Bast
Bast
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Baß
Bafs-Violoncello (spr Violontschello), die Baßgeige oderKniegeige. R e i chh a r dt.
Basta! genug! halt! Die Kartcnspicler nennen Bastaden Klee-daus.
Bastard. Wir haben dafür: 1. Bankert. „So was vanBastart oder Bankert." Lessing im Nathan. DieHerleitung dieses Worts von Bank, welches hier demEhebette entgegengesetzt wird, scheint Lessing in demWvrterbuche zum Logau zuerst gegeben zu haben; aberauch schon Frisch hat die R. a. mit einer von derBank fallen, die er durch rem habere cum scorto,in quovis loco, erklärt. Daher findet man, stakt Ban-kert, auch Bankling. „Ist das Kind unehelich geboh-ren, oder, wie man spricht, von der Bank gefallen, soheißt es Bankling." Ramlcr. 2. Kebskind, Kebs-sohn, Kebstochter. Ich glaubte, diese Wörter, nachKebsweib und Kebsehe, zuerst gebildet zu haben ; alleinich fand hintennach, daß ste ehemahls schon gebräuch-lich gewesen find; so wie man einst auch die Zeitwör-ter kebsen, fornicari, und verkebsen, für unecht erklä-ren, verwerfen, auch zum Hahnrei machen, hatte. Hiersind einige dahingehörigc Stellen, welche Frisch inBödekers Sprachlehre angeführt hat: Abimelechwas Richtere und Kevessoiie, unde schloch si-lier adel (echten) Brodere seventichdot. Eine Chro-nik von 1229. .Man seget dat nen Kind siner Mü-der Keveskillt ne sie, des nis doch nicht. EinWif mag winnen echtkint, adelkint, egenkint,und Keveskiiit. Sachsenspiegel. Wer sin Wip las-set, es s y dann, dass sy bekebes mit andernManne. Evang. Msct. biblioth. reg. Berol. Umetlicher willen eine ganze Versammlung verkeb-sen, d. i. verwerfen. Matthes. in 8arept. Conc. 16.Kaiser Heinrichs von Bayern Gemahlinn, Kunignnde,wurde beschuldiget: dat se ene verkeveset hadde.In obcrwahnter handschriftlicher Chronik von 1229.Lessing führt in den Anmerkungen zu Logau's Sinn-gedichten folgende Stelle aus dem Heldenbuchc an:
Sie sagten scltzam Märe
Wol auf den werden (werthen) Mann,
Wie er ein Kebskind wäreUnd möcht kein Erbe han;
und halt dieses Work für würdig, wieder eingeführt zuwerden. Auch ich halte es dafür. So wie es in derWortkritik einen wichtigen und fast entscheidenden Grundfür die Echtheit einer Lesart abgibt, wenn sie erst alsbloße Muthmaßung wahrscheinlich gemacht ward, dannaber auch hintennach in irgend einer Handschrift, Ucber-setzung u. s. ungesunden wird: eben so scheint mir, ausgleichem Grunde, auch für ein in Vorschlag gebrachtes,vermeintlich neues Wort, eine besondere Empfehlungdarin zu liegen, wenn derjenige, der es vorschlug, selbstder Urheber davon zu sein wähnte, und es sich hienächstfindet, daß es, ohne sein Wissen, schon vorher da gewe-
sen ist. Dis ist der Fall, worin ich mich mit den Wör-tern Kebskind, Kebssohu und Kebstochter befand. Inder Volkssprache einiger Gegenden hat man auch 4.Beikind und Beischlag, von welchem letzten Lessingunrichtig bemerkt, daß es ziemlich nach der Stutcrerklinge. Der Ausdruck ist vielmehr von unechten Münzenentlehnt. S. R y ch e y und das Brem. Wörterbuch un-ter Byschlag. — Nach Hallaus hießen die Vastarteehemahls auch L.Königskindcr, quoniam erant omneshomines proprii, hsco regio ad scripti. UcbrigenShaben wir bekanntlich auch 6. die Beiwörter unehelich runecht und natürlich, die mit den Wörtern Kind, Sohnoder Tochter verbunden, für Bastard gebraucht werdenkönnen. Man muß indeß gestehen, daß der Ausdruck,natürliches Kind, sehr willkürlich gewählt ist, und des-wegen in Vergessenheit zu gerathen verdiente. Bei Lie-beskind, welches in N. Sachsen für Bastard häufig ge-hört wird, läßt sich doch eher eine Uebereinstimmungmit dem Begriffe denken. 7. H a r s d ö r fe r hat After-kind dafür, welches nach Afterkorn und Afterpapst ge-bildet ist, und ein unechtes Kind bezeichnet.
Rüdiger meint zwar (S. dessen Neuesten Zuwachsder allgem. Sprachkunde, 4. St.), daß das auslän-dische Bastard sich besonders deswegen wol nicht ganzwerde verstoßen lassen, weil es in die zusammengesetztenKunstwörter der Naturgeschichte: Bastard-adler, Ba-stard-klee u. s. w. aufgenommen sei; allein ich sehe nichtein, warum die Wörter unecht und Blendling hier nichtfüglich an die Stelle desselben sollten treten können : un-echter Klee, Blendling-adler. Für diese Bedeutung desWorts Bastard haben wir auch, wenigstens in N. D.das Sachwort Halbschlager, und das Beiwort halb-schlachtig. „Neger (Schwarze) und Weiße sind zweiverschiedene Raeen (Arten), weil jede derselben sich inallen Landstrichen pcrpetuirt (fortpflanzt), und beide miteinander nothwendig halbschlächtige Kinder oder Blend-linge, Mulatten, erzeugen." Kant. Der Ncbenbegriff,welcher ehemahls dem Bastard, vermöge feiner Abstam-mung von bas (welches einst auch hast lautete) ankleb-te, daß die Mutter desselben von geringerem Stande,als der Vater, gewesen sei, wird nach dem HeutigenSprachgebrauche nicht mehr hinzugedacht; er kann unsalso auch jetzt nicht mehr hindern, die angeführten Deut-schen Ausdrücke dafür zu gebrauchen. Eben so sind auchdiejenigen Unterschiede verschwunden, welche Logau infolgenden Versen angibt:
Ein wolbcnamtcs Volk sind gleichwol Hurenkinder?
Bei Dauern heißt man sie zwar so nichts desto
minder;
Bei Bürgern besser noch Bankart; und im Ge-schlechte
Der Edlen Bastarte; und Beischlag und Unechte
Bei Fürst und Königen.
Bastion,