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Baro
Barri
nicht, wo nicht eine ungemeine, doch eine sehr sonder-bare Kraft dabei zum Grunde zu liegen? Ich kenne da-her, außer Uhrwerken, wirklich kein anderes unbelebtesDing, welches mehr dazu geeignet wäre , als etwasselbstwirkcndcs durch ein Pcrsoncnwort bezeichnet zu wer-den, als den Luftwäger oder Barometer. Ich mußdeswegen auch dem Vorschlage des Verfassers, lieberLuftwage dafür zu sagen, meine Zustimmung geradezuverweigern. Bei diesem würde man sich ein Werkzeugdenken, welches nur erst in den Handen des Menschenund unter seiner Mithülfe wirkte, und nicht ein solches,welches den Grad der Spannkraft der Luft, ohne unserZuthun, anzeigt.
Baron, Freiherr; ehemahls ein Bannerherr oder Pan-nerherr (Panierherr), d. i. ein Edelmann, welcher dasRecht hatte, das Panier aufzupflanzen, um seine Lehns-leute darunter zu versammeln und zur Fehde zu führen.So kommt das Wort z. B. in der Vorrede zur gold-nen Bulle vor, wo es heißt: der Fürsten, Grasen,Panncrherrn, Freyen, Edlen und Städte, wofür indem Lar. Texte die Worte stehen: Prinechurn, Comi-tum, Baronum, Procerum, Nobilium et Civita-tum. Seltsam, daß das Wort Baron, Baro , im La-teinischen einen Einfaltspinsel bezeichnete, und jetzt ei-ne Ehrcnbenennung ist: .
Srax kaust für schweres Geld sich zum Baron:Der Narr! Er war's ja immer schon.
Baronesse, die Freifrau; sehr übelklingend. Man sagtaber auch Freiherrinn, und im O. D. Freiinn. Wennvon einer unvcrheiratheten Baronesse die Rede ist, sopflegt man, statt Fraulein schlechtweg, Freifraulein zusagen. Allein das doppelte F vor der ersten und zwei-ten Silbe, und der ähnliche Laut dieser beiden Sil-ben, machen auch hier einen unausstehlichen Uebclklang.Freiinn gewährt den Vortheil, daß es gleich gut aufUnverheirathete und auf Verheirathete paßt.
Baronnet, in England, ein mit einem Orden verbunde-ner Titel, der aber erblich ist. Wir haben nichts ähn-liches in Deutschland. Unser Ritter kommt ihm zwaram nächsten; aber es fehlt auch diesem der Nebenbe-griff der Erblichkeit. Man müßte , nach der Achnlichkcikmit Erbherr, Erb-ritter dafür sagen.
Baronis, eine Frejherrschast.
Baroque (spr. Barock), schief, wunderlich , seltsam , z.B. ein solcher Geschmack. Eigentlich bedeutet das frem-
. dc Wort schiefrund, und wird von Perlen gebraucht,welche eine schiefrunde Gestalt haben.
Barre, i. die Stange; Goldstangen, Silberstangcn; 2.die Schranken. Der Beklagte mußte vor den Schran-ken erscheinen, um befragt zu werden.
Barrieade, die Verammelung, Straßensperrung.
Barrieadiren, verrammeln.
Barriere ( spr. Barriär). Wir haben dafür, jenachdemder Zusammenhang es erfvdert: 1. Schlagb au in, 2.
Barr Bass
Gatter oder Gatterthor, 3. Granzwehre, 4. Barrier-städtc, sind Granzfestungen; und der Barriertractgt,der 1715 zwischen dem Kaiser und den Holländern ge-schlossen'ward, kann auf Deutsch der Granzwehrver-trag genannt werden.
Barrique (spr. Barrihk), das Stückfaß.
■Basalt, eine bekannte Stein-art, über deren Ursprungnoch gestritten wird. Man hat dafür die Deutschen Be-nennungen Saulenstein, Eisenmarmer, Slrichstein, undim Kölnischen auch Nnkelstein, von der Stadt llnkel,so wie in Meißen Stolpischer Stein, von der StadtStolpen. S. Adelungs Wörterbuch.
Basis, die Grundlinie, Grundfläche, Grundlage undGrundfeste, jenachdem der Zusammenhang es crfodcrt.
Basreliet'(spr.-Bahrclljrff), halb-erhaben oder halb-er-hoben, halb-erhabene Arbeit; unterschieden von Haut-relief. S. dieses. Matthi so n hat erhobenes Bild-werk dafür gesagt.
Basis, die Grundstimme, die Mannsstimmc. S. Alt.Grundstimme hat Rc i chh a rdt vorgezogen. Mankann aber Baß selbst für eingebürgert halten, weil esDeutsche Sprachform hat, und schon in die Volksspra-che übergegangen ist. Man darf also auch Baßsangcrund Baßspieler f. Bassist sagen.
Basse eoutre, Violone, Violon (spr. Wiolong), Con-
; trebaß, der große Baß. R e i ch h a r d t.
Basse siondamentale, Fundamentalbaß, der Grund-baß. R e i ch h a r d t.
Büssesse (fprrBasseß'), die Niederträchtigkeit. Jirsei-ncr ersten Bedeutung, Niedrigkeit, pflegt es von den
- Deutschen Sprachmengery nicht.gebraucht zu werden.In ältern Zeiten sagte man auch Niedertracht, wie Ein-
=■• tracht, Zwietracht. Dis ist von dem Vers. des NeuenFrvschmauslers erneuert worden:
War'n allzumahl wieder die alten Schranzen,Mit ihrer alten Knechtclei,
■ /, Mit ihrer alten Kriecherei,
Mit ihrer alten Niedertracht.
Bassin (spr. Bassäng) , das Becken: Ich habe auch Becken-teich, d. i. ein Teich in Bcckenform, dafür vorgeschla-gen. Sonst auch Wasserbehälter.
Basso continuo , Bassus generalis, Generalbaß,derHauptbaß. Reichhardt. E sch e n b urg'cn schienbezieferter Baß bezeichnender zu sein. Er setzte aber hin-zu, daß, da Basso continuo mit Basso fondamen-tale einerlei sei, so würde Grundbaß wol diebcste.Be-ncnnung sein.
Basson (spr. Bassong), sonst auch Fagotto, Fagott,die Baßpfeise; daher auch Baßpfeifer für Bassonblä-ser. R e i ch h a r d t hat Blascbaß dafür vvrgeschttrgen.Nach diesem müßte man Baßblaser für Fagottist oderBassonbläfcr bilden.
Basso ripieno, Bixienbaß,, der Füllbaß. R eich-st ardt.
Basis-