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1 (1808) A - E
Entstehung
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136
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Atm«

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Atmosphäre, der Dunstkreis , und, wenn dabei, wieoft, bloß auf die darin befindliche Luftmasse, und nichtzugleich auf die in dieser Luft schwimmenden Dunste ge-sehen wird, der Luftkreis.

Atom, im gemeinen Leben, Sonnenstäubchen, d.i. fei-ne, staub-artige Theilchen, welche nur im Sonnenstrahlsgesehen werden können. In der wissenschaftlichen Spra-che versteht man die Nrsiosse oder Grundstosse (Ele-mente) der Körper darunter, welche zwar selbst auchoch körperlich, aber doch nicht weiter theilbar sein sol»len. Für Welt-atome, welches Herder und andere ge-brauchen, könnte man Wcltstosse sagen. DieAtomittic(oder (üorpnsdilarphilosophie), die Lehre von derZusammensetzung der Körper aus unthcilbarcn Ur-klümp-chen oder Urstoffen, aus deren angenommener Verschie-denheit einige Weltwcise, z. B. D cs ca rtcs, verschie-dene Erscheinungen, z. B. den Unterschied der Schwer«der Körper erklären wollten.

Atonie, buchstäblich, die Untönrgkeit, figürlich, die Ab-gespanntheit oder Erschlaffung der Nerven und Mus-keln. Kant redet von der Atonic der Empfindungen,und hat hier das Wort selbst durch Leere verdeutscht.Er versteht darunter die Ermattung der Aufmerksamkeitauf unsern Zustand.

A tout, (fpr. Atuh), im Kartenspiele, Trumpf? Ein Atout ist ein Allstichspiel, wobei der Spieler alle Stichsbekommen muß.

A tout prix,(fpr. a kuh Prih),' zu jedem Preise.

Attachant, zuthulich, Ad. hat dieses zuthulich, mitals im gemeinen Leben vorkommend, unter zuthatig er-wähnt, welches er für gebräuchlicher hält. Im N. D.wenigstens ist es umgekehrt. Noch gewöhnlicher aber istes hier, zuthuern zu sagen; eine Form von Beiwör-tern, welche in Ober-und Mitteldeutschland ganz fremdist, und welche zugleich den Nebenbegriff der Gewohn-heit und der Fertigkeit angibt. Stark (Gemahldcausdem häuslichen Leben) hat zuthatig gebraucht:Sosolltest du sterben, liebes, zahmes, zuthätiges Geschöpf."Zuthulich und zuthuern scheinen den Vorzug zu ver-dienen.

Attachment, (fpr. Attgschmang), die Zuneigung, Er-gebenheit, Anhänglichkeit, Zuthulichkeit.

Attachiren, (spr. attaschiren), (sich) sich an etwas ge-wohnen, etwas liebgewinnen.

Attachirc sein, ergeben, zugethan sein.

Attaque, (spr. Attack'), der Angriff, und wenn es vonKrankheiten gebraucht wird, der Anfall.

Attaquiren, (fpr. attakiren), angreifen, anfallen.

Attendiren, aufmerken, Acht geben.

Attent, aufmerksam, achtsam.

Attentat, Eingriff.in die Rechte eines andern. Wir ha-ben dafür Frevel und Frevelthat; auch das Zeitwortfreveln f. ein Attentat begehen, und Frevler zur Bezeich-nung dessen, der frevelt. Attentata crimina find in

Alts

der Deutfchlateinifchc» Rechtssprache, versuchte oder vor»gehabte, aber nicht vollendete Frcvclthaten. Ost aberwird Attentat oder Attentatum in gelinderem Sinnegenommen; und da kann es durch Anmaßung oder Ein-griff verdeutscht werden.

Attention , die Aufmerksamkeit, Achtsamkeit.

Attestat, ein Zeugniß, und zwar dem Sprachgebrauchsnach, ein schriftliches.

Attestiren , bezeugen.

Attitüde (spr. Arrilüd), die Stellung des Körpers, alsoKörper-stellung. Die Franzosen gebrauchen aber diesesWort auch in allgemeiner Bedeutung f. Stellung undLage überhaupt. Wir müssen eine solche Stellung ge?gen die verbundenen Könige nehmen u. s. w. In derFranzösischen Kunstsprache wird Attitüde mit dem Ne-benbegriffe des Bedeutenden oder Ausdrucksvollen ver-bunden. Hier muß man es also, wenn es darauf an-kommt den ganzen Begriff überzutragen, durch bedeu-tende oder ausdrückende Stellung verdeutschen. In D i-d e r 0 t s Versuch über die Mahlerei, überseht von G 8*t h e'n (in denPropylaen), kommt das Wort Attitüdein einem Zusammenhange vor, wo es mit dem Ncbrn-begriffc des Nachgeahmten oder Nachgemachten ver-standen werden muß. Nachdem nämlich dieser Schrift-steller den jungen Künstlern den Rath gegeben hat, stattihre Zeit damit zu verderben, nach akademischen Mo-dellen'zu zeichnen, sich lieber unter die Menschen in denKirchen, Wirthshäusern u. s. w. zu mischen, um hierdie natürlichen Stellungen und den wahren Ausdruckder Leidenschaften zu beobachten, welche der Professor-ihnen dort nicht zeigen könne, setzt er hinzu:Etwasanders ist eine Attitüde, etwas anders eine Handlung.Alle Attitüde ist falsch und klein, jede Handlung istschön und wahr." Göthe meint: hier sei das Workunübersetzbar; und er hat es daher unübersctzt gelas-sen. Allein der Zusammenhang zeigt ja ganz offenbar,daß Attitüde hier eine (am Modell) nachgemachte Stel-lung, und das Wort Handlung (Addern) hingegen ei-ne lebendige Stellung, eine Stellung in der Natur ,bedeuten soll. Man kann daher diese Stelle, ohne dasFranzösische Attitüde zu gebrauchen, etwa so überse-tzen:Etwas anders ist eine (an dem Modelle) nachge-ahmte Stellung, etwas anders eine lebendige. Jeneist immer falsch und klein, diese Immerschön und wahr."Wenn doch unsere guten Schriftsteller aufhören woll-ten, an ihrer eigenen Kraft und an dem Vermögen un-serer Sprache, bei jeder kleinen Schwierigkeit, sogleichzu verzweifeln!

Attraction, die Anziehung, das Anziehen. Attractioris«kräfle sind anziehende.

Attrahiren, anziehen. Attrahentia, anziehende Mittel,5. V. die Spanische Fliege.

Attrappe, eine Falle, im Scherz, wie inS h ak e sp e ar'sHamlet, auch wol eine Mausefalle. In einigen Fallen

könnte