Bala
Ball
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Dis Geschafft schien mir daher eine wirkliche Gleichungzu sein, die dadurch, daß man zu der kleinern Sum-me den Unterschied hinzurechnet, bewirkt wird. Alleinman besorgte, daß Bilanz in dieser Verdeutschung mitAequation in der Buchstaben - oder Zeichenrcchnungverwechselt werden möchte. Ich habe daher, um auch die-ses Mißoerständniß zu vermeiden, Abglcichung dafürgewählt. S. Adclung unter Abgleichen, wo bemerktwird, daß dieses Wort in Ncchnungssachcn für das aus-ländische scontriren oder abrechnen, schon gebräuchlichsei. Hepnatz hat Schlußrechnung, AffsprungRechnungs-abschluß dafür vorgeschlagen. Oft könnenwir mit Abschluß ausreichen.
Balancireu (spr. balangßiren), das Gleichgewicht halten.Uncigentlich genommen versteht man darunter auch un-schlüffig sein oder schwanken. Er balancirt noch, d.r. er ist noch unschlüssig, er schwankt.
Baibier. S. Barbier.
Balcoii (spr. Valkong). Kinderling hat Gitter-erkerdafür angesetzt; Hepnatz Vortritt, welches auch ichfür Altan vorschlug. S. dieses. Sonst auch Söller,
Baldachin, der Tragehimmel, Thronhimmel. Dennman mag nun entweder mit dem Vcrf. des Brem. Wör-terbuchs annehmen, daß Baldachin mit dem 3 1 . D.Bolldeck, d. i. Hauptdccke (von Voll, das Haupt, undDecke), einerlei sei; oder mit Ad. daß es von demeinst üblichen Namen der Stadt Babilon, Baldach,herkomme, und ursprünglich ein fremdes, zu Babilonverfertigtes Zeug (wie Damast von Damaskus) bedeu-tet habe: so beweiset doch der auf der Endsilbe ruhendeTon (wovon wir in cchtdeukschen dreisilbigen Wörtern,einige Eigennamen ausgenommen, kein Beispiel haben),dass wir es von dem Italischen Baldachmo, oder vondein Franz. Baldaquin entlehnt haben, und daß es un-serer Sprache nie einverleibt werden könne, weil esdem Deutschen Ohre immer fremd - artig klingen muß.Warum es, wie Moritz meinte, gerade in Gedichtenbeibehalten werden soll, begreife ich nicht. Meiner Mei-nung nach(S. die vorstehende Abhandlung) sollten dieDichter noch mehr, als andere Schriftsteller, sich be-streben, ihre Sprache von allem, was ausländisch ist,rein zu erhalten, weil sie die große Bestimmung haben,für das Volk zu schreiben, nicht die kleinere, bloß füreine geringe Zahl von Gelehrten zu reden.
Ball, der. Man kann dieses Wort, ungeachtet es von demGrichischen ßxKhifav herzukommen scheint, füglich füreingebürgert halten, weil es Deutsche Form angenom-men hat, und schon in die Volkssprache übergegangenist. Vielleicht gehört es auch zu denen, von welchennicht entschieden ist, ob nicht beide Völker, Grichcn undDeutsche, sie aus Einer Ouellc, nämlich aus derjeni-gen Ursprache schöpften, welche den Stammvätern beiderVölker eigen war. Für die höhere Schreib art, welcheBall nicht gebrauchen kann, habe ich Tanzfcst vorge-
schlagen. Fest ist eingebürgert. Catel hat dieses Tanz-fest in dem Wörterb. der Acadcmie neben Bai gesetzt.
Ballade. Es hat mir nicht gelingen wollen, einen wesent-lichen Unterschied zwischen Ballade und Romanze zubemerken. Ich muß daher auf dieses letzte verweisen.
Ballast; dieses Wort, scheint, wenn auch die erste Silbefremd scim sollte, schon bei uns, wie im Englischen undSchwedischen, das Bürgerrecht erlangt zu haben. ImDänischen lautet es Baglast, d. i. Hinterlast, weil derBallast in den Hintern Theil des Schiffes geworfen zuwerden pstegt; und Ad. vermuthet daher, nicht ohneWahrscheinlichkeit, daß Ballast aus diesem DänischenWorte gebildet sei. Er selbst hat Rnterladung dafür an-gesetzt; andere haben lieber Unterlast dafür sagen wol-len. Lastjand hat Opitz. Allein nicht immer, vielleichtnur selten, wird Sand zu Ballast gebraucht.
Ballett, Franz. Ballet, Jtal. Ballo. R ei ch h a rd t setz-te Tanzstuel und Thcatcrtanz dafür an. Allein dasletzte ist selbst nicht ganz Deutsch, und von dem erstenglaubte Eschen bürg, es könne wol nur den panto-mimischen oder Gebcrdcntanz bezeichnen; es gäbe aberauch Ballette, die ohne dergleichen Spiel wären. Erselbst schlug Bühnentanz vor, welches aber auch ihmnoch nicht recht genügte. Was mich betrifft, so haueich schon in der Prcisschrift Schautanz dafür vorge-schlagen, dem Esche nburg, daran erinnert, denVorzug zuerkannte. Es ist nach Schauspiel gebildet.So wie nämlich bei diesem die Spieler nicht für sichund zu ihrem eigenen Vergnügen, sondern für andere,welche zuschauen, spielen: so tanzen auch bei jenem dieTänzer gleichfalls nicht für sich, oder ihres eigenen Ver-gnügens wegen, sondern für die Zuschauer; und ihrTanz ist daher in eben dem Sinne ein Schau-tanz, inwelchem das Spiel der Schauspieler ein Schauspiel Le-nannk wird. C a t c l hat diese Verdeutschung angenom-men; und Hepnatz erinnert im Antibarbarus, daß ersie, ohne mein Wissen, schon früher vorgeschlagen habe.Rcichhardts Tanzspiel scheint indeß dadurch nichtentbehrlich gemacht zu werden. Man könnte es, glaubeich', gebrauchen, das den Schautanz begleitende Ton-spiel zu bezeichnen. Aber wie wollen wir nun den Bal-let-meister nennen? In sofern dieser Ausdruck ein Ti-tel ist, hängt die Verdeutschung desselben nicht von uns,sondern von denen ab, welche Titel ertheilen. Sonstkönnte man, wicwol etwas hart, Schautanz-führer,dafür sagen, so wie Schau-tanzer für Ballettänzer. •—Kinderling hat das Wort Singetanz, welches 2.Mos. 32, 18 vorkommt, für Ballett angesetzt; alleindieser Ausdruck paßt nicht, weil bei unsern Ballettennicht gesungen wird. Indeß könnte diese Benennung al-lenfalls für diejenige Art von Oper gebraucht werden,welche aus einer Folge einzelner, nicht zusammenhän-gender Feste mit Gesang und Tanz besteht, und welchedie Franzosen gleichfalls Ballet nennen. Ballet se dit
aussj