönschriftcrisch sagen." Allein 1. ist dis letzte unaus-stehlich hart und übelklingend. Drei sch in Einem Wor-te, wer könnte das aushalten! 2. Auch Schönschrifterklingt, ungeachtet es ein sch weniger hat, noch immergar zu zischend, und Schriftcr für Schriftsteller zu sa-gen, scheint zu kühn und nicht recht fprach-ahnlich zu
sein.